Das Bündnis „Germering for future“ hat die Klimaschutz-Forderungen an die Stadt in Plakatgröße an OB Andreas Haas übergeben (v.l.): David Kulbe, Stefanie Pockrandt-Gauderer, Pfarrer Michael Lorenz, Marijan Tabak und OB Haas.

Forderungskatalog an OB übergeben

Klimaschutz fängt vor Ort an

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Rund vier Wochen nach der großen Klimaschutz-Kundgebung vor der Stadthalle haben die Organisatoren von Germering for future einen Forderungskatalog an OB Andreas Haas übergeben. Der Rathauschef versprach eine sorgfältige Prüfung: „Wir nehmen das ernst.“

Germering – Am vorletzten Freitag im September haben auf dem Platz vor der Stadthalle weit über 1000 Menschen für mehr Klimaschutz demonstriert. Organisiert worden war die Kundgebung vom Bündnis Germering for future, das von Michael Lorenz, Pfarrer der evangelischen Dietrich-Bonhoeffer-Kirche, initiiert worden war. Es ist eine von tausenden Ortsgruppen weltweit, die sich im Zuge der Fridays for future-Bewegung gebildet haben, um für einen effektiven Klimaschutz zu werben.

Schon im Vorfeld hatten Lorenz und seine Mitstreiter einen Forderungskatalog an den Stadtrat erarbeitet, der jetzt an OB Andreas Haas übergeben wurde – in Form eines großen Plakats, auf dem die einzelnen Punkte stichpunktartig verzeichnet sind. Bei der Übergabe mit dabei waren neben Pfarrer Lorenz der Jugendratsvorsitzende Marijan Tabak, David Kulbe (wie Tabak Schüler des Max-Born-Gynnasiums) und Stefanie Pockrandt-Gauderer (Initiative Antiplastic und Mitglied der Fairtrade-Arbeitsgruppe).

Germering for future

Michael Lorenz gab dabei bekannt, dass die Ortsgruppe weiter geführt werde. Man treffe sich jeden Dienstag in der Bonhoeffer-Kirche und sammle Ideen für mehr Klimaschutz, die lokal umgesetzt werden können. Der Grundgedanke, der dahinter steckt, ist laut Lorenz folgender: „Es wird sich vor Ort entscheiden, ob die Wende gelingt.“

Dass es sich bei den Forderungen an die Stadt auch um kleine Dinge drehen kann, machte Marjian Tabac deutlich. Er wünsche sich beispielsweise eine weitere Verbesserung für Radfahrer – obwohl die Stadt hier in den vergangen Jahren schon sehr viel getan habe, wie er zugestand. „Es gibt auf meinem täglichen Weg zur Schule immer noch Stellen, bei denen ich als Radfahrer Angst haben muss.“

Kostenloser ÖPNV

Auf dem Germering for future-Plakat ist diese Forderung mit „Vorrang des Fahrrads vor dem Auto im Stadtverkehr“ gehalten. Eine Weitere im Themenfeld „Mobilität“ lautet „ÖPNV kostenlos ab 2025“. Diesen Punkt nahm OB Haas als ein Beispiel für mehrere, bei denen die Stadt gar nicht zuständig sei.

Dass die Umsetzung der Forderungen nicht immer so einfach sei, machte er auch an der Probefahrt eines E-Busses deutlich, die vor kurzem in Germering stattfand. Unter anderem gebe es derzeit nur zwei Anbieter auf dem Markt. Zum anderen könne man nicht von heute auf morgen die Dieselbusse von den Straßen verbannen: „Da gibt’s laufende Verträge, das geht nicht so einfach.“

Pfarrer Lorenz nahm dies mit den Worten „Klar, der Teufel steckt wie immer im Detail“ zur Kenntnis, meinte aber auch: „Wir werden konkrete Vorschläge machen.“

Dialog mit der Jugend

OB Andreas Haas versprach, die Forderungen sehr ernst zu nehmen und sagte: „Wir werden uns intensiv mit den Themen beschäftigen.“ Er hoffe vor allem auch, dass er mit den Jugendlichen des Bündnisses verstärkt ins Gespräch komme. Die Reden der Schüler bei der Klimaschutz-Demo vor der Stadthalle hätten ihn sehr beeindruckt.

Der Rathauschef gab aber auch zu verstehen, dass die Stadt in Sachen Klimaschutz bisher schon einiges getan habe. Er erinnerte unter anderem an den Stadtentwicklungsplan, der gemeinsam mit vielen Bürgern auf den Weg gebracht worden sei. Dort habe das Tema Umwelt eine sehr große Rolle gespielt. Haas wies auch auf die im Jahr 2006 verabschiedeten Leitlinien zum Klimaschutz hin, die vom Umweltbeirat erarbeitet wurden.

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