Tom Grotheer gibt im Lockdown Flüchtlings-Kindern Nachhilfe per Tablet.  Foto: Weber
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Tom Grotheer gibt im Lockdown Flüchtlings-Kindern Nachhilfe per Tablet.

Ehrenamtliche der Caritas

Hausaufgaben-Hilfe mit Tablets und Video

Kindern bei den Hausaufgaben helfen ist für die Eltern oft nicht einfach. Besonders wenn es um sprachliche Probleme geht, wie zum Beispiel bei den Kindern von Flüchtlingen, wird häufig Hilfe von außen benötigt.

Germering – Doch wegen der Corona-Pandemie dürfen die Helfer die Kinder nicht mehr persönlich treffen. Daher braucht es innovative Lösungen. Die Caritas hat dafür jetzt Videokonferenzen mit Ehrenamtlichen eingeführt.

Kinder von Flüchtlingen haben häufig Probleme, die Hausaufgaben komplett alleine zu bearbeiten. Selbst kleinere sprachliche Nachteile machen sich schnell in allen Fächern bemerkbar. Denn wenn schon die Aufgabenstellung nicht vollständig verstanden wird, können die Aufgaben natürlich auch nicht erfolgreich bearbeitet werden. So fallen die Kinder im Unterricht oft immer weiter zurück.

Um diesen Kindern zu helfen, gehen in normalen Zeiten ehrenamtliche Helfer der Caritas in die Flüchtlingsunterkünfte, um den Grundschulkindern dort bei ihren Hausaufgaben zu helfen. Doch in der Corona-Pandemie ist das nicht mehr möglich. „Im Moment dürfen wir in die Unterkünfte nicht rein“, sagt Tim Grotheer. Er engagiert sich seit 2018 in der Hausaufgabenhilfe. Hauptberuflich verkauft er Ersatzteile in der Luftfahrtbranche.

Auch in der Pandemie brauchen die Kinder weiterhin Hilfe mit dem Verständnis des Schulstoffes. Wegen des Fernunterrichts sogar oftmals noch mehr als vor der Corona-Krise. Diese Hilfe erhalten sie nun über Videokonferenzen. „Das funktioniert ganz gut“ meint Grotheer. Die Ehrenamtlichen hätten jeweils einige der Schüler übernommen, denen sie dann zu festen Zeiten mit ihren Aufgaben helfen.

Damit die Kinder überhaupt an den Videokonferenzen über die Software „BigBlueButton“ teilnehmen können, werden ihnen von der Caritas leihweise Tablets zur Verfügung gestellt – in den betroffenen Familien gibt es nur selten geeigneten Endgeräte. Das Programm selbst ist aus Sicht von Grotheer auch für Kinder einfach nutzbar. „Natürlich fehlt der persönliche Kontakt“, sagt er. Leider würde es aber in dieser besonderen Situation nicht anders gehen. Und die Hilfe aus der Ferne sei immer noch deutlich besser als gar keine Hilfe.

Der 46-Jährige Grotheer findet die Aufgabe weiterhin erfüllend. „So kann man Kindern helfen, das ist eine gute Sache,“ sagt er. Und im Großen und Ganzen klappe es auch ganz gut mit der Hausaufgabenbetreuung über das Internet. (Sven Behrens)

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