Die Versorgung mit (Seelen-)Nahrung war zum Abitur-Auftakt in jedem Fall sichergestellt: Die Elternbeiratsvorsitzenden Michaela Wienke (l.) und Ea Kuchler emfingen die Schüler mit einem reichhaltigen Angebot an Bananen, Müsliriegeln und Getränken. Andrija Vucsanovic nahm das Angebot wie viele andere dankbar an. Für die Prüfung musste er in eins der 14 Klassenzimmer gehen – die Abstände waren immer gewahrt.

Germering

Corona-Abitur mit Bananen und Abstand

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Abitur im Zeichen der Corona-Krise: Wer am Tag der ersten Großprüfung im Pflichtfach Deutsch das Max-Born-Gymnasiums besuchte, konnte widersprüchliche Eindrücke einsammeln.

Germering –  Da war zum einen eine für eine Schule fast unwirkliche Ruhe beim Betreten des Hauses. Die überall angebrachten Hinweise auf die Maskenpflicht und andere Hygienevorgaben, die ausschließlich mit Gesichtsschutz herumeilenden Schüler und Lehrer und der Desinfektionsstand am Pausenkiosk verstärkten diese Stimmung dieser ungewohnten Atmosphäre.

Da war zum anderen aber auch ein riesiges Begrüßungsbanner an der Schulfront, das den Abiturienten viel Glück wünschte, ein Willkommensstand im zweiten Stock, an dem die Elternbeiratsvorsitzenden Michaela Wienke und Eva Kuchler allen Prüflingen kostenlos Bananen, Müsliriegel und Wasser anboten und jedem einzelnen der 144 Abiturienten Mut zusprachen. Und da waren vor allem die Schüler, die sich überwiegend entspannt und ruhig ihren Weg in die einzelnen Prüfungszimmer suchten.

Die Vorarbeiten waren immens

Das gesamte zweite Obergeschoss war für die Prüflinge reserviert. Schulleiter Robert Christoph, auch er wünschte jedem einzeln Glück, erklärte, dass in 14 Räumen für je zehn Schüler Arbeitsplätze eingerichtet wurden – so konnten die Abstandsregeln am besten gewährleistet werden. Im Zimmer selbst durften die Schüler ihre Masken abnehmen.

Die Vorarbeiten zum Prüfungstag waren Christoph zufolge enorm. Am Tag selbst sei auch jeder einzelne Lehrer auf die eine oder andere Art im Einsatz – zusätzlich zu den Kollegen, die den wieder angelaufenen Unterricht halten mussten. Vor allem die Zahl des Aufsichtspersonals war im Vergleich zum gewohnten Abitur deutlich höher. In den Gängen musste alle paar Meter ein Lehrer stationiert werden, der den ordnungsgemäßen Ablauf sicherstellte. Und der Anwesenheitscheck erforderte ein Durchlaufen aller 14 Räume.

Ohne Blaupause - das geht auch mal

„Es ist jetzt mein 13. Abitur als Direktor. So etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagte Robert Christoph, als um Punkt 8 Uhr die Lehrer in den Prüfungsräumen die Aufgaben verteilten. Trotz dieser widrigen Umstände war er aber auch der Meinung, dass das Abitur ordnungsgemäß über die Bühne laufe. Das Kultusministerium aber auch jede einzelne Schule hätten seiner Meinung nach hier sehr gute Arbeit geleistet. „Wenn man bedenkt, dass es dafür keine Blaupause gibt, läuft es hervorragend.“

Er glaube auch nicht, dass die Schüler wegen der Umstände groß benachteiligt seien. Ein Bonus für das Corona-Abitur sei deswegen nicht notwendig – auch weil dies ungerecht sei gegenüber dem Vorgängerjahrgang.

Am Dienstag ist Mathe an der Reihe

Das Deutsch-Abitur war die erste von drei Pflichtprüfungen für die bayerischen Gymnasiasten. Nächste Woche geht es am Dienstag mit dem Mathe-Abi weiter. Und vor dem, das kennen die Elternbeiräte nach drei Jahren Aufmunterung am Versorgungsstand, haben die Jugendlichen deutlich mehr Bammel als vor Deutsch: „Am ersten Tag ist es noch am entspanntesten“, erzählt Michaela Wienke. Am Freitag vor den Pfingstferien folgt das letzte, frei gewählte Fach. Und dann heißt es warten auf den Tag der Zeugnisverleihung. Wie diese Zeremonie, die das MBG normalerweise in der Stadthalle feiert, in diesem Jahr abläuft, ist noch völlig unklar. Schulleiter Christoph verspricht aber: „Wir lassen uns was einfallen. Dass die Schüler die Zeugnisse nur abholen dürfen, geht gar nicht.“

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