Die Stadt setzt zur Vertreibung der Saatkrähen weiter auf einen Falkner. symbolfoto: dpa

Germering

Falkner hilft bei Vergrämung der Saatkrähen

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Die Vertreibung von Saatkrähen mit Hilfe eines Falkners aus ihren bevorzugten Kolonien im Erikapark und im Rathauspark scheint zumindest teilweise gelungen. Die dortigen Nester sind zurzeit noch nicht wieder bezogen und werden entfernt.

Germering – Seit Jahren beschweren sich Anwohner des Erika- und des Rathausparks über eine zunehmende Zahl an lautstarken Saatkrähen. Die Stadt hat schon die unterschiedlichsten Vergrämungstaktiken ausprobiert und war meist erfolglos. Im vergangenen Herbst wurde erstmals ein Falkner hinzugezogen, der mit einem Raubvögel die Krähen vom weiteren Nutzen ihrer Nester abhalten soll.

In einem Bericht zur aktuellen Situation schildert Thomas Wieser vom Sachgebiet Umweltschutz im Bauamt, dass der Greifvogel-Einsatz offensichtlich Wirkung gezeigt hat. Die alten Nester sind noch nicht wieder bezogen. Der Falkner habe mitgeteilt, dass dies an Standorten, wo keine Greifvögel eingesetzt werden, nicht der Fall ist. In Eichenau beispielsweise sind die Nester schon wieder belegt.

Die Stadt hat von der Regierung von Oberbayern die beantragte Erlaubnis erhalten, bis zum 15. März Nester in beiden Parks zu entfernen. Auch die akustische Vertreibung mit Hilfe so genannter Bird-Gard-Anlagen und anderer nicht-letaler optischer Methoden wurde erlaubt. Vorsätzlich getötet werden dürfen die unter strengem Artenschutz stehenden Tiere allerdings nicht.

Thomas Wieser stellte auf eine entsprechende Frage von Katrin Schmidt klar, dass es sich nur um eine Vertreibung der Krähenkolonie handelt. Möglicherweise kehren sie wieder nach Puchheim zurück, wo sie aller Wahrscheinlichkeit nach auch hergekommen sind. Dann werde sie derselbe Falkner, den auch die Stadt einsetzt, wohl wieder nach Germering zurück vergrämen.

Verändertes Zugverhalten

Die bei der Stadt angestellte Biologin Claudia Müller erklärte, dass die Saatkrähen unter Artenschutz stehen, weil sie einmal selten waren. Dass sie überhaupt zum Problem geworden sind, liegt an ihrem geänderten Zugverhalten. Früher sind sie vor dem Winter aus Russland nach Süden und Südwesten geflüchtet und im Frühjahr zur Brutzeit zurückgekehrt. Jetzt blieben sie einfach hier.

Ein von der Stadt im Vorjahr beauftragtes Gutachten der Biologin Monika Sepp zeigt auf, dass im Erikapark im Vorjahr 71 Nester gezählt wurden. Im Rathauspark waren es insgesamt 37. Frühere Bekämpfungsmaßnahmen der Stadt waren demzufolge nicht erfolgreich. Als 2016 erstmals Nester entfernt worden sind, gab es anschließende eine Zunahme an neuen Nestern.

Auch der erste Einsatz eines so genannten Bird-Gards, einer Art akustischer Warnanlage der die Vögel mit lauten Geräusche vergrämen soll, blieb wirkungslos. Die Krähen wurden nur kurzzeitig abgeschreckt, kehrten aber schnell wieder zurück – teilweise direkt neben die Lautsprecheranlagen, die sie mit lautem Angstgeschrei vertreiben sollten. Die Vögel merkten offensichtlich, dass die akustischen Warnsignale keine weiteren Folgen nach sich zogen.

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