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Die Marienkapelle bei Gut Streiflach war eine der Stationen des Spaziergangs. An dem kleinen Gotteshaus wurde auch gesungen.

Zeit zur Besinnung

Feine Düfte als Begleiter durch die Raunacht

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Es gilt achtsam zu sein, wenn man sich auf den Weg durch die Dunkelheit begibt – achtsam auf den Weg und die Gedanken, zwischen den Jahren. Zum dritten Mal hat die Stadtkirche ein paar Tage nach Weihnachten zum Spaziergang durch die Rauhnacht eingeladen.

Germering – Die zwölf Nächte zwischen Weihnachten und Dreikönig gelten nach alter Überlieferung als Raunächte und zugleich als Symbol für die Zeit aus dem Dunkel des alten in das Licht des neuen Jahres. Es ist mittlerweile eine feste Gemeinde, die sich in Germering trifft, um genau das nachzuempfinden. Rund 30 Frauen und Männer sowie zwei größere Kinder sind es diesmal.

Die Düfte sollen auf die Teilnehmer wirken

Sie lassen sich an vier Stationen einhüllen von verschiedenen Düften, die Pastoralreferent Christian Kube mitgebracht hat und aus einer Räucherpfanne entströmen lässt: Lavendel, Wacholder, die Alantwurzeln und am Ende des Weges Weihrauch. In ein paar Sätzen wird erklärt, woher sie stammen und dass sie eine beruhigende, reinigende oder aufmunternde Wirkung entfalten. „Nehmen Sie eine Prise davon, atmen Sie ein“, fordert der Pastoralrefernt immer wieder auf. „Wir alle schätzen nämlich gute Düfte“, sagt Kube und lässt ein paar sehr weltliche Beispiele einfließen. „Duftkissen, Duftkerzen, Parfums sollen eine besondere und persönliche Note vermitteln.“ Genauso würden kulinarische Genüsse dazu gehören – etwa der Duft, den das Weihnachtsessen verströmt oder wenn Plätzchen gebacken werden.

Mit der Räucherpfanne wurden die verschiedenen Düfte vermittelt.

Manche der Teilnehmer kommen ins Schmunzeln. Das zieht ein wenig die Kälte aus den Gliedern und es macht den Weg frei für Gedanken, in denen das alte Jahr mit all seinen Ereignissen Platz hat. Aber es findet sich gleichzeitig Raum für einen Ausblick auf 2020: „Welche Wünsche und Sehnsüchte wird es uns erfüllen, welches Bangen wird es uns bringen?“, so Kube. Es soll vermitteln, welche Chancen ein neues Jahr bietet, aber auch, dass man ihm bewusst entgegensteuern soll. Der Weihrauch, der in den Nachthimmel um Germering aufsteigt, soll die Anliegen zum Himmel aufsteigen lassen. „Wie unsere Gebete zu Gott“, sagt Kube noch.

Geborgenheit trotz Minustemperaturen

Bei der Wanderung gab es auch Helfer, die den Spaziergang durch die Rauhnacht begleiten, obwohl sie selbst gar nicht daran teilnahmen. Eine Germeringer Bürgerin, die regelmäßig in liebevoller Weise für den Blumenschmuck der in neugotischem Stil errichteten und 2019 frisch sanierten Marienkapelle sorgt, hat einige Kerzen in dem kleinen Raum aufgestellt. „Damit das Licht die Menschen begleitet“, lässt sie über Kube mitteilen. Trotz der Temperaturen knapp im Minusbereich lässt das ein Gefühl von Geborgenheit entstehen, von der Anteilnahme am Weg, den die Mitmenschen gehen.

Weihrauch wird entzündet. Der Nachwuchs darf mitmachen.

Organisiert wurde der Spaziergang von der Initiativgruppe „Neue Wege – Kirche einmal anders“. Der Ausflug soll Symbol sein für die Zeit aus dem Dunkel des alten in das Licht des neuen Jahres. Die guten Wünsche dafür drückt Kube so aus: „So seien alle Menschen gesegnet, die uns am Herzen liegen“

Etwas lebendiger geht es auf der Vorsilvester-Party auf dem Platz vor der Stadthalle zu. In St. Jakob wurde auch schon reichlich gesungen.

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