+
Beispielfoto: Geothermie in Holzkirchen im Oberland

Werkausschuss

Germering: Geothermie ist machbar

  • schließen

Unter dem Stadtgebiet im Bereich südlich der Lindauer Autobahn liegt heißes Wasser, das sich geothermisch nutzen lässt. Allerdings müsste man für eine Erschließung mindestens 2600 Meter tief bohren.

Germering – Die Stadt hat gemeinsam mit Puchheim schon vor fast zehn Jahren seismologische Untersuchungen zur Nutzung von Geothermie durchgeführt. Die dabei gewonnen Daten wurden jetzt von einem Studenten der TU München im Rahmen einer Masterarbeit mit verfeinerten Methoden noch einmal ausgewertet. Die Stadt ist dafür vor zwei Jahren eine Kooperation mit der TU eingegangen. Jetzt präsentierte Vladimir Shipilin die Ergebnisse seiner wissenschaftlichen Arbeit im Werkausschuss.

Kernaussage ist demnach, dass Germering an der sogenannten Markt Schwabener Verwerfung liegt, die sich vom Münchner Osten bis zum Ammersee erstreckt. Hier sei in einer Tiefe von 2600 bis 3200 Metern ausreichend heißes Wasser für die Nutzung von Geothermie gelagert. In Freiham, das ebenfalls an dieser Verwerfung liegt, sind es in 2300 Metern Tiefe 85 Grad.

Das energetisch nutzbare Wasser befindet sich vor allem südlich der Autobahn. Dort sind Bohrungen mit der Verbreiterung der A 96 eher schwierig geworden. Die Erschließung des Wassers ist allerdings auch nördlich der Autobahn möglich. Ähnlich wie in Freiham – dort werden Wasserschichten nördlich der Bodenseestraße vom Süden aus angezapft – könnte man quasi ums Eck bohren, erklärt Werkleiter Roland Schmid auf Nachfrage.

Weil das Erbohren von Geothermie sehr teuer ist und zudem nie völlig sicher ist, ob es sich lohnt, ist die Stadt weiter auf der Suche nach einem Investor. Im Vorfeld ist aber eine europaweite Ausschreibung notwendig, die Schmid zufolge kompliziert und umfangreich ist. Man werde diesen Schritt im ersten Halbjahr 2018 machen. Bestehende Ängste, dass Geothermie Erdbeben auslösen kann, werden von der Stadt sehr ernst genommen, versichert Schmidt. Puchheim veranstalte dazu in Kürze eine Expertendiskussion.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Der erste Gerstensaft aus Germering
Erstmals in der Geschichte von Germering und Unterpfaffenhofen wird vor Ort Bier hergestellt. Am 14. Juli will das neue „Brauhaus Germering“ seine Gerstensaft-Kollektion …
Der erste Gerstensaft aus Germering
Mit ihm „sehen“ Blinde die WM in der ARD
Keine Fußball-WM ohne Landkreisbeteiligung. „Unser Mann in Russland“ sitzt allerdings im deutschen TV-Sendezentrum in Baden-Baden: Der Emmeringer Florian Eckl übernimmt …
Mit ihm „sehen“ Blinde die WM in der ARD
Drei Anlaufpunkte der Architektouren
Liebhaber der Bauästhetik kommen bei den Architektouren der Bayerischen Architektenkammer auf ihre Kosten. Jedes Jahr wählt eine Jury die besten architektonischen …
Drei Anlaufpunkte der Architektouren
Grafrather stirbt bei Segelunfall auf dem Ammersee - nun wird auch noch ein Gilchinger (68) vermisst
Nach einem Segel-Unfall zwischen Utting und Breitbrunn wird ein Gilchinger vermisst. Zuvor war am Donnerstag bereits ein Mann auf dem Ammersee tödlich verunglückt.
Grafrather stirbt bei Segelunfall auf dem Ammersee - nun wird auch noch ein Gilchinger (68) vermisst

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.