Germering

Grünes Licht für veränderte Fahrradstraße

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Das Projekt Fahrradstraße hat einen großen Schritt nach vorne gemacht. Nach mehreren Änderungen hat der Umwelt-, Planungs- und Bauausschuss Germering das Vorhaben mit großer Mehrheit befürwortet.

Germering – Eine Straße quer durch die Große Kreisstadt, auf der Radfahrer das Sagen haben: An dieser Vision wird in Germering seit Längerem getüftelt. Zuletzt erlebte das Projekt aber einen herben Rückschlag. Im Juli schmetterte der Umwelt-, Planungs- und Bauausschuss das Vorhaben noch ab. Die Mandatsträger schickten Planer Thiemo Graf vom Institut für innovative Städte mit mehreren Kritikpunkten nach Hause.

Vor allem die vorgeschlagenen Einbahnregelungen in der Südendstraße stießen auf massiven Widerstand. Zudem hätten Parkplätze wegfallen sollen. Und auch die hohen Kosten von rund 1,4 Millionen Euro schreckten viele Stadträte ab. Außerdem waren zuvor viele der betroffenen Anwohner auf die Barrikaden gegangen.

Jetzt präsentierte Graf seine überarbeitete Version vom Projekt Fahrradstraße. Einbahnregelungen gibt es keine mehr. Die Parkplätze bleiben erhalten. Zudem hatte sich der Stadtplaner nur den Bereich Südend-, Eisenbahn- und Stegmairstraße vorgenommen. Frühling- und Wiesenstraße finden sich vorerst nicht in den Planungen. Die Idee, das Projekt abschnittsweise zu verfolgen, entstand auch in der Sitzung im Juli.

Gestaltet werden soll die Fahrradstraße so, dass überall dort, wo andere Straßen einmünden, rote Markierungen aufgebracht werden sollen. Auch weiße Fahrrad-Piktogramme soll es geben. Generell hat der Verkehr auf der Radler-Route Vorfahrt – außer dort, wo sie die Streiflacher Straße kreuzt. Mit dem Auto dürfen nur noch Anwohner oder Anlieger auf der Strecke fahren.

Von Graf geplante Aufpflasterungen – etwa an den Einmündungen in die Streiflacher Straße – strich der Ausschuss. Sie sollten den Einfahrts-Trichter verkleinern und somit die Sicherheit für die Radler erhöhen. Das Gremium war sich jedoch einig, dass man dies nicht mehr will. Schließlich sei man gerade dabei, die Aufpflasterungen zu entfernen – wie etwa an der Kreuzlinger Straße.

Graf sprach dennoch von einem guten Kompromiss. „Das ist eine hochwertige Fahrradstraße.“ Und auch fast der gesamte Ausschuss konnte sich mit der neuen Planung anfreunden.

Wolfgang Andre (CSU) betonte allerdings nochmals seine Enttäuschung darüber, dass das Projekt im ersten Anlauf durchgefallen war. Das Resultat der vergangenen Sitzung sei beschämend gewesen für die vielen Menschen, die sich in Planungswerkstätten für das Projekt engagiert haben.

Die Fahrradstraße sei ein Zeichen, so Andre. Die Botschaft: Wir nehmen den Radverkehr ernst. „Ich bin fester denn je davon überzeugt, dass wir die Fahrradstraße brauchen“, erklärte der Christsoziale. Sein Fraktionskollege Hans Pichelmaier befand den Vorschlag für „sehr gut“. Und Hadi Roidl von den Grünen meinte: „Wir haben viel Energie hineingesteckt. Es ist gut, jetzt auch mit einer abgespeckten Version einzusteigen.“

Die schlankere Variante soll laut Thiemo Graf nur noch rund 200 000 Euro kosten. Durch die Verschiebung der Entscheidung im Juli ließ die Stadt allerdings auch die Frist für eine Förderung für das Projekt verstreichen.

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