Die Abiturienten Fatbardha Nikci (M., Gesang), Lina Brückner (l., Cello) und Philipp Oberparleiter (r., Akkordeon) sowie Lehrer Markus Bulitta (Violione) sorgten mit ihren musikalischen Intermezzi immer wieder für Gänsehaut-Momente.
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Die Abiturienten Fatbardha Nikci (M., Gesang), Lina Brückner (l., Cello) und Philipp Oberparleiter (r., Akkordeon) sowie Lehrer Markus Bulitta (Violione) sorgten mit ihren musikalischen Intermezzi immer wieder für Gänsehaut-Momente.

Es war die Premiere der neuen Schulleiterin

Fünf Spitzweg-Schüler gehen mit Traumnote

  • Klaus Greif
    VonKlaus Greif
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Am Carl-Spitzweg-Gymnasium (CSG) haben 138 Schüler das Abitur gemacht und bestanden. Sylvia Vitz freute sich in ihrer ersten Rede als Schulleiterin darüber, dass 40 Absolventen einen Notenschnitt mit einer Eins vor dem Komma erreichten – vier junge Frauen und ein Mann schafften sogar die Traumnote 1,0.

Germering – Sylvia Vitz hat im März die kommissarische Leitung des CSG von Georg Gebhard übernommen. Der langjährige Direktor hatte sich in den Ruhestand verabschiedet, war aber gestern noch einmal an seine Schule gekommen, um die Abiturienten zu verabschieden. Dass er dort nach wie vor gerne gesehen wird, auch von den Schülern, wurde spätestens in der obligatorischen Rede der Abiturienten deutlich. Undine Gwinner und Naomi Rentsch schlossen in ihrer vor allem sprachwitzigen und an Poetry Slam erinnerenden Rede Gebhard so in ihre Dankesbekundungen ein: „Danke fürs – Sein.“

Sylvia Vitz wurde hier von den beiden Schülerinnen natürlich auch erwähnt: „Danke für die letzten Monate unseres Schullebens.“ Dass diese letzten Monate für die Abiturienten die ersten für Vitz als Schulleiterin waren, erwähnten sie nicht. Sylvia Vitz machte selbst darauf aufmerksam, dass sie die erste Abiturrede ihres Lebens halten musste. Als Informatiklehrerin habe sie sich mit Hilfe der Suchmaschine ihres Vertrauens darauf vorbereitet. Dabei hielt sie sich dann zwar streng an den Leitfaden eines Buches für Abiturreden. Heraus kam aber eine Rede, die teilweise sehr politisch war. Sie griff vor allem zwei Themen heraus, die im vergangenen halben Jahr prägend gewesen seien: Die Debatte wegen des angeblich zu schwierigen Mathe-Abiturs und die „Fridays for future“-Demonstrationen.

Die Schulleiterin Sylvia Vitz freut sich, dass die Schüler wieder politisch aktiver werden

Die Online-Petition zum Mathe-Abitur ist nach Ansicht von Vitz nicht von Abiturienten gestartet worden. Unter anderem begründete sie das mit dem Hinweis darauf, dass die Petition eine Stunde nach Beginn der Prüfung ins Netz gestellt worden sei: „Wer von euch hätte sich die Zeit genommen, auf der Toilette einen derartigen Text zu verfassen und online zu stellen?“ Ihr Rat an die Abiturienten war deswegen, noch kritischer und aufmerksamer gegenüber Nachrichten in sozialen Netzwerken und im Internet zu sein.

Die Aula im CSG war bei der Abiturzeugnis-Übergabe voll besetzt.

Die Freitags-Demos wiederum habe die Lehrer einerseits gefreut, weil die Schüler „endlich wieder politisch aktiver werden“. Andererseits sollte sich jeder Abiturient darüber im Klaren sein, dass die Demos nur ein erster Schritt sind. Vitz: „Ihr fordert, dass mehr getan werden muss als nur reden. Dann tut etwas. Zieht Konsequenzen für euren eigenen Lebenswandel.“

Die Rede des Oberbürgermeisters Andreas Haas sorgte für große Begeisterung

OB Andreas Haas wünschte den scheidenden Schülern „alles Gute, Toi, Toi, Toi und Hals- und Beinbruch“. Er vertraue drauf, dass die Abiturienten allen möglichen Schwierigkeiten zum Trotz das beste aus ihrem Leben machen werden. Haas griff in seiner kurzen Rede das Schülermotto „Abicetamol – der Schmerz hat ein Ende“ auf und erntete dabei immer wieder Beifall und Lacher. Behauptungen, dass der Schmerz jetzt erst richtig los gehe, sollte man gelassen entgegen sehen, so Haas. Die Pharmaindustrie habe nämlich vorgesorgt mit Mitteln wie Azubirin, Uniprofen 1000 oder Bufdipan.

Für den Elternbeirat hatte der stellvertretende Vorsitzende Navid Ehtebar Erami die passenden Worte zum Abschied von der Schule. Wichtig sei, sich realistische Ziele zu setzen und diese nicht aus den Augen zu verlieren. Dann könne man alles erreichen, was man sich vorgenommen habe.

So wurde am Max-Born-Gymnasium gefeiert.

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