Das Möbelhaus Grollmus ist schon längst ausgezogen, das Gebäude steht aber noch. Nach dem Abriss soll hier ein digitales Zentrum entstehen.
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Das Möbelhaus Grollmus ist schon längst ausgezogen, das Gebäude steht aber noch. Nach dem Abriss soll hier ein digitales Zentrum entstehen.

Am Bahnhofsareal

Neuer Bau in Germering soll Heimat für Selbstständige werden - DigiClub zieht mit ein

  • Klaus Greif
    vonKlaus Greif
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Ex-Docuware-Chef Jürgen Biffar und der Start-Up-Förderer Benedict Padberg wollen auf dem Gelände des früheren Möbelhauses Grollmus an der Landsberger Straße ein Zentrum für digitale Bildung und Co-Working errichten. Die Pläne wurden im Bauausschuss mit Begeisterung aufgenommen.

  • Am Bahnhof soll ein Zentrum für digitale Bildung und Co-Working entstehen.
  • Selbstständige finden dort Büroräume und der DigiClub soll auch einziehen.
  • Der Bauausschuss war von der Idee begeistert.

Germering – Für die Entwicklung des Bahnhofareals inklusive des früheren Grollmus-Geländes liegen seit vier Jahren Pläne des Landshuter Büros Leinhäupl/Neuber vor. Das hatte mit seinen Entwürfen den von der Stadt ausgeschriebenen Ideen- und Realisierungswettbewerb gewonnen. Der Stadtrat beschloss die Aufstellung eines Bebauungsplanes. Aber dann passierte nichts mehr. Grund: Die Eigentümer des Hotels Huber, deren Grundstück im Kern des Entwurfes stand, waren nicht mehr an einer Umsetzung der Planung interessiert.

Docuware-Gründer Jürgen Biffar nimmt sich dem Projekt an

Jetzt ist wieder Bewegung in die Sache gekommen. Docuware-Gründer Jürgen Biffar hat nach dem Rückzug aus der Geschäftsführung aus dem Verkaufserlös seiner Anteile mit Ehefrau Michaela Wienke die Stiftung Digitale Bildung gegründet. Im März hat die Stiftung das Grollmus-Areal gekauft, mit dem Ziel, hier ein Zentrum für digitale Bildung zu errichten. Es sollte vor allem künftiger Vereinssitz des von Biffar initiierten DigiClubs werden. Weil das 1500 Quadratmeter große Areal für diesen Zweck aber zu groß ist, suchte Biffar einen Partner und fand ihn mit Benedict Padberg.

Die DigiClub hat er kürzlich seine Räume am Therese-Giese-Platz bezogen.

Nachdem der DigiClub offiziell seine neuen Räume beziehen konnte, haben wir gleich mit den Einrichtungsarbeiten...

Gepostet von DigiClub Germering am Freitag, 29. Mai 2020

Der betreibt in Wörthsee ein so genanntes Co-Working-Center und hatte laut Biffar schon früher Pläne, so etwas auch in Germering zu realisieren. Co-Working richtet sich vor allem an Solo-Selbstständige und Start-Up-Unternehmer, die zu günstigen Festpreisen Büroflächen mit Komplett-Service und modernster Ausstattung mieten können. Attraktiv werden diese Center durch integrierte Cafés, Event- und Wellnessbereiche sowie die Möglichkeiten, Netzwerke zu bilden.

Im neuen Zentrum für digitale Bildung sollen auch Wohnungen entstehen

Architekt Markus Neuber hat sich die Vorstellungen von Biffar und Padberg angesehen und geprüft. Ergebnis: Die Nutzung kann in seinem Entwurf sinnvoll verwirklicht werden. Er erklärte im Ausschuss, dass die Umsetzung der Vorschläge auf zwei Geschossen möglich sei. Im ersten Stock würden die digitale Bildung sowie Büros und Arbeitsplätze unterkommen. Im zweiten fände dasCo-Working-Center ausreichend Platz. Vervollständigt würde der Komplex an der Landsberger Straße mit drei Wohngeschossen.

Stadtbaumeister Jürgen Thum berichtete, dass sich auch der Eigentümer des Bereiches südlich von Grollmus – hier befindet sich zurzeit ein Norma-Markt – an der Überarbeitung beteiligen würde. Es wäre seiner Meinung nach zwar ideal, auch wegen der Planung der Tiefgarage, wenn beide Bereiche in einem Zug realisiert werden könnten. Aber notfalls könne die Bebauung auch in zwei Abschnitten über die Bühne gehen.

Stadträte sind unisono von dem Zentrum für digitale Bildung in Germering begeistert

Die Stadträte aller Fraktionen waren begeistert von den Vorstellungen. SPD-Sprecher Daniel Liebetruth sprach ebenso von einem tollen Konzept wie Angelika Kropp-Dürr (Grüne). Hans Pichelmeier (CSU) und Maximian Streicher nannten das Vorhaben begrüßenswert, Gerhard Blahusch (Grüne) steigerte das mit einem „Super“.

Der Ausschuss billigte das Vorhaben ohne Gegenstimmen und empfahl dem Stadtrat, auf dieser Grundlage einen Bebauungsplan aufzustellen. (kg)

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