Die 858er-Linie, der über den Stachus bis zum GEP fährt, wird künftig mit etwas größeren Fahrzeugen ausgestattet. Die Mini-Busse (Foto) werden völlig aufgegeben.
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Die 858er-Linie, der über den Stachus bis zum GEP fährt, wird künftig mit etwas größeren Fahrzeugen ausgestattet. Die Mini-Busse (Foto) werden völlig aufgegeben.

Germering

Neue Angebote und Verbesserungen: Das Busnetz wird noch dichter gestrickt

  • Klaus Greif
    vonKlaus Greif
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Das innerstädtische Busnetz wird zum Dezember 2021 optimiert. Ab dann soll das gesamte Stadtgebiet mit allen wichtigen Punkten mit dem Bus erreichbar sein. Auch die überörtlichen Anbindungen werden verbessert – erstmals fahren auch Busse nach Freiham.

Germering – Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) ist Sache des Landkreises. Der übernimmt auch die Betriebskosten für die überörtlichen Linien. Die Stadt muss lediglich für das Defizit der innerörtlichen Linien aufkommen. Aber auch das sind zurzeit rund 1,2 Millionen Euro im Jahr. Bei dieser Summe wird es wohl in den nächsten Jahren bleiben – auch wenn das Bus-System im Stadtgebiet optimiert wird. Das erklärte der Leiter der ÖPNV-Stabsstelle im Landratsamt, Hermann Seifert, jetzt im Werkausschuss. Grund: Weil einige der aktuellen innerstädtischen Linien überörtlich ausgeweitet werden, muss die Stadt für diese künftig weniger zahlen. Damit können Mehrausgaben für neue und erweiterte Linienführungen im Stadtgebiet ausgeglichen werden.

Alternative Antriebe

Die neuen Linieneinführungen müssen jetzt schon beschlossen werden, weil sie ausgeschrieben werden müssen. Nur so kann das neue Netz zum Dezember 2021 eingeführt werden. Die Umstellung der Fahrzeuge auf alternative Antriebsarten wird laut Seifert mit der Ausschreibung ebenfalls schon in Angriff genommen. Es werde sich zunächst aber nur um den Einsatz von Hybrid-Bussen handeln. Der Wechsel zu reinen E- und Wasserstoff-Fahrzeugen werde ab 2024 nach und nach umgesetzt und soll 2030 beendet sein.

Überörtliche Linien

Bei den überörtlichen Linien, die komplett vom Landkreis bezahlt werden, gibt es ab Dezember 2021 zwei völlig neue Angebote. Der 860er-Bus fährt von Olching aus über Eichenau und Germering nach Freiham. Laut Seifert ist dies eine echte Tangentiallinie, die drei S-Bahnen und vier Bahnhöfe anbindet.

Der neue 157er-Bus ersetzt die Linie 856. Er bindet die Kerschensteiner Siedlung ans GEP an und fährt dann weiter nach Freiham und Pasing.

Die Linie 260, die den Bahnhof Germering mit der U--Bahn in Fürstenried verbindet, wird ohne Änderungen weiter geführt. Und der Express-Bus über Puchheim nach Fürstenfeldbruck ändert lediglich seine Kennziffer: Statt X 845 heißt er dann X 850.

Städtische Linien

Innerorts gibt es ab Dezember 2021 neben geänderten Routen auch eine ganz neue Linie: Der 859er-Bus fährt dann vom Freibad aus über den Volksfestplatz und die Hartstraße zur Südseite des Bahnhofs Harthaus. Auf dem Rückweg ändert er ab dem Freibad seinen Namen und fährt als 858er-Bus über das GEP zum Wohngebiet Kriemhildenstraße.

Der 851er-Bus, der die Kriemhildenstraße bisher angefahren hat, fährt ab dem Jahr 2021 von der Alfons-Baumannstraße über den Stachus, Wittelsbacher und Münchner Straße zum Bahnhof Harthaus. Den Schwenk in die Kriemhildenstraße lässt der Bus dann aus.

Die Linie 857, die das Altdorf Germering zurzeit an beide Bahnhöfe anbindet, endet künftig am GEP – Harthaus wird nicht mehr angefahren.

Betriebszeiten

Die Busse sollen wie bisher von Montag bis Samstag im 20-Minuten-Takt ab 5.30 Uhr bis 22.30 Uhr fahren. Bis auf wenige Ausnahmen wird auch sonntags gefahren. Das Freibad oder Polariom können so auch am Sonntag von 8.30 bis 18.30 Uhr mit dem Bus erreicht werden.

Kleinere Busse

Der Landkreis setzt künftig bei den innerstädtischen Bussen in der Regel nur noch so genante Midi-Busse ein. Die ganz kleinen Mini-Busse, die zurzeit beispielsweise über den Stachus zum GEP fahren, werden gar nicht mehr benutzt. Sie sind nicht mehr zeitgemäß, erklärte Seifert. Das größte Problem sei, dass ein Rollstuhlfahrer ausreiche, um den Einstieg zu blockieren. Midi-Busse sind mit zehn Metern drei Meter länger als die Mini-Varianten, aber zwei Meter kürzer als die ausladenden großen Fahrzeuge. Mit ihnen kann laut Seifert auch die derzeit problematische Anbindung der Kriemhildenstraße entschärft werden.

Busfahrer vorhanden

Die Corona-Krise hat den ÖPNV zwar hart getroffen. Laut Seifert liegt die Auslastung der Busse nur noch bei 60 Prozent des Vor-Pandemie-Levels. Die Krise hat aber auch eine unerwartete positive Auswirkung. Das Problem der fehlenden Busfahrer, das bis Ende des Jahres 2019 eines der drängendsten im ÖPNV-System gewesen ist, gibt es nicht mehr. Seifert antwortete auf einen entsprechende Frage von Johannes Landendinger (SPD), dass es seit Beginn der Krise zahlreiche Quereinsteiger gebe, die im MVV-Busnetz unterkommen wollen. Oft kommen die Bewerber aus Busunternehmen, die ihren Betrieb nicht so aufrechthalten hätten wie der Verkehrsverbund im Großraum München.

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