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Josef Hader begeisterte zum wiederholten Mal in der fast ausverkauften Stadthalle. 

Germering

Und wieder spielt Hader Hader: Er begeistert mit Wiener Schmäh und bösen Liedern

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Hader spielt Hader. Seit Jahren. Immer wieder mehr oder weniger dasselbe. Und dennoch sind die regelmäßigen Auftritte von Josef Hader, dem großen österreichischen Schauspieler und Kabarettisten, in der Stadthalle immer wieder ausverkauft.

Germering –  Und die Besucher liegen ihm zu Füßen. Wie auch jetzt wieder. Nicht enden wollender Applaus nach gut zwei Stunden. Eine unerwartete Zugabe, als die ersten schon den Saal verlassen wollten – es war eigentlich wie immer.

Was ist das Geheimnis dieses Erfolgs? Vielleicht muss man sich verabschieden von von einer falschen Einschätzung. Es ist kein Kabarettprogramm, das der im Mühlviertel geborene und im Waldviertel aufgewachsene 58-jährige Hader seit rund 20 Jahren Besuchern mit auf die Bühnen der deutschsprachigen Welt bringt. Das müsste man in der Tat immer wieder erneuern, wenn es als solches durchgehen sollte. Nein, „Hader spielt Hader“ ist ein großes Schauspiel. Ein skurril aberwitziges Melodram über einen Kabarettisten, der den Besucher mit den Wahnsinnigkeiten des Alltags konfrontiert. Der den Besucher mit seinem bös-charmanten Schmäh so um den Finger wickeln kann, dass der gar nicht merkt, wie schnell man in die politisch unkorrekten Fallen treten kann.

Natürlich lässt Hader aktuelle Entwicklungen nicht außen vor. Sein absurder Diskurs über Erdbeerjoghurt, den es in dieser Menge nur geben könne, weil er mit künstlichem Aroma hergestellt werde, endete früher immer mit den Hinweis: In einer gemäßigten Diktatur würde es das nicht geben. Österreich arbeite dran. Jetzt lautet der Schluss etwas versöhnlicher: Österreich hat den Versuch abgebrochen.

Ein zweiter wichtiger Bestandteil des Hader’schen Welttheaters sind die großartigen Lieder, bei denen sich Hader am abgewetzten E-Piano selbst begleitet. Schönster Höhepunkt immer wieder: seine Version des Tom-Waits-Songs „In the Neighborhood“ – bei Hader lautet der Titel „In da Nachbarschaft“. Auf der einen Seite hört man eine hymnische Melodie, die mit Discokugel lichtmäßig fast schon kitschig untermalt wird. Auf der anderen Seite beschreibt Hader im Text den Wiener Bezirk Ottakring derart direkt mit den Zuständen in diesem sozialen Brennpunkt – „Im oidn Sexkino spuin jetzt die Serben an Jazz und da Taxler hat sich heimlich an Revolver verschafft“ – dass einem das Lachen im Halse stecken bleibt.

Auch diesen und alle anderen Songs kann man immer wieder hören. Großes Musiktheater. Das würde man sich gerne ein weiteres Mal anhören und ansehen.

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