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Der große Wurf beim Thema Fahrradstraße quer durch Germering ist vorerst vom Tisc h. 

Großer Wurf vom Tisch

Große Vorbehalte gegen Fahrradstraße in Germering

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Der ganz große Wurf beim Thema Fahrradstraße quer durch Germering ist vorerst vom Tisch. Im Bauausschuss gab es zu viele Vorbehalte gegen das Projekt. Gestorben ist es aber noch lange nicht. 

Germering – Das Projekt Fahrradstraße schlägt hohe Wellen – vor allem bei Anwohnern der Wiesen-, Frühlings-, Südend-, Eisenbahn- und Stegmairstraße, durch die die Route führen soll. Der Zuhörerbereich im Sitzungssaal des Rathauses war voll besetzt, manche Besucher verfolgten die Sitzung im Stehen.

Planer Thiemo Graf erläuterte den bisherigen Stand des Projektes inklusive erarbeiteter Varianten und Korrekturen. Doch in der Debatte der Stadträte kristallisierte sich schnell heraus: In seiner jetzigen Form hat das Projekt keine Chance. Zu groß sind die Vorbehalte unter den Mandatsträgern. Vor allem die vorgeschlagenen Einbahnregelungen in der Südendstraße stießen auf massiven Widerstand.

Kosten von insgesamt rund 1,4 Millionen Euro

Auch an den Kosten von insgesamt rund 1,4 Millionen Euro störte sich die Mehrheit des Gremiums – auch wenn diese zu 65 Prozent gefördert würden, wodurch die Stadt nur rund 500 000 Euro zu tragen hätte. Franz Senninger (CSU) stellte unter anderem die Notwendigkeit der Fahrradstraße in Frage. „Ich fahre seit vielen Jahren mit dem Fahrrad in Germering und hatte nie das Gefühl, große Probleme zu haben.“ Ob man die Menschen so zu einer verstärkten Nutzung des Drahtesels bewegen könne, sei fraglich.

Seine Fraktionskollegin Eva Kuchler bezweifelte ebenfalls den Sinn von Restriktionen für Autofahrer und Anwohner. Und Franz Hermansdorfer (FWG/UBG) bezeichnete die Route als funktionierende Straße. „1,4 Millionen Euro sind den Menschen nicht zuzumuten“, sagte er.

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Einzig Zweiter Bürgermeister Wolfgang Andre (CSU) brach eine Lanze für das Projekt. Nach und nach würden immer mehr Leute die Fahrradstraße nutzen. Die Autofahrer müssten dort „akzeptieren, dass sie nicht die erste Geige spielen“. Doch Andre kämpfte auf verlorenem Posten. Am Ende war nicht mehr viel übrig von den Plänen, die Graf präsentiert hatte.

Thema wurde auf nach der Sommerpause vertagt

Ursprünglich sollte die Verwaltung damit beauftragt werden, einen Förderantrag für den Bundeswettbewerb „Klimaschutz durch Radverkehr“ auszuarbeiten. Die Frist dafür endet am 31. Oktober. Stattdessen wurde das Thema auf Vorschlag von OB Andreas Haas auf nach der Sommerpause vertagt. Für den Förderantrag ist es dann zu spät. Doch Haas betonte: „Heute einen Beschluss zu fassen ist nicht zielführend.“ Und durch die Aufgabe des Förderantrages nehme man sich den zeitlichen Druck.

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Haas beauftrage Planer Thiemo Graf, Varianten ohne eine Einbahnregelung, dafür aber mit Schwerpunkt auf den neuralgischen Punkten an der Unteren Bahnhof- sowie an der Streiflacher Straße auszuarbeiten. Zudem solle man sich dem Projekt zuerst in einem ersten Abschnitt widmen. Andre konnte sich mit diesem Vorschlag anfreunden. Seine Hoffnung: Ohne langwierigen Förderantrag könne die Stadt schneller etwas umsetzen – wie beim jüngst eröffneten Radweg entlang der Spange.

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