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Claudia Roths (Grüne) Besuch  in Germering wurde von Bauernprotesten begleitet.

In Germering

Landwirte protestieren bei Grünen-Veranstaltung

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    Helga Zagermann
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Zahlreiche Landwirte kamen mit ihren Traktoren, als Claudia Roth (Grüne) in Germering sprach. 

Germering - 

Update Montag

Grünen-Ikone Claudia Roth, Vizepräsidentin des Bundestags, hat einen denkwürdigen Auftritt im mit annähernd 100 Besuchern überfüllten Bistro des Hotel Paintner gehabt. Zahlreiche Landwirte waren mit Traktoren zum Frühschoppen mit Roth gekommen. Sie füllten den Gastraum fast zur Hälfte und erreichten dabei vor allem das, was der Germeringer Bauernobmann Werner Kirmair erreichen wollte: Ins Gespräch kommen und Aufmerksamkeit für die Anliegen der Bauern zu bekommen. 

Kreis-Bauernobmann Georg Huber war dazu eigens aus Puchheim gekommen, obwohl er eigentlich krank das Bett hätte hüten müssen, wie er sagte. Er und seine Kollege sorgten dafür, dass das Thema Landwirtschaft in den Mittelpunkt rückte. Schon bei der Begrüßung durch die Germeringer Bundestagsabgeordnete Beate Walter-Rosenheimer war klar, dass der „Auf einen Cappuccino mit Claudia Roth“ getaufte Frühschoppen in eine andere Richtung gehen würde als gedacht. 

Roth wollte eigentlich über aktuelle Entwicklungen der Weltpolitik reden, sagte Walter-Rosenheimer. Aber zur Diskussion mit den Bauern seien sie und die Grünen immer bereit. „Wir sind und bleiben im Gespräch.“ Claudia Roth kam dann auch schnell auf das Thema zu sprechen. Sie sei in einem 5000-Einwohner-Ort im Allgäu aufgewachsen und habe von Klein auf mitbekommen, wie wichtig Landwirte sind: „Mein Papa war Zahnarzt und hat in seiner ländlichen Praxis viele Bauern als Patienten gehabt.“ Wenn er mit Eiern oder mit Milch bezahlt worden sei, habe sie erfahren, dass die Arbeit der Landwirte eine großen Wert hat.

Strukturwandel?

 Den Vorwurf von Bauernobmann Huber, dass die Politik die Landwirte unter Generalverdacht stelle, wollte sie für die Grünen nicht stehen lassen. Sie machte im Gegenzug ein Gesprächsangebot und und versprach, dafür gerne wieder nach Germering zu kommen. Dabei sei klar, dass die Bauern Teil der Lösung und nicht teil des Problems sein müssen. Wichtig sei vor dem Hintergrund der Klimakrise aber auch, dass ein Strukturwandel in der Landwirtschaft stattfinden müsse. Die Produkte der Bauern müssten einen fairen Preis erhalten. Der Wert der Arbeit müsse wieder mehr geschätzt werden. Hier sei in Deutschland viel schief gelaufen in der Vergangenheit. 

Werner Kirmair, bekannte, dass die Landwirte zurzeit mit allen Parteien Probleme haben. Vor allem den jungen Bauern gehe die Sicherheit ab. Er würde deswegen gerne wissen, wie sich die Grünen die Umstrukturierung vorstellen. Claudia Roths Antwort war vor allem, dass man den Dialog aufrecht halten müsse. Sollten die Grünen in der nächsten Bundesregierung vertreten sein, müsse sie aber jetzt schon klar stellen: „Wir werden nie alle Vorstellungen eins zu eins umsetzen können.“ Dazu gehörten auch die Wünsche der Fridays for future-Bewegung. Wichtig sei vor allem eins: „Wir müssen Geduld haben. Auch wenn wir dazu eigentlich keine Zeit haben.“

Das war die Erstmeldung

Die Landwirte aus dem Landkreis haben auch am Sonntag eine Gelegenheit zum Protest genutzt: Grünen-Politikerin Claudia Roth war als Gast des Grünen-Kreisverbandes ins Hotel Paintner nach Germering gekommen – und dort erwarteten sie viele Landwirte mit rund 15 Traktoren, die entlang der Dorfstraße aufgereiht waren. Mit Kreisbauernobmann Georg Huber aus Puchheim an der Spitze machten die Protestierenden darauf aufmerksam, dass die Landwirte ständig an den Pranger gestellt würden. Am Rande der Grünen-Veranstaltung hatte Roth für Huber Zeit. Die Politikerin ging auf den Protest ein und betonte, dass mehr mit den Bauern gesprochen werden müsse.

Zahlreiche Bauern samt Traktoren nutzten den Besuch von Claudia Roth (Grüne) um auf ihre Nöte aufmerksam zu machen.

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