Noch ist das Kreuzlinger Feld eine freie Grünfläche, die der jahreszeitgemäß von den Landwirten unterschiedlich genutzt wird. Wo vor kurzem noch Blumen verkauft wurden, werden jetzt Kürbisse angeboten.
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Noch ist das Kreuzlinger Feld eine freie Grünfläche, die der jahreszeitgemäß von den Landwirten unterschiedlich genutzt wird. Wo vor kurzem noch Blumen verkauft wurden, werden jetzt Kürbisse angeboten.

Aus dem Planungs- und Bauausschuss

Bebauung am Kreuzlinger Feld nimmt die nächste Hürde

  • Klaus Greif
    VonKlaus Greif
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Die Bebauung des Kreuzlinger Felds ist einen großen Schritt näher gekommen. Der Planungs- und Bauausschuss empfahl dem Stadtrat mit 8:6 Stimmen, den Bebauungsplan zu billigen. Vor dem endgültigen Satzungsbeschluss, der Baurecht schafft, fehlt dann nur noch die öffentliche Auslegung.

Germering – Das Kreuzlinger Feld liegt zwischen der Bahnlinie im Norden, der Alfons-Baumannstraße im Süden dem Starnberger Weg im Westen und der Kreuzlinger Straße im Osten. Es ist eine der letzten größeren unbebauten Flächen im Stadtgebiet. Das wird sich bald ändern. Der Stadtrat hat im Januar beschlossen, einen Bebauungsplan aufzustellen, der rund 750 Wohnungen für etwa 1000 Bewohner, eine Schule, eine Kita und einen Supermarkt vorsieht.

Im Rahmen des Verfahrens sind in der Vorwoche vom Bauausschuss die eingegangenen Stellungnahmen der Behörden behandelt worden. In einer Fortsetzung der Sitzung wurden jetzt wieder im Orlandosaal der Stadthalle die Einwendungen der Bürger abgehandelt. Insgesamt 83 Stellungnahmen waren bei der Stadt eingegangen, die sich aber inhaltlich nur unwesentlich unterschieden. Die Kritik der Germeringer richtete sich dabei vor allem gegen die aus ihrer Sicht zu massive Bebauung und eine deswegen befürchtete starke Verkehrsbelastung.

In rund zwei Stunden wurden die Themenkomplexe jetzt abgehandelt. Am Ende gab es das gleiche Ergebnis wie im ersten Teil des Ausschusses: Sieben Stadträte von CSU und FWG sowie OBH Andreas Haas (CSU) stimmten dem Bebauungsplan, die sechs Vertreter von Grünen, SPD und ÖDP waren dagegen.

Reduzierung der Versiegelung soll geprüft werden

Wie schon in der vergangenen Wochen standen die Bereiche der Versiegelung, der Durchlüftung und des vekehrs im Mittelpunkt. Stadtbaumeister Jürgen Thum erklärte, dass die Reduzierung der Versiegelung von ursprünglich 90 auf jetzt 70 Prozent weiter geprüft werde. Er gab aber zu verstehen, dass bei dieser Berechnung auch nicht asphaltierte Flächen als versiegelt eingestuft werden. Der Versiegelungsgrad durch die Baukörper liege nur bei 40 Prozent.

Die so genannte Promenade, die das Gebiet von Ost nach West durchschneidet, soll ebenso nicht unterbaut werden wie die Innenhöfe. Eine Ausnahme ist laut Thum nur möglich, wenn die unter dem Areal liegenden zwei Tiefgaragen aus irgend einem Grund an einer Stelle verbunden werden müssten. Geplant sei das aber nicht.

Die Nicht-Unterbauung vor allem der Innenhöfe hat laut Landschaftsplaner Michel Hinnenthal einen nicht zu unterschätzenden Effekt. Das Mikroklima des Gebiets werde so entscheidend verbessert. Das sei wichtiger als die Beachtung von Windgutachten.

Die Verkehrsplaner vom Büro Modus erklärten, dass das künftige Wohngebiet auch nach dem Vollausbau zu keiner Verkehrsüberlastung führe. Der einzige kritische Punkt sei der Knotenpunkt Starnberger Weg/Landsberger Straße.

SPD fordern Mehrgenerationen-Wohnmodell

Bei den einzelnen Punkten gab es immer Anregung und Fragen vor allem seitens der SPD und der Grünen. Der SPD scheint demnach wichtig zu sein, dass bei der Umsetzung der Pläne vom Investor die Realisierung eines Mehrgenerationen-Wohnmodell gefordert wird. Auch die öffentliche Zugänglichkeit der Innenhöfe müsse gewährleistet sein. Beiden Themen steht der Allinger Bauträger und investor Thomas Vilgertshofer wohlwollend gegenüber.

Germeringer bekommen die Wohnungen zum Vorzugspreis

Der Allinger Investor Thomas Vilgertshofer, der mit Mario Schmölz als Geschäftsführer der Vilgertshofer Wohnbau GmbH & Co das Kreuzlinger Feld plant, fühlt sich seiner Heimat verpflichtet: „ Ich bin hier aufgewachsen und zur Realschule gegangen. Meine Kinder sind hier zur Schule gegangen.“ Er möchte auch sicherstellen, dass am Kreuzlinger Feld vor allem auch Germeringer eine Wohnung kaufen können. Er und Schmölz kündigen deswegen an: Alle Germeringer können sich sechs Wochen vor dem offiziellen Verkaufsstart exklusiv eine Wohnung aussuchen. Außerdem erhalten alle, die schon mindestens 18 Jahre in Germering leben, zwei Prozent Nachlass auf den Kaufpreis. Vormerkungen sind jetzt schon möglich per E-Mail an info@kreuzlinger-feld.de oder telefonisch unter (0 81 41) 82 79 20.

Vilgertshofer und Schmölz wollen im Kreuzlinger Feld für die Zukunft bauen. Ziel sei ein Wohnquartier, indem auch für die Umgebung Angebote entstehen, die bisher gefehlt haben. Sie denken dabei nicht nur an den geplanten Supermarkt. Im Bereich gegenüber des TSV-Sportzentrums könnten ein Café und ein Restaurant, aber auch eine Kinderarztpraxis entstehen.

Wichtig sei auch, dass das neue Wohngebiet im Innern an der Oberfläche nahezu komplett autofrei sein wird. Den ruhenden Autoverkehr der Bewohner nehmen unterirdische Tiefgaragen auf, die überwiegend von Norden von der neuen Straße entlang der Bahn und von Süden über die dann erweiterte Alfons-Baumann-Straße angefahren werden. In Gesprächen mit den Stadtwerken und Strom Germering habe man auch schon ausgelotet, dass am Rande des Wohnquartiers eine Mobiliätsstation mit Car-Sharing-Angeboten auch für E-Autos entstehen kann.

Bis die ersten Wohnungen fertig sind, wird es aber noch etwas dauern. Thomas Vilgertshofer geht davon aus, dass nächstes Jahr mit dem Bau begonnen werden kann. Bis alles fertig ist, könne es aber bis zu fünf Jahre dauern.

In die Wege geleitet wurde nicht nur der Bebauungsplan für die Wohnbebauung, auch der des Sondergebietes mit Kitas, Schule und Supermarkt wurde mit 8:6 Stimmen befürwortet. Die Betreuungseinrichtungen sollen zeitgleich mit den Wohnungen realisiert werden.

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