Im Minutentakt rumpeln die Lastwagen in Richtung Germering. Direkt an der Stadtgrenze drehen sie um, um ihre Fracht auf dem gigantischen Kieshügel im Hintergrund abzukippen. Ein Teil landet auch auf der Straße. 	foto: gehre
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Im Minutentakt rumpeln die Lastwagen in Richtung Germering. Direkt an der Stadtgrenze drehen sie um, um ihre Fracht auf dem gigantischen Kieshügel im Hintergrund abzukippen. Ein Teil landet auch auf der Straße.

Bei Germering

Die schmutzige Seite der Mega-Baustelle: Stadt München will jetzt einschreiten

  • Tobias Gehre
    vonTobias Gehre
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Im Münchner Stadtteil Freiham wird gebaut, als gäbe es kein Morgen. Auf den Straßen rund um die Mega-Baustelle bleibt das nicht ohne Folgen.

Germering – Bis nach Germering hinein ist die Landsberger Straße zeitweise von einer dicken Dreckschicht überzogen. Autofahrer sorgen sich um die Sicherheit – und ihren Lack. Jetzt schreitet die Stadt München ein. Die 40-Tonner rumpeln im Minutentakt heran. In ihren Bäuchen haben sie Kies aus zwei Baugruben in Freiham. Genau auf der Germeringer Stadtgrenze machen sie kehrt, fahren ein paar hundert Meter auf einem Wirtschaftsweg wieder in Richtung München und kippen ihre Ladung auf einem gigantischen Kieshügel ab. So geht das jetzt seit Tagen.

Auf der Landsberger Straße, wo täglich tausende Pendler aus dem Landkreis unterwegs sind, hinterlässt das nicht zu übersehende Spuren. Was die Lkw verlieren, landet auf der Fahrbahn. Ist es nass, bildet sich eine rutschige, schlammige Schicht. Bleibt es trocken, wirbelt der Staub durch die Luft. Die angrenzenden Grünstreifen kommen eher als Graustreifen daher.

Bei den Autofahrern kommt das gar nicht gut an. Zahlreiche Pendler aus dem Landkreis haben sich bereits beim Tagblatt gemeldet. Der Tenor: Schlamm und Steinchen sind eine Gefahr für die Sicherheit und den Lack der Autos.

Auch in der nahen Aral-Tankstelle mit dem Allguth-Getränkemarkt macht sich die Baustelle bemerkbar. So viel Staub habe sie noch nie im Laden gehabt, sagt eine Mitarbeiterin auf Nachfrage. „Man muss ständig putzen.“

Das Ärgernis hat sich mittlerweile bis in die Münchner Stadtpolitik herumgesprochen. „Ich bin von der Polizei informiert worden“, erklärt Sebastian Kriesel, Vorsitzender des Bezirksausschusses Aubing – Lochhausen – Langwied. Er sieht die Baufirmen in der Verantwortung. „Es gilt das Verursacherprinzip“, sagt der CSU-Mann. Soll heißen: Die Unternehmen müssen dafür sorgen, dass die Straßen wieder sauber werden.

Das sieht auch das Baureferat der Landeshauptstadt so. Bei Routine-Kontrollen sei die Dreckschicht festgestellt worden. Man habe sich umgehend mit der Bauaufsicht der Unternehmen in Verbindung gesetzt. „Sie wurden aufgefordert, die Verunreinigungen der Straßen zu vermeiden und diese auf eigene Kosten zu reinigen“, teilt eine Sprecherin mit. Das hätten die Firmen auch zugesagt. Das Baureferat kündigt an, die Einhaltung dieses Versprechens regelmäßig zu kontrollieren.

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