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Christian Ganslmeier (l.) und die edlen Spender: Luisemarie und Joachim Nette unterstützen den Bau eines Hospiz- und Frauenhauses mit 100 000 Euro.

Es kann bald losgehen

Riesenspende für das neue Hospiz

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Die Germeringer Sozialstiftung freut sich über eine großzügige Spende für ihr Vorhaben, ein Hospiz und ein Frauenhaus zu errichten. Die Planungen für das Gebäude befinden sich bereits in der Schlussphase. Schon bald könnte gebaut werden.

Germering – 100 000 Euro sind eine Menge Geld. Dass diese Summe bei der Sozialstiftung gut aufgehoben ist, davon ist der Germeringer Joachim Nette überzeugt. Er ist der Spender des großzügigen Betrags. Seine Frau Luisemarie will im kommenden März noch einmal die gleiche Summe für das Hospiz und das Frauenhaus beitragen. „Unsere Kinder sind versorgt. Lieber kommt das Geld der Allgemeinheit zugute, als nur einigen wenigen. Und so etwas fehlt hier noch“, begründet Joachim Nette seine Spende für das Projekt.

Die Planungen nehmen Gestalt an

Das bestätigt auch Christian Ganslmeier, Vorsitzender der Sozialstiftung und Stadtrat der CSU. Der Bedarf, sowohl an Plätzen im Hospiz als auch im Frauenhaus, sei riesig. Im Vorfeld habe man bei umliegenden Hospizen angefragt, ob sie eine Konkurrenzsituation fürchteten, wenn in Germering ein solches Haus entstehen würde. Das Gegenteil war der Fall. „Wir sind da durch offene Türen gegangen. Jeder war sehr angetan von dem Projekt“, berichtet Ganslmeier.

Die Planungen für den Bau, der in der Unteren Bahnhofstraße 22 entstehen soll, nehmen mittlerweile Gestalt an. In zwei Wochen soll der Bauantrag eingereicht werden. Weil man bei der gesamten Planung eng mit den Behörden zusammengearbeitet hat, ist der Stiftungs-Vorsitzende überzeugt, dass der Antrag nach wenigen Wochen Bearbeitungszeit genehmigt wird.

Wenn alles glatt läuft, könnten schon im Frühjahr 2020 die Bagger anrollen. Wie lange die Arbeiten dauern werden, dazu wollte Ganslmeier keine genaue Prognose abgeben: „Wahrscheinlich um die zwei Jahre.“

Geplant ist ein Veranstaltungsraum für 70 Personen

Die Konzeption des Gebäudes ist in ihrer Art einmalig, betont der Stiftungs-Vorsitzende. In nur einem Bau werden rund 1100 Quadratmeter für das Hospiz, 700 Quadratmeter für das Frauenhaus und 400 Quadratmeter für neun Mitarbeiterwohnungen Platz finden. Die drei Bereiche sind jedoch strikt voneinander getrennt und jeweils durch eigene Eingänge und Treppenhäuser – inklusive Aufzüge – erschlossen. Ein wichtiges Planungsdetail, denn gerade für das Frauenhaus gelten strenge Sicherheitsbestimmungen.

Zur Straße hin ist ein vierstöckiger Riegel geplant. Die Rückseite des Baus soll nur zwei Stockwerke besitzen. Im Erdgeschoss sollen nahe des Eingangsbereichs Büros und Verwaltungsräume entstehen, unter anderem für die Sozialstiftung selbst, die bisher über kein festes Büro verfügt. Dazu ein Veranstaltungsraum für bis zu 70 Personen.

Das Hospiz wird im Erdgeschoss und im ersten Stock zu finden sein, das Frauenhaus im ersten und zweiten Stockwerk. Darüber, in Stockwerk drei, sind die Mitarbeiterwohnungen geplant. In der Summe soll der Bau rund zehn Millionen Euro kosten. Die Hälfte davon müsse man über Bankkredite finanzieren, doch die Geldinstitute hätten bereits ihre Zustimmung signalisiert, so Ganslmeier. Das Grundstück hat die Sozialstiftung geschenkt bekommen. Die übrigen fünf Millionen muss die Stiftung aus Spenden und ihrem eigenen Vermögen aufbringen.

Mitarbeiterwohnungen sollen zu humanen Preisen vermietet werden

Betreiben wird die Stiftung weder Hospiz noch Frauenhaus. „Dazu fehlen uns die Mitarbeiter und das fachliche Wissen“, erklärt Ganslmeier. Die Stiftung vermietet lediglich die Räumlichkeiten. Den Betrieb des Hospizes übernimmt eine gemeinnützige GmbH aus Stadt, Landratsamt und Hospizverein.

Der Verein „Frauen helfen Frauen“ ist für das Frauenhaus verantwortlich. Lediglich die Mietverträge für die Mitarbeiterwohnungen will die Stiftung „zu humanen Preisen“, wie Ganslmeier betont, selbst mit den Mietern abschließen.

Die Spende von Joachim Nette kam da gerade zur rechten Zeit. Es ist zwar noch nicht ein Stein gesetzt, „aber wir haben schon die ersten Rechnungen“, sagt der Stiftungs-Vorsitzende. Architekten und Planer müssen schließlich bezahlt werden. Christian Ganslmeier hofft auf weitere Spenden und Nachahmer, natürlich auch in kleineren Summen. Er ist überzeugt: „Hier ist das Geld gut aufgehoben.“

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