Digitale Schule
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Die Digitale Schule.

Germering

Er will die digitale Bildung optimieren

  • vonHans Kürzl
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Wie wichtig funktionierende Digitale Bildung ist, haben Lehrer, Schüler und Eltern im Homeschooling bemerkt. Offenkundig wurde aber, dass auf vielen Ebenen Nachholbedarf besteht.

Germering Jürgen Biffar, Gründungs-Geschäftsführer des Software-Unternehmens Docuware, und Ehefrau Michaela Wienke haben die „Stiftung Digitale Bildung – Digital Education Foundation“ errichtet. Das erste Symposium der Einrichtung musste online durchgeführt werden.

War die Corona-Krise der Grund oder nur noch der auslösende Moment für dieses Symposium?

Das Symposium Digitale Bildung war als Präsenzveranstaltung bereits für April geplant. Also völlig unabhängig von der Corona-Krise. Dann haben wir es erst verschoben, um es schließlich als Online-Veranstaltungen auf den jetzigen Termin zu legen.

Welche Zielgruppe soll angesprochen werden? Ausschließlich Lehrer? Wenn ja, für welche Schulbereiche?

Die Stiftung entwickelt ja Lernsoftware für den Einsatz an öffentlichen Schulen. Wir wollen zum einen unseren allerersten Prototypen zeigen und zum Ausprobieren einladen. Und natürlich über unsere Vision, wie wir uns organisieren, und das weitere Vorgehen berichten. Dementsprechend sind in der Tat alle die im Bildungsbereich engagiert sind, eingeladen. Aber auch alle übrigen, die sich für Schulbildung interessieren, sind herzlich willkommen, unabhängig von Schularten. Wir freuen uns über jegliche Anregung und Kritik zu unserer Arbeit.

Ab welcher Jahrgangsstufe macht Digitale Schulbildung so richtig Sinn?

Multimediale, digitale Lernwerkzeuge, die alle Sinne ansprechen, durch ständige Interaktion die Aufmerksamkeit der Schülerin oder des Schülers fesseln und die sich den unterschiedlichen Lerngeschwindigkeiten anpassen, sind in allen Jahrgangsstufen sinnvoll einsetzbar. Allerdings müssen sie für jede Altersstufe individuell konzipiert werden. Wir sehen den größten Nutzen und gleichzeitig den dringendsten Bedarf in den Klassen 5 bis 10 und haben mit der sechsten Klasse begonnen.

Ist Bildung online immer noch zu sehr davon abhängig, inwieweit sich einzelne Schulen, Lehrkräfte oder auch Eltern dafür engagieren?

Definitiv. Allerdings liegt die Ursache in der Komplexität des Themas. Hier ist es noch keinem Bundesland gelungen, ein Gesamtkonzept zu entwickeln, das in der Breite an öffentlichen Schulen eingeführt werden könnte.

Hätte die Politik zuerst in die digitale Fortbildung etwa bei Lehrkräften investieren sollen, ehe sie die technische Ausstattung forciert?

Beides ist gleichermaßen wichtig. Dass die technische Ausstattung der Schulen, insbesondere die Einrichtung von leistungsfähiger Internetanbindung und WLAN in allen Klassenzimmern aufwändig ist und lange dauern kann, sehen wir ja. Entsprechend ist es gut, dass damit bereits begonnen wurde. Gleiches würde für die Weiterbildung der Lehrkräfte gelten, wobei hier das Problem in der zuvor angesprochenen Komplexität liegt, und dass es eben noch kein Gesamtkonzept gibt.

Schüler hat es bisweilen genervt, im Homeschooling auf mehreren Plattformen unterwegs sein zu müssen (Mebis, Mail, WhatsApp und so weiter). Ist das in der Stifung ein Thema?

Unsere Lernprogramme werden unabhängig von den Plattformen einsetzbar sein. Wir werden uns bald damit beschäftigen müssen. Ich könnte mir vorstellen, dass im nächsten Symposium, für 2021 geplant, auch die Plattformen adressiert werden.

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