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Beim Fotoshooting für den Kalender zeigten die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Germering vollen Körpereinsatz. 

Verkaufserlöse für einen bestimmten Zweck 

Viel Haut und Hundewelpen: Feuerwehr Germering geht mit ungewöhnlichem Kalender neue Wege

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Die Sonne strahlt auf den Hof der Freiwilligen Feuerwehr Germering. Beste Bedingungen für das Kalender-Fotoshooting nach amerikanischem Vorbild – mit viel Haut. 

Germering – Luft anhalten. Muskeln anspannen. In der Pose verharren. Und dann endlich das erlösende „Wonderful“ der Fotografin. Das Foto ist im Kasten. So lief es den ganzen Tag ab. Das Gelände der Germeringer Feuerwehr wurde zum Foto-Set. Nach dem Vorbild aus den USA gibt es jetzt bald einen Feuerwehr-Kalender mit jeder Menge nackter Haut und süßen Tieren.

Ganz ruhig sitzt Thomas Deimel da, während die Maskenbildnerin mit einem Pinsel auf seinem nackten Oberkörper falsche Rußflecken verteilt. Gleich ist sein Einsatz. Mit zwei Kollegen wird er sich vor ein Löschfahrzeug setzen und sich in der Sonne von einem fiktiven Einsatz erholen. Das Set steht, und neben der Fotografin Claudia Köppel aus Weiden und ihren Assistenten springen Familienmitglieder, Freunde und neugierige Kollegen auf dem Hof an der Augsburger Straße herum.

Einer von ihnen ist Vereins-Chef Stefan Heyne. Er hat das Shooting organisiert, das eigentlich aus einer Laune heraus geboren wurde. Häufig haben die Jungs gescherzt, man könne doch mal einen Kalender machen, erzählt Heyne. „Und ich hab dann aus Spaß Ernst gemacht.“

Fotoshooting für den Feuerwehr-Kalender.

Feuerwehr Germering geht mit ungewöhnlichem Kalender neue Wege: 30 Mann wirken mit 

Freiwillige zu finden war nicht schwer, meint Heyne. 30 Mann waren am Ende am Shooting beteiligt. 14 Bilder – zwölf Monate plus Cover und Rücken – sind entstanden. Alles fein getaktet von der professionellen Fotografin. Claudia Köppel kennt sich mit Kalender-Shootings aus. Die Weidener Eishockeymannschaft Blue Devils wurde schon von ihr abgelichtet. „Ohne Plan braucht man an sowas nicht ran gehen“, weiß sie.

Nächstes Set. Ein rot-weiß-gestreifter Verkehrssicherungsanhänger mit Richtungspfeil sperrt den Bärenweg gegenüber der Feuerwache ab. Davor regelt ein junger Kollege – obenrum nur mit einer orangenen Warnweste bekleidet – den imaginären Verkehr.

Im Hintergrund steht Zugführer Ludwig Deimel, der große Bruder von Thomas. Seine Bilder werden erst später gemacht. Er freut sich über die Aktion. „Das ist mal eine Abwechslung zu den vielen Einsätzen in diesem Jahr.“ Über 500 hatten sie heuer bereits – vor allem wegen des Hagelsturms an Pfingsten. „Solche Aktionen zwischendrin sind wichtig zur Stärkung der Kameradschaft“, meint Deimel.

Simulierte Hunde-Rettung

Der Zugführer zählt mit seinen 35 Jahren zu den älteren Models. Der Älteste ist 41 Jahre alt. Fit sind sie aber alle. „Man sollte immer trainiert sein, vor allem wenn man auf Einsätze fährt“, sagt Deimel. Und genau deswegen gibt es den Kalender.

Freizügiger Feuerwehr-Kalender: Erlöse fließen in den Fitnessraum der Feuerwehr Germering

„Wir wollen die Erlöse für den Verkauf in unseren Fitnessraum stecken“, erklärt Heyne. 9,95 Euro wird ein Kalender mit den Hochglanz-Schwarz-Weiß-Bildern kosten. Zu kaufen gibt es ihn dann in der Buchhandlung LeseZeichen und auf der Homepage der Feuerwehr. „Wir denken aber schon weiter“, sagt Heyne. Der Kalender soll auch als Beispiel für Verlage dienen, sodass man im nächsten Jahr vielleicht eine noch größere Käuferschicht erreichen kann.

Zurück auf dem Hof. Ein kleiner Schuppen – voll gestellt mit Gasflaschen – wird mit einer Nebelmaschine eingedampft. Aus dem Inneren stürmt Timo Amey heraus, unter jedem Arm ein kleiner zehn Wochen alter Hundewelpe. Natürlich trägt Amey neben seiner Sauerstoffflasche nur ein spärlich abdeckendes, weißes Unterhemd. Bei solchen Motiven wird sicherlich so viel Geld verdient, dass aus dem Fitnessraum gleich ein ganzes Fitnessstudio wird.

Vor ganz anderen Herausforderungen stehen derweil die Feuerwehren in Dachau und Oberbayern: Das Arbeiten mit E-Autos bringt viele Gefahren mit sich. Eine weitere Mammutaufgabe ist der öffentliche Nahverkehr in Germering: Die U-Bahn nach Germering wird wohl ein Projekt der nächsten Generation werden. 

Thema in Germering war jüngst außerdem ein Rauch-Pavillon. Der Streit zwischen Rauchern und Nichtrauchern ging bis vor Gericht.

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