Der Klimaschutz ist in aller Munde.
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Der Klimaschutz ist in aller Munde.

Germering

Die Stadt leistet sich einen Klimaschützer

  • Klaus Greif
    vonKlaus Greif
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Die Stadt hat ab jetzt einen Beauftragten für Klimaschutz. Der gebürtige Niederbayer Pascal Luginger hat die Stabsstelle am 2. November angetreten.

Germering – Geboren wurde er vor fast 30 Jahren in Landshut, aufgewachsen ist er im benachbarten Ergoldsbach, seit zehn Jahren lebt er in Freising und seit gut zwei Wochen pendelt er werktäglich nach Germering: Pascal Luginger ist ab sofort Klimaschutzbeauftragter der Stadt. Im November hat er die Stabsstelle offiziell angetreten. Dass sich die Stadt diese Stelle trotz der pandemiebedingten Einschränkungen weiter leistet, findet er bemerkenswert.

Es verstärkt einen Eindruck, den er schon vor der Bewerbung bei Recherchen über seinen neuen Arbeitgebern gewonnen hat: „Was Germering in Sachen Klimaschutz macht, ist eindrucksvoll. Da können sich andere Kommunen eine Scheibe abschneiden.“ Besuche bei allen Ämtern der Verwaltung in den ersten Tagen seiner Dienstzeit hätten diesen Eindruck verstärkt: „Es ist schon extrem umfangreich, was hier bereits geleistet wurde.“

Pascal Luginger Klimaschutzbeauftragter

Seine Arbeit werde entsprechend anspruchsvoll sein, glaubt Luginger. Er sieht sich aber auch dank seines beruflichen Werdegangs bestens dafür gerüstet. Luginger hat an der TU Weihenstephan Umweltplanung und Ingenieurökologie studiert und sich dann in Richtung Gewässer-Ökologie spezialisiert. Das sei ihm wichtig, weil es etwas mit Landwirtschaft zu tun hat. Nach dem Studium war er im Kompetenzzentrum für Ernährung der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft tätig. Dort habe er auch kennengelernt, welche Abläufe in Verwaltungen wichtig sind.

Die Stabsstelle Klimaschutz hat auch zu einer Umschichtung innerhalb der Stadtverwaltung geführt. Der Leiter des Sachgebiets Umwelt im Bauamt, Thomas Wieser, wird sich ab sofort verstärkt um Mobilität und Fahrradverkehr kümmern. Der Sektor Umweltschutz wandert zu Luginger. Zu dessen Aufgaben gehört einerseits, interne Verbesserungen im Sinne des Klimaschutzes anzugehen. Dazu gehört unter anderem die intensive Zusammenarbeit mit den Stadtwerken. Die sind mit den Bädern und dem Eisstadion nicht nur große Energieverbraucher, sondern sind mit dem Betriebszweig Energieversorgung auch zentraler Baustein in Sachen Klimaschutz.

Im nächsten Jahr tritt außerdem der beschlossene Energienutzungsplan in Kraft. Dann werden zwei Jahre lang alle Verbräuche der Stadt untersucht und geprüft, was verbessert werden kann. Auch hier wird Luginger gefordert sein.

Wichtig sei zudem die Außenwirkung, erklärt der neue Klimaschutz-Manager. Er werde das Gespräch mit dem Umweltbeirat suchen und auf Germering for future zugehen. Den Forderungskatalog der Aktionsgruppe habe er schon studiert, Antworten werde er liefern.

Die Kommunikation mit der Klimaschutzbeauftragten des Landkreises sei ebenfalls wichtig, erklärt Luginger, dem klar geworden ist: „Es wartet jede Menge Arbeit auf mich.“ Germering muss er dabei auch noch näher kennen lernen. Dass hier Nachholbedarf besteht, bemerkte er nach seinem Bewerbungsgespräch. Er habe einen Anruf mit der Vorwahlnummer von München erhalten und diesen weggedrückt – dass Germering die „089“ hat und die Stadt ihm die Zusage übermitteln wollte, habe er erst später realisiert.

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