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Bei der Lesenacht hat Lena Christiansen (M.) die Kinder mit dem Comic „Zu nett für diese Welt“ gefesselt.

Lesenacht in der Stadtbibliothek

Comics schmökern im Schlafsack

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Die Lesenacht der Stadtbibliothek ist schon immer fester Bestandteil des Ferienprogramms. In diesem Jahr schlug ein gutes Dutzend Kinder mit Schlafsäcken sein Lager in der Bibliothek auf und hatte viel Spaß beim Themenschwerpunkt Comics.

Germering – „Kinder interessiert das Thema Comics immer“, freute sich Lena Christiansen. Sie führte heuer vertretungsweise durch die Lesenacht und hatte im Vorfeld mit den anderen Mitarbeitern für die passende Dekoration gesorgt. Wie an einer Wäscheleine zogen sich Seiten aus Comic-Heften das ganze Untergeschoss der Bibliothek hindurch.

Für die Vorleserunde hat sich Christiansen ein neues Werk ausgesucht: „Ruperts Tagebuch – zu nett für diese Welt“ von Jeff Kinney. Rupert hat dort eigentlich seinen Freund Greg beauftragt, seine Biografie zu schreiben. Doch Greg erzählt viel lieber von seinem Leben.

Kinder nutzen sowohl Bücher als auch Smartphones und Tablets

Lena Christiansen ermunterte die Kinder immer wieder zum Mitmachen und auch zum aufmerksamen Zuhören. „Es ist nicht so, dass die Kinder keine Bücher mehr mögen“, räumt die Mitarbeiterin mit dem Vorurteil auf, Kinder würden sich nur noch mit Tablets oder Smartphones beschäftigen. „Sie nutzen schon beide Medien“, sagte Christiansen.

Das bewies auch die Lese-nacht. Neben dem ganz normalen Lesen kam auch das Tablet zum Einsatz – zum Beispiel beim Quiz um Zitate von Comicfiguren, das das Bibliotheksteam an einer von fünf Stationen vorbereitet hat. Sportlich wurde es dann beim Hinkelsteinwurf mit Kissen. Doch zunächst war bei der Vorstellungsrunde, die bei der Lesenacht immer am Anfang steht, Konzentration angesagt. Jedes Kind musste seinen Namen nennen, eine Eigenschaft mit dem gleichen Anfangsbuchstaben angeben und sich auch noch merken, was die Mädchen oder Jungen zuvor gesagt haben. So blieben der „jubelnde Johannes“ oder der „prächtige Pascal“ gut im Gedächtnis. Einige trugen die am Ende recht lange Reihe von Namen flüssig vor. Am wichtigsten, so Christiansen, sei aber, dass sich die Teilnehmer kennenlernen und gute Laune bekommen.

Manche Kinder hielten sogar bis fünf Uhr früh durch

Bis etwa 24 Uhr dauerte das Programm, in dem immer wieder Pausen eingestreut wurden. „Danach können die Kinder ihre Zeit selbst gestalten“, erklärte die Bibliothekarin. Während sich einige sofort in den Schlafsack legten und die Augen schlossen, schmökerten andere mit der Taschenlampe noch bis weit nach Mitternacht. „Ich habe mir sagen lassen, dass der Rekord bei fünf Uhr früh liegt“, erzählte Christiansen.

Bei allem notwendigen Durchhaltevermögen bleibt die Lesenacht auch für die Helfer der Bibliothek etwas Besonderes. „Sie ist auch für uns ein Höhepunkt. Man kann da im Team sehr kreativ sein“, erklärte Leiterin Christine Förster-Grüber. Jedes Jahr werde das Thema geändert, eingeschlossen die dazu passende Dekoration. Die wird von den Mitarbeitern teilweise sogar in der Freizeit gebastelt. In der umfangreichen Vorplanung steckt Förster-Grüber zufolge viel Routine drin, aber auch viel Engagement.

Hier finden Sie den Bericht über die Lesenacht im vergangenen Jahr. Und hier gibt es ein Porträt der Vorleserinnen in der Stadtbibliothek. 

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