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Die Besucher des Wochenmarkts am Volksfestplatz hielten ordnungsgemäß voneinander Abstand.

In Germering

Mit Abstand einkaufen am Wochenmarkt

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Die Wochenmärkte am Volksfestplatz und an der Stadtbibliothek finden auch in Zeiten von Corona wie gewohnt statt. Das Angebot wird sehr gut angenommen, wie ein Besuch am Volksfestplatz zeigt.

Germering – „Käse, Wurst, Speck – alles da.“ Der Münchner Händler Michael Wiederholt blinzelt nicht nur zufrieden in die Sonne. Er hat für seine Kunden am Mittwochs-Markt auch stets einen guten Rat und ein freundliches Wort übrig. „Ich bin beeindruckt, wie diszipliniert das hier abläuft.“ Wiederholt will das schon als Kompliment dafür verstanden wissen, dass die Besucher den Mindestabstand von eineinhalb Metern recht zuverlässig einhalten.

Die Leute reagieren vernünftig

Es läuft ruhig ab, die Menschen in den Warteschlangen vor den Ständen wirken auf dem weitläufigen Volksfestplatz ruhiger und entspannter als die, die sich in Supermärkten vor den Kassen bilden. Marktaufseherin Eyelyn Loitenstorfer bestätigt diesen Eindruck. „Die Leute sind schon vernünftig.“ Nur ganz selten brauche es mal ein mahnendes Wort, dass jemand zu nah an den Wartenden vor ihm aufgerückt ist. „Man entschuldigt sich dann auch schnell und alles bleibt im Rahmen“, erzählt Loitenstorfer.

Die Standlbesitzer selbst würden schon dafür sorgen, dass die Regeln eingehalten werden und keiner mehr zu nah an die Waren kommt. „Das wirkt mittlerweile alles schon sehr normal“, stellt Loitenstorfer fest.

Die Kunden bleiben trotz Corona treu

Michael Wiederholt bringt die Situation sowieso nicht aus der Ruhe. „Ich mache das hier seit 20 Jahren.“ Das Auf und Ab eines Geschäftsmannes kennt er und so nimmt er nicht nur zufrieden zur Kenntnis, dass die Kunden, „eigentlich einkaufen wie immer“. Auch die Belieferung mit den Südtiroler Waren funktioniert ihm zufolge einwandfrei. Da habe er noch keine Nachschubschwierigkeiten feststellen können.

Michael Wiederholt war angenehm überrascht, wie gelassen alles abläuft.

Landwirt Franz Naßl aus dem Altdorf Unterpfaffenhofen freut sich ebenfalls, dass ihm die Kunden in Zeiten des Coronavirus die Treue halten. Fast ist er versucht zu sagen, jetzt erst recht. Doch Naßl belässt es bei der Feststellung: „Man kann sagen, dass sogar etwas mehr gekauft wird.“

Frische Ware auch in Zeiten von Corona

Von Hamsterkäufen ist es weit entfernt, wenn ein Kunde mal zwei Päckchen seiner frischen Nudeln kauft. Das sei normal. Naßl vermutet einen anderen Grund, warum der Zulauf zum Wochenmarkt unverändert bleibt. „Dass die Waren weitgehend regional sind, ist für die Menschen jetzt vielleicht allgemein etwas wichtiger geworden.“ Es vermittle etwas von Nähe und Zuverlässigkeit. Allerdings habe er auch viele Stammkunden, „die sowieso am Wochenmarkt einkaufen“. Man könne das in diesen Zeiten als gute Basis werten, sagt Naßl, der mit dem Geschäft zufrieden ist.

Franz Naßl musste nie lange auf Kunden warten. Er war mit dem Geschäft zufrieden.

Für Magda Schreyer ist das darüber hinaus ein Zeichen, dass die Menschen gut versorgt sind. „Ich möchte schon immer frische Ware haben“, sagt die 42-Jährige. Von Mittwoch bis zum Samstagsmarkt an der Stadthalle komme sie immer gut hin. „Die Standlbesitzer sind froh, dass man bei ihnen einkauft“, hat sie beobachtet. Es sei so etwas wie ein gegenseitiges Aufrichten und Anerkennen zwischen den Händlern und Kunden zu spüren.

Geschäft läuft wie vor Corona

Bereits am vergangenen Samstag konnte das auch Mehmet Aliriza, Feinkostanbieter aus Fürstenfeldbruck, feststellen. Selbst sein etwas spezielleres Angebot wie Oliven bleibe gefragt: „Ich kann keine Veränderung zu vorher feststellen.“

Weitere Nachrichten aus Germering: In der Moosschwaige wurden zahlreiche Bäume gefällt. So geht es den kleinen Geschäften in Zeiten von Corona. 

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