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Experte: Briefzentrum verursacht keine Staus

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Von: Tobias Gehre

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Das Briefzentrum soll im Germeringer Gewerbegebiet Nord entstehen.
Das Briefzentrum soll im Germeringer Gewerbegebiet Nord entstehen. © Gehre

Die Straßen rund um das geplante Briefzentrum können den zusätzlichen Verkehr durch das Post-Projekt aufnehmen. Zu diesem Schluss kommt ein Gutachten eines Ingenieurbüros. Der Umweltbeirat sowie die Gegner des Vorhabens im Stadtrat zweifeln allerdings an der Expertise.

Germering – Stoßstange an Stoßstange, oft nur im Schritt-Tempo: Wer im Berufsverkehr auf der B 2 bei Germering unterwegs ist, braucht oft Geduld. Sollte das Briefzentrum der Post wie geplant gebaut werden, kämen noch hunderte Fahrzeuge pro Tag hinzu. Die Frage, ob die Bundesstraße diese noch aufnehmen kann, beantwortet der Umweltbeirat klar mit nein. Auch am nahen Kreisverkehr zwischen Hagebau und Dehner sieht das Gremium massive Probleme. Zudem befürchten die Mitglieder, dass sich die Post-Fahrzeuge Schleichwege suchen.

Jetzt hat sich der Planungs- und Bauausschuss mit den Einwänden des Umweltbeirats beschäftigt. In der Sitzung im Orlandosaal der Stadthalle erläuterte Diplom-Ingenieur August Janello das Verkehrsgutachten, dem der Umweltbeirat so vehement widerspricht. „Die B 2 kann den Verkehr aufnehmen“, erklärte der Ingenieur. Das hätten standardisierte Berechnungen zur Verkehrsdichte ergeben.

Briefzentrum Germering: Kein Kollaps im Kreisel

Auch am Kreisverkehr befürchtet das Ingenieurbüro keinen Kollaps. Die von der B 2 kommenden Fahrzeuge würden den Kreisel gleich an der nächsten Ausfahrt verlassen. Für die Gegenrichtung berechnen die Ingenieure zur so genannten Abendspitzenstunde insgesamt 150 Fahrzeuge pro Stunde – pro Minute sind das rechnerische 2,5. Fazit der Experten: Ein Ausbau des Kreisels, wie vom Umweltbeirat angeregt, ist nicht nötig.

Dem befürchteten Schleichverkehr – etwa über die Spange – treten die Ingenieure ebenfalls entgegen. Ihr Argument: Auch wenn es auf der B 2 stockt, ist man dort immer noch schneller als auf der Spange. Das liege auch daran, dass es dort neun Ampeln gebe. Und weil Lieferwagen nur träge beschleunigten, könne eine mögliche grüne Welle nicht optimal genutzt werden.

Die Kritiker des Briefzentrums konnte Ingenieur Janello mit seinen Erklärungen allerdings nicht zufrieden stellen. Man könne aus dem Gutachten auch folgern, dass sich bestehende Probleme verstärken, meinte Daniel Liebetruth (SPD). Er äußerte zudem Vermutungen, dass teilweise „schöngerechnet“ würde. Sein Fraktionskollege Christian Gruber rückte Teile des Gutachtens an die Grenze zur Unseriosität.

Briefzentrum Germering: Gutachten akzeptieren

Das rief Oberbürgermeister Andreas Haas (CSU) auf den Plan. Es sei die Aufgabe des Gremiums, unabhängige Gutachten einzuholen. Deren Ergebnisse seien zu respektieren. „Bloß weil es einem nicht gefällt, ist es noch nicht an der Grenze zur Unseriosität“, meinte der Rathaus-Chef.

In der Sitzung beschäftigte sich der Ausschuss auch mit anderen Stellungnahmen – etwa vom Landratsamt. Die Behörde hatte angemerkt, dass von den geplanten 75 Bäumen auf der Freifläche südlich der Posthalle womöglich einige Exemplare wieder entnommen werden müssen. Grund sei die zu starke Beschattung der darunter liegenden Extensivwiese. Landschaftsarchitektin Andrea Gebhardt sah diese Gefahr allerdings nicht. Die Bäume würden so angeordnet, dass noch genügend Sonne auf den Boden komme.

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