eBooks direkt aufs eigene Gerät laden: Diesen Service möchte die Gemeindebücherei Au unter anderem bieten. Foto: DPA
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Halbjahresbericht

Corona: Bibliothek steigert E-Book-Verleih

  • Klaus Greif
    vonKlaus Greif
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Die Stadtbibliothek muss als budgetierte Einrichtung regelmäßig Halbjahresberichte über die Entwicklung der Einrichtung liefern.

Germering – Die umfangreiche Auflistung über den Verlauf des ersten Halbjahres 2020, die im Hauptausschuss präsentiert wurde, stand ganz im Zeichen der Pandemie – die Bibliothek war vom 16. März bis 11. Mai komplett geschlossen und fuhr erst dann schrittweise wieder den Betrieb hoch.

Der aktuelle Lockdown-Light betrifft das Haus jetzt zwar nicht, Bibliotheken dürfen weiter offen bleiben. Aber dem im Juli geschriebenen Halbjahresbericht ist zu entnehmen, dass die Bücherei eigentlich schon die letzte von vier vorgegebenen Stufen eingeplant hatte – die Rückkehr zum Betrieb mit vollem Service inklusive Lesecafé, Veranstaltungen, Projekten sowie Aktionen der Lese- und Medienpädagogik. Darauf wird man angesichts der aktuellen Entwicklungen noch länger warten müssen.

Die achtwöchige Schließung zu Beginn der pandemie schlägt sich natürlich in der Statistik der Entleihungen nieder. Während in normalen Jahren von Januar bis Ende Juni immer über 120 000 Bücher und andere Medien konventionelle ausgeliehen wurden, waren es heuer nur rund 93 000. Demgegenüber hat sich die Zahl der digitalen Entleihungen von rund 12 100 im Vorjahr auf jetzt knapp 16 500 erhöht.

Auch die Zahl der Anmeldungen von neuen Nutzern ist wegen der Schließung kräftig von 528 im Vorjahr auf jetzt 346 deutlich gesunken. Als Ursache nennt die Bibliothek die Tatsache, dass Anmeldungen im Normalfall persönlich während der öffnungszeiten an der Service-theke erfolgen – was ab März nicht mehr möglich war. Die während der Schließung angebotene Möglichkeit einer Online-Anmeldung wurde nur von elf Interessenten genutzt.

Praktikumsplätze

Die Pandemie hat auch erhebliche Auswirkungen auf das übliche Angebot von Praktikumsplätzen der Bibliothek für Schüler oder Auszubildende gehabt. Fünf Praktika waren geplant, aber nur zwei konnten absolviert werden – noch vor der Schließung. Die übrigen Praktika wurden von den Schulen abgesagt.

Die Schließzeit wurde zudem vom Bibliotheksteam genutzt, um Überstunden oder nicht genommene Urlaub aus dem Vorjahr abzubauen. Im Schnitt war das Team aber zu 70 Prozent besetzt und unter anderem mit Telefon-Service, E-Mail-Service, und die Bearbeitung der in der Außenrückgabe gebrachten Medien beschäftigt. Die Zeit wurde auch für online angebotene Weiterbildungs-Seminare des Deutschen Bibliotheksverbands genutzt.

Während des Shutdowns optimierte das Haus auch seine Präsenz in den sozialen Medien. Mitte März wurde der Facebook-Account der Bibliothek, Anfang April der für Instagram gestartet. Diese Art der digitalen Kommunikation wird dem Bericht zufolge nicht nur genutzt, um aktuellen Infos über die Bibliothek und ihre Angebote zu vermitteln und besondere Medien zu empfehlen. Die Informationsexperten geben beispielsweise auch Tipps. wie man Fake News erkennen und eine Weiterleitung verhindern kann.

Die Mitarbeiter der Stadtbibliothek waren aber auch mit der Bestandspflege aller Bestände und dem forcierten Ausbau des digitalen Angebots beschäftigt. Die Neustrukturierung der Lern-Trainer für Fünft- bis Zwölftklässler, die Aktualisierung der Präsentation in den Regalen und die Vorbereitung der Wiederöffnung spielten auch eine große Rolle bei der täglichen Arbeit.

Die Wiederöffnung am 12. Mai geschah zunächst (Stufe eins) mit einem reinen Ausleih- und Rückgabebetrieb zu eingeschränkten Öffnungszeiten. Ab dem 12. Juni (Stufe drei) wurde dies auf die üblichen Öffnungszeiten ausgeweitet. Und am 30. Juni begann Stufe drei: die meisten der üblichen Service wurden wieder angeboten, auch der Lernbereich im Untergeschoss konnte wieder genutzt werden. Der Eintritt in die vierte Stufe war konkret geplant – wann es soweit ist, ist derzeit aber überhaupt nicht absehbar.

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