Gemeinsam mit Dirigent Michael Leyk am Klavier üben die Mitglieder des Konzertchors in der Aula der Kleinfeldschule Verdis Requiem ein.

Besuch sechs Wochen vor dem Auftritt

Für Verdi muss der Chor üben, üben, üben

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Der Konzertchor wird 20 Jahre alt und hat sich für sein Jubiläum etwas Ambitioniertes einfallen lassen: Am Sonntag, 24. November, führt er in der Stadthalle das Requiem von Verdi auf. Ein Probenbesuch sechs Wochen vor der Aufführung zeigt schon jetzt: Dieses Konzert sollte man sich nicht entgehen lassen.

Germering – Verdis „Messa da requiem“ zählt zu den anspruchsvollsten Werken der Chor-Literatur. „Das einmal aufzuführen, wünscht sich jeder Chor und jeder Dirigent“, erzählt Isy Hilgers. Aus Sicht der Vorsitzenden des Chorvereins hat es sich angeboten, das Requiem zum Jubiläum aufzuführen. Man habe es Stadthallen-Leiterin Meda Schmitt, die Mitveranstalterin des Konzerts ist, vorgeschlagen. Schmitt habe ihr okay gegeben. Und dann hat der musikalische Leiter Michael Leyk mit den Sängern die Probenarbeit aufgenommen – im Januar. Seitdem treffen sich die insgesamt 94 Mitglieder des Chores einmal wöchentlich und feilen an dem Werk, das als gebundenes Notenbuch immerhin rund 150 Seiten umfasst.

Äpfel sollen die Sänger motivieren

Isy Hilgers hat an diesem Montag zur Probe in die Aula der Kleinfeldschule nicht nur einen Korb voller Äpfel für die Sänger, sondern auch Werbematerial und Fotos vom Vereinsausflug mitgebracht. Der führte den Chor zum forstwissenschaftlichen Versuchsgarten des Landkreises nach Grafrath.

Ein Korb voller Bio-Äpfel für die Mitglieder des Chores stand am Rande der Proben bereit.

Nicht mit dabei war Dirigent Michael Leyk, der auch Kirchenmusiker von St. Cäcilia ist – er lag mit einer Erkältung im Bett. Nur deswegen habe er am Montag schon wieder die Probe leiten können, gesteht er den Sängern. Dass bei einem schwierigen Werk wie dem Verdi-Requiem jeder Probentag wichtig ist, das ist Leyk wohl bewusst. Zwar habe man das Stück mittlerweile gut im Griff, die Arbeit der vergangenen Monate habe sich doch ausbezahlt. Aber das Requiem sei voller überraschender musikalischer Feinheiten, die man immer wieder gezielt üben müsse.

Erst auflockern vor dem Singen

Bevor die eigentliche Probenarbeit beginnen kann, müssen die Mitglieder noch schuften. 94 Stühle müssen aus dem Lager neben der Aula geholt und aufgebaut werden. Auch das Klavier, das Leyk später meisterhaft bedient, muss bereitgestellt werden – es befindet sich gottlob auf Rädern und kann problemlos vom Lagerraum die paar Meter zur Aula befördert werden.

Wenn dann alles steht und Dirigent Leyk vor seiner Truppe steht, wird immer noch nicht gesungen. Leyk, als studierter Kirchenmusiker mit Schwerpunkt Orchesterleitung, Profi durch und durch, bittet erst zu Auflockerungsübungen, um die Stimmbänder fit zu machen.

Chor singt mit Orchesterbegleitung

Erst nach einer guten Viertelstunde wird’s ernst. Speziell für diesen Probenabend hat sich der musikalische Leiter den Schlussgesang des Requiems ausgesucht „Libera me“. Die großen Emotionen und Stimmungen, die Verdi hier musikalisch aufs Papier brachte, bringt der Konzertchor schon sehr gut rüber. Dennoch lässt es Leyk immer wieder singen und gibt Hinweise für Verbesserungen.

Das Requiem wird oft als „Verdis beste Oper“ bezeichnet. Dazu wird es natürlich erst, wenn der Chor nicht a capella sondern mit Orchester singt. Dafür steht Michael Leyk ein Sinfonieorchester zur Verfügung, das aus Profi- und Nachwuchsmusikern besteht. Auch aus finanziellen Gründen ist es nicht möglich, dass die Instrumentalisten bei den Chorproben dabei sind. Vor der Generalprobe einen Tag vor dem Konzert gibt es deswegen nur eine gemeinsame Übungseinheit am 18. November.

Sänger können immer noch mit einsteigen

Angelika Schuller, im Chorvorstand für Öffentlichkeitsarbeit zuständig und als Sopranistin seit 20 Jahren mit dabei, findet das nicht ganz so schlimm: „Das kennen wir von allen vorherigen großen Aufführungen.“ Das größte Problem stelle dabei immer die Akustik dar, die auf der großen Bühne im Orlandosaal der Stadthalle so ganz anders sei als in der Aula der Kleinfeldschule. Aber auch das werde man meistern.

Interessierte Sängerinnen oder Sänger können übrigens immer noch in die Probenarbeit für das Requiem einsteigen. Musikchef Michael Leyk besteht allerdings darauf, dass sie das Werk schon einmal gesungen haben und versierte Notenleser sind. Die Entscheidung fällt er dann erst nach einem Vorsingen.

Der Konzertchor führt Verdis Messa da Requiem am Sonntag, 24. November, 17 Uhr, im Orlandosaal der Stadthalle auf. Karten gibt es auf www.muenchen-ticket.de.

Carl Orffs „Carmina Burana“ stand auch schon auf dem Spielplan des Konzertchors.

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