Hier fehlte die Linie 907: Am Donnerstag wurde dann doch noch das Schild angebracht.

Germering

Fahrgäste bangen wieder um ihren Bus

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Die Hängepartie für die Fahrgäste der Buslinie 907 geht weiter. Die Busse fahren nur noch bis Ende Februar.

Germering –  Ob es danach weiterhin eine Verbindung von Germering ins Gewerbegebiet KIM im Kreuzlinger Forst geben wird, bleibt weiterhin unklar.

Klammheimlich sollte die Linie zum Fahrplanwechsel im Dezember eingestellt werden. Doch dagegen regte sich Widerstand. Nach einer Protestaktion der Betroffenen und der Berichterstattung im Münchner Merkur entschieden die Verantwortlichen beim MVV wenige Stunden vor dem Fahrplanwechsel, die Linie bis März 2020 weiter fahren zu lassen. Bis dahin sollte entschieden werden, ob eine Germeringer Linie bis zum Kraillinger Gewerbegebiet erweitert wird.

Fahrgastzählungen

Grundlage für diese Entscheidung sollen unter anderem Fahrgastzählungen und Befragungen sein. Die Zähler waren offenbar auch schon unterwegs, berichten Businsassen. Doch sie bezweifeln, dass die Daten aussagekräftig sind. Denn offiziell gab es die Linie 907 bis gestern gar nicht. Das Haltestellen-Schild wurde zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember entfernt – die Linie sollte ja nicht mehr verkehren. Nach der Eil-Entscheidung, die Busse weiter fahren zu lassen, hatte man schlicht vergessen, das Haltestellen-Schild wieder anzubringen. „Viele wissen schlicht nicht, dass es den Bus noch gibt“, sagt Julia Davari, die regelmäßig dort unterwegs ist. Zählungen und Befragungen seien somit wertlos gewesen.

Schuld sei die Busfirma, die die Linie betreibt, erklärt Hermann Seifert, ÖPNV-Beauftragter im Landratsamt. Das Unternehmen hätte die Schilder nicht entfernen dürfen.

Das meint auch Roland Schmid, Chef der Germeringer Stadtwerke, die für den Busverkehr in der Großen Kreisstadt verantwortlich sind. Auch er bestätigt die Überlegungen der Stadt, eine Linie zu verlängern, so dass die Menschen weiter ins Kraillinger Gewerbegebiet fahren können. Konkret gehe es um die Linie 858. Die zusätzlichen Kosten – Schmid spricht von etwa 70 000 bis 75 000 Euro pro Jahr – müsste die Stadt selbst tragen. Deshalb soll auch der Stadtrat über den Plan abstimmen. Man wolle auch nochmals mit dem Landkreis Starnberg sprechen, auf dessen Gebiet die Linie dann führen würde. „Erste Gespräche waren aber nicht sehr vielversprechend“, so Stadtwerke-Leiter Roland Schmid.

Die Hängepartie für die Fahrgäste geht also weiter. Immerhin: Am Donnerstag – nach mehrmaliger Nachfrage des Münchner Merkur – wurde das Haltestellen-Schild wieder angebracht. Jetzt gibt es den 907er Bus also auch wieder ganz offiziell – besser spät als nie.

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