Nicht so viele Rucksäcke wie sonst hängen an den Garderoben in den Kitas.  SymbolFoto: dpa
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Nicht so viele Rucksäcke wie sonst hängen an den Garderoben in den Kitas.

Germering

Gute Noten für Kitas auch in Corona-Zeiten

  • Klaus Greif
    vonKlaus Greif
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Über 90 Prozent der Kinder gehen gerne oder sehr gerne in die städtischen Kitas. Das ist eines von vielen Ergebnissen der jährlichen Elternbefragung. Die Eltern geben den Einrichtungen ebenfalls eher gute Noten – auch was den Umgang mit Corona betrifft.

Germering – Sozialamtsleiter Martin Rattenberger berichtet im Sozial- und Jugendausschuss, dass man auf Grundlage des Bayerischen Gesetzes zur Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern (BayKiBiG) jedes Jahr einen Befragung der Eltern durchführen müsse. Sie sei Voraussetzung für die staatliche Förderung, diene aber auch der Qualitätssicherung. In diesem Jahr habe man sich wegen der Corona-Pandemie erstmals dafür entschieden, die Ergebnisse im Ausschuss zu präsentieren.

Kerstin Kleff vom Fachbereich Kinder- und Jugendarbeit wies zu Beginn der Vorstellung auf ein großes Problem hin, das auch wegen Corona aufgetreten ist: Die Befragung konnte nur per E-Mail durchgeführt werden. Es sei schon ein Riesenaufwand gewesen, die Adressen der Eltern zu besorgen. So sei die im Vergleich zu den Vorjahren geringe Rücklaufquote von 30 Prozent zu erklären – wobei sie diese Quote angesichts der Umstände sogar noch gut fand.

Die Antworten auf die Fragen, die sich nicht auf die Folgen von Corona bezogen, zeichnen ein überwiegend positives Bild von den städtischen Krippen, Kindergärten und Horten. Demnach gehen 60 Prozent der Kinder sehr gerne, 32 Prozent gerne in die Kitas. 95 Prozent der Eltern sind der Ansicht, dass ihr Kind dort ein vielfältiges Bildungsangebot erhalte. Fast ebensoviele erkennen an, dass ihre Kinder eine gute bis sehr gute sprachliche Begleitung und Anregung erhielten. Auch für ausreichend Bewegung sei immer gesorgt, meinen fast alle Eltern.

Die positiven Einschätzungen überwiegen auch bei den Fragen nach der pädagogischen Arbeit, nach der Atmosphäre in den Einrichtungen und bei der Essensversorgung. Nicht ganz so viel Zustimmung erhalten die Einrichtungen und die Stadt für den Umgang mit der Corona-Krise. Auch hier sind die guten Einstufungen aber höher als die kritischen.

Demnach haben sich 43 Prozent der Eltern von der Stadt bislang immer sehr gut bis gut über die Entwicklungen informiert gefühlt. 25 Prozent machte ein Kreuz bei „mittelmäßig“. 30 Prozent fühlten sich eher schlecht bis sehr schlecht informiert.

Ähnlich verteilt waren die Antworten auf die Frage, ob die Einrichtung mit den Eltern Kontakt gehalten und ob die Einrichtung die Kinder mit Angebot versorgt habe – im Schnitt war jeweils ein Drittel der Eltern eher unzufrieden. Die Erreichbarkeit der Stadt und der Einrichtungen bei Fragen zu Corona wurde dagegen deutlich besser beurteilt – hier lag der Anteil der Unzufriedenen nur bei elf beziehungsweise bei acht Prozent.

Eltern-App soll Kommunikation verbessern

Um die Kommunikation mit den Eltern von Kita-Kindern in Krisenzeiten wie jetzt aufrecht zu erhalten, will das Sozialamt eine so genannte Eltern-App einführen. Laut Amtsleiter Martin Rattenberger gibt es hier mittlerweile verschiedenen Angebote, die die Verwaltung jetzt überprüfen werde. Die monatlichen Kosten schwanken zwischen 0,50 und 1,50 Euro je Kind. Weil die Einführung einer solchen digitalen Kommunikationsplattform die Kita-Leitungen entlaste, könnten die Kosten aus dem so genanten Leistungsbonus bestritten werden. Diesen übernehme die Staatsregierung.

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