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Der Archäologe Thomas Richter führte auch bildlich vor, wie bei den Ausgrabungen gearbeitet wurde. 

Germering

Er entdeckte die Mammutjäger von Nebel

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Ein kleines Stück Germering ruft großes Interesse hervor. Rund 100 Besucher füllten beim Vortrag des Archäologen Thomas Richter über Mammutjäger in Nebel das Zeit+Raum-Museum bis an den Rand.

Germering – Die Freude über den Zuspruch und das Erstaunen hielten sich bei Thomas Richter die Waage. „Ich bin baff“, sagte er beim Blick in die Runde – für einige Besucher waren nur noch Stehplätze da. Es hätten auch nicht sehr viel mehr sein dürfen, um die versammlungstechnisch zulässige Grenze nicht auszureizen.

Es hat aber auch schon historisches Gewicht, wenn ausgerechnet an so einem kleinen Fleck Erde wie in Nebel Spuren menschlichen Wirkens vor rund 30 Jahrtausenden entdeckt werden. „Noch dazu, wenn man weiß, dass vielleicht 80 oder 100 Leute in einem Gebiet gewohnt haben, das heute ungefähr Altbayern entspricht.“ Richter lässt an dieser Stelle die Dimension von Zahl und Zeit auf die Besucher wirken. „In Bayern kennen wir wenige Fundstellen aus jener Zeit“, fügt er noch hinzu.

Gleichzeitig würzt er seinen anschaulich und lebendig gehaltenen Vortrag, indem er einen gewissen Sinn für Dramaturgie beweist. 80 Zentimeter tief habe man in Nebel gegraben, an fünf Stellen. An einer davon, eher zufällig, habe man braune Verfärbungen bemerkt. „Ein Hinweis, dem wir nachgehen mussten“, erinnerte sich Richter an die Grabungen im Sommer 2017. „Ein gellender Schrei kam dann über das Feld.“ Der Moment, in dem Artefakte auftauchten und damit Spuren des Lebens vor so vielen tausend Jahren, ist Richter noch immer präsent. „Es ist ihre Geschichte und die ihrer Stadt“, bindet der Archäologe das Publikum mit in seinen Vortrag ein.

Mammuts waren die Haupt-Nahrungsquelle

Das erfährt dann auch, dass Mammuts in jenen Zeiten auch zu den Hauptnahrungsquellen gehörten. Überhaupt sei der Tisch für die Jäger damals reichlich gedeckt gewesen. „Es war schwieriger, vorbei zu zielen“, schmunzelt Richter. Doch nicht nur der üppige Gabentisch war ein Grund für die Ansiedlung. Die erhabene Lage am Parsberg, eine vor Wind schützende Mulde und ein kleiner Fluss seien für die Menschen jener Tage ideale Voraussetzungen gewesen, um von Nebel aus auf die Jagd zu gehen.

Um das alles herauszufinden, sei viel Detailarbeit notwendig gewesen. „Manchmal schweißtreibend und stets ungemütlich.“ Richter zeigt Respekt und Dankbarkeit gegenüber den ehrenamtlichen Helfern aus historischen und archäologioschen Vereinen, die ihn und Stadtarchivar Marcus Guckenbiehl unterstützt haben. „Insgesamt sind 316 Arbeitsstunden geleistet worden“, zählte der Kreisarchäologe des Landkreises Landshut zusammen.

Dass er selbst einen Teil seines Urlaubs für die Grabungen verwendet hat, erfährt die Runde eher nebenbei, als sich Richter für die Unterstützung der Grundstücksbesitzer in Nebel, durch das Landesamt für Denkmalschutz und die Stadt Germering bedankt. Theoretisch könne man durchaus weitergraben, beantwortet Richter eine Rückfrage aus dem Publikum. „Es wird aber eine Frage des Geldes und der Zeit sein. An der Unterstützung der Stadt solle es nicht mangeln, ließ Oberbürgermeister Andreas Haas durchklingen. „Sie dürfen sehr gerne wieder bei uns Urlaub machen“, so Haas.

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