Parken auf dem Wirtschaftsweg ist zwischen der Goethe- und der Oberen Bahnhofstraße künftig nicht mehr möglich. Der Stadtrat lehnte den Bau von so genannten Parktaschen auf der Seite hin zur Landsberger Straße (r.) ab. Wo sich der beschlossene Abschnitt der Fahrradstraße befindet, ist auf der Grafik unten zu sehen. Eine Fortsetzung nach Osten durch ganz Germering wird folgen. 
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Parken auf dem Wirtschaftsweg ist zwischen der Goethe- und der Oberen Bahnhofstraße künftig nicht mehr möglich. Der Stadtrat lehnte den Bau von so genannten Parktaschen auf der Seite hin zur Landsberger Straße (r.) ab. Wo sich der beschlossene Abschnitt der Fahrradstraße befindet, ist auf der Grafik unten zu sehen. Eine Fortsetzung nach Osten durch ganz Germering wird folgen. 

Germering

Fahrradstraße: Erster Abschnitt beschlossen - Parken nicht mehr erlaubt

  • Klaus Greif
    vonKlaus Greif
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Der erste Abschnitt der neuen Fahrradstraße entlang der Landsberger Straße ist beschlossen. Der Stadtrat billigte die Pläne für den Umbau zwischen der Salz- und der Goethestraße mit nur einer Gegenstimme. Für Autofahrer gehen damit insgesamt rund 15 Parkplätze verloren.

Germering – Die Realisierung einer durchgängigen West-Ost-Verbindung für Radler entlang der Landsberger Straße wurde erstmals vor drei Jahren zur Sprache gebracht. Sie war ein Ergebnis des Bürger-Workshops Fahrradverkehr, den das Institut für innovative Städte (INS) organisiert hatte. Dass es bis zur Umsetzung auch nur eines Abschnitts so lange dauerte, liegt auch an der Komplexität der Planungen: Sämtliche Einmündungen mussten überplant werden, um die Bedürfnisse von Radfahrern, Fußgängern und Autofahrern gleichermaßen zu erfüllen. Oberste Priorität musste dabei vor allem die Sicherheit der nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmer haben.

Die jetzt beschlossene Planung entspricht der, die vor einer Woche schon im Bauausschuss von Planer Benjamin Neudert vorgestellt worden war. Demnach bleibt der Abschnitt zwischen dem Kreisverkehr an der Salzstraße und der Einmündung der Oberen Bahnhofstraße so wie er jetzt schon ist.

Die Einmündung der Bahnhofstraße wird dagegen umgestaltet. Es gibt hier künftig zwei Querungsmöglichkeiten der Landsberger Straße für Fußgänge und Radfahrer in Richtung Bahnhof. Der Wirtschaftsweg wird für von Osten kommende Autos vor der Kreuzung auf die Landsberger Straße eingeleitet. Verkehrsreferent Franz Hermannsdorfer (FWG) sprach sich vergeblich dagegen aus.

Er war wie schon im Ausschuss der Ansicht, dass der motorisierte Verkehr wie bisher nur nach rechts in die Obere Bahnhofstraße abgeleitet werden soll. Ein Anwohner hatte dies auch in der Bürgerfragestunde zu Beginn der Sitzung gefordert. Er befürchtete im Fall einer Abfahrt zur Landsberger Straße einen Rückstau in den Wirtschaftsweg. Planer Neudert meinte allerdings, dass die Ausfahrt der Autos mit einer Ampel so gesteuert werden soll, dass dies nicht passiert.

Ein weiterer kurzer Streitpunkt im Stadtrat war die Frage, ob man auf dem östlichen Abschnitt bis zur Goethestraße Parkmöglichkeiten für Autos schaffen soll. Bisher ist es so, dass bis zu 15 Fahrzeuge entlang der Böschung zur Landsberger Straße stehen können. Die von Planer Neudert zunächst vorgeschlagene Schaffung von sechs Parkbuchten wurde schon im Ausschuss abgelehnt. Der Stadtrat bestätigte diese Haltung jetzt bei fünf Gegenstimmen.

Die rote Linie zeigt die Fahrradstraße.

Dies hat zur Folge, dass zwischen der Goethestraße und der Oberen Bahnhofstraße künftig gar keine Autos mehr parken dürfen. Grund: Weil der Gehweg so bleibt wie er ist, bleibt für die Fahrradstraße bis zur Böschung an der Landsberger Straße nur noch eine Breite von vier Metern. Sollte hier dann noch ein Auto stehen, reduziert sich der Platz für Radler auf höchstens zwei Meter – Radfahren ist aber in beide Richtungen erlaubt. Das Parkverbot wird laut der stellvertretenden Bauamtsleiterin Gabriele Mühl wahrscheinlich mit der Aufstellung von Schildern verdeutlicht.

Der Verlust der Parkplätzen wurde kurz diskutiert und von einer großen Mehrheit befürwortet. Maximilian Streicher (ÖDP/Parteifreie) brachte dies so auf den Punkt: „Klar, das ist eine Härte vor allem auch für die Anwohner. Aber ohne jede Härte kriegen wir die Verkehrswende nicht hin.“

Die Kosten für die Umgestaltung zur Fahrradstraße bezifferte Gabriele Mühl auf rund 1,27 Millionen Euro. Fördermittel in Höhe von 267 000 Euro aus dem Programm Nationale Klimaschutzinitiative sind in Aussicht gestellt.

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