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Die Stadtbibliothek wird immer mehr zu einem Aufenthaltsort mit kulturellen Angeboten von Ausstellungen über Lesungen bis hin zu Konzerten.

Aus dem Jahresbericht

Von der Bücher-Tankstelle zum Treffpunkt - Die Germeringer Bibliothek geht mit der Zeit

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Die Stadtbibliothek entfernt sich immer mehr von einer reinen Ausleihstation für Bücher. Der Wandel zu einem Lern- und Aufenthaltsort sowie zu einem kulturellen Treffpunkt setzt sich fort.

Germering – Die Zahl der analogen Medien – dazu zählen neben den Büchern auch CDs, DVDs, Software und Brettspiele – der Stadtbibliothek liegt seit Jahren relativ konstant bei rund 53 000. Hinzu kommen digitale Medieneinheiten wie E-Books. Die Verleihzahlen der analogen Medien, also vor allem der Bücher, ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken. Im Jahr 2014 wurden hier 261 891 Entleihungen registriert, 2018 waren es nur noch 236 207. Bei den digitalen Medien ging die Entwicklung dagegen nach oben: von 10 572 Entleihungen im Jahr 2014 auf mittlerweile 22 500.

Diese Zahlen sind dem Jahresbericht von Bibliotheksleiterin Christine Förster-Grüber zu entnehmen, der im Hauptausschuss des Stadtrates vorgestellt wurde. Förster-Grüber stellt dabei auch fest, dass beispielsweise Hörbücher für Kinder und Jugendliche im Vorjahr sehr intensiv genutzt worden seien. Musik-CDs sind dagegen in der Gunst der Bibliotheksnutzer stark gesunken. Dies liegt Förster-Grüber zufolge an der veränderten Nutzung durch Streaming-Dienste.

Sprachkurse erfreuen sich weiter großer Beliebtheit

Weiter hoch im Kurs stehen laut dem Bericht die seit 2017 angebotenen E-Learning-Sprachkurse für Deutsch als Fremdsprache, Englisch, Italienisch, Spanisch und Französisch. Auch der Verleih von Brettspielen und DVDs ist ungebrochen hoch.

Der gesellschaftliche Rahmen und die Anforderungen, die an Bibliotheken gestellt werden, haben sich laut Förster-Grüber seit mehreren Jahren verändert. Früher galten sie als eine Art Medien-Tankstelle, die sich über Bereitstellung und Entleihung von Büchern definierten. Jetzt funktioniere eine Bibliothek als Lern- und Aufenthaltsort für die Nutzung von Medien vor Ort und als Anbieter eines differenzierten multimedialen Medienbestandes. Die Vermittlerin von relevanten Informationen für Ausbildung, Beruf und Freizeit seien ebenso wichtig wie die Tatsache, dass Bibliotheken kulturelle, literarische Live-Veranstaltungen anbieten.

Bibliothek wird zum Kommunikations- und Integrationsort

Die Bibliothek der Zukunft sei zudem ein Kommunikations- und Integrationsort für alle Teile der Bevölkerung. Der Medienbestand werde zwar weiterhin eine große Bedeutung haben, so Förster-Grüber. Allerdings werde man sich zukünftig durch eine schrittweise Neukonzeption den Veränderungen anpassen. Das Bibliotheks-Team habe schon beschlossen, nicht ausreichend genutzte Bestände schrittweise zu reduzieren und stattdessen neue Lern- und Aufenthaltsbereiche zu schaffen.

Zur Zeit wird ein Konzept erstellt, das auch auf internen Statistiken zur Mediennutzung beruht. Zudem sind Angebote für Schüler wie das „Late Night Learning“ angedacht. Darunter versteht man die Öffnung der Bibliothek vor Abschlussprüfungen, um Jugendlichen einen adäquaten Lernort anzubieten.

Neue Möbel werten das Haus weiter auf

Um das Haus als Aufenthaltsort weiter aufzuwerten, bekommt das vor sechs Jahren 2013 renovierte Stockwerk E1 neue Möbel, die zum Verweilen einladen. Angedacht ist laut Förster-Grüber ein neues Raumkonzept, in dem die Regale nicht mehr in Reihe gestellt werden. Stattdessen sollen Plätze zum Lesen und Verweilen definiert werden. Die bestehende Möblierung soll um attraktive bequeme Sitzmöglichkeiten und moderne Präsentationsmöbel ergänzt werden. Dazu wurde bei der Staatsregierung ein Zuschuss beantragt, der voraussichtlich positiv beschieden wird.

Nach den Sommerferien muss die Stadtbibliothek übrigens für zwölf Tage vom 16. bis zum 28. September geschlossen werden. Grund ist ein notwendiger Umbau der gesamten IT-Struktur der Einrichtung.

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