Die Malteser haben am Mittwoch auf dem Parkplatz des Waldstadions an der Bertha-von-Suttner-Straße das provisorische Schnelltest-Zentrum aufgebaut.
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Die Malteser haben am Mittwoch auf dem Parkplatz des Waldstadions an der Bertha-von-Suttner-Straße das provisorische Schnelltest-Zentrum aufgebaut.

Für Besuche in Altenpflegeheimen

Hier gibt es jetzt Corona-Schnelltests

Um Angehörige in einem Seniorenheim über die Feiertage besuchen zu können, muss man einen negativen Corona-Test vorweisen. Dafür wurde ein Schnelltest-Zentrum aufgebaut.

Germering – Damit die Untersuchungen möglichst aktuell sind, ist für die nächsten Tage ein provisorisches Schnelltest-Zentrum dafür auf dem Parkplatz des SCU-Stadions aufgebaut worden. Kurz vor der Öffnung am Mittwoch, 23. Dezember, werden noch die letzten Handgriffe angelegt. Rund 20 ehrenamtliche Helfer der Malteser schließen Heizungsanlagen an die Zelte an, stellen darin Bänke und Tische auf und sperren den Bereich ab. Auf der anderen Seite der Straße im regulären Corona-Testzentrum steht bereits eine Schlange von Menschen, die mit Abstand und Maske darauf warten, getestet zu werden. Als dann um kurz nach 10 Uhr die Testkits geliefert werden, sind auch die Malteser bereit für die ersten Besucher.

Anders als in den regulären Testzentren werden hier Schnelltests verwendet. Die sind nötig, um in der momentanen Situation ein Altenpflegeheim zu besuchen. „Wir wollen es den Menschen ermöglichen, über Weihnachten sicher ihre Angehörigen zu sehen“, sagt Thomas Rapp, Kreisgeschäftsführer der Malteser in Dachau und Fürstenfeldbruck sowie Einsatzleiter vor Ort. Dafür sei es sehr wichtig, dass die Tests schnell durchgeführt und ausgewertet werden können.

Malteser-Einsatzleiter Thomas Rapp (M.) bereitet sein Team auf die Arbeit vor.

„Wir machen einen Rachenabstrich durch die Nase, den wir dann direkt vor Ort auswerten“, sagt Rapp. Das würde ungefähr 15 Minuten dauern. Und die Geschwindigkeit sei wichtig. Denn ein Test ist immer nur eine Momentaufnahme, die entsprechend möglichst nah am Besuchszeitpunkt bei den besonders gefährdeten Menschen im Pflegeheim liegen solle.

„Ein normaler Test dauert da zu lange, weil er erst ins Labor geschickt werden muss und dort dann ausgewertet wird“, sagt der 34-Jährige, der seit 2008 bei den Maltesern aktiv ist. Damit die Tests zielgerichtet eingesetzt werden, würden daher auch nur die Menschen getestet werden, die eine Bescheinigung von einem Altenpflegeheim haben, dass sie dort Verwandte besuchen wollen.

Natürlich riskieren auch die Ehrenamtlichen in der Teststation eine Infektion, doch sie sind gut vorbereitet. „Für uns als Helfer ist das das Tagesgeschäft“, so Rapp. Daher wüssten sie, mit den Risiken umzugehen und sich zu schützen. „Wir haben ein Bewusstsein dafür, worauf wir achten müssen“, sagt er.

Einer dieser Helfer, der einen Teil seines Weihnachten opfert, damit Menschen ihre Angehörigen besuchen können, ist Karl-Michael Brand. Eigentlich leitet er die Hundestaffel der Malteser und ist dafür zuständig, vermisste Personen zu suchen. Weil es aber einen Personalengpass gab, hilft er nun bei den Schnelltests mit.

„Mein eigenes Weihnachten würde heuer sowieso nicht so lebhaft sein, man kann ja wegen der Pandemie wenig machen“, meint er. Außerdem sei er es gewohnt, auch in den Feiertagen Menschen zu helfen. Daher hat er Teile seiner Weihnachtsfeiern einfach ein paar Tage vorgezogen.

Die ersten Kunden des Schnelltest-Zentrums: F. Weiß (r.) mit Tochter F. Schramm.

Doch besonders groß ist der Andrang auf die Schnelltests nicht. In der ersten Stunde nach der Eröffnung kommt nur eine einzige Besucherin. F. Weiß aus Germering möchte an Heiligabend ihren Mann im Pflegeheim besuchen gehen. „Zuletzt habe ich ihn vor zwei Wochen gesehen“, sagt sie, auch damals sei sie schon getestet worden. Ihre 56-jährige Tochter begleitet sie zum Test, darf allerdings später nicht mit zu ihrem Vater ins Heim. „Dort darf immer nur ein Besucher rein, da hat er seine Frau auserkoren“, sagt sie.

Testzeiten: Das Schnelltest-Zentrum der Malteser ist am 24. Dezember von 8 bis 14 Uhr und am 26. Dezember von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Das Bayerische Rote Kreuz macht Schnelltests vom 24. bis 26. Dezember, jeweils von 10 bis 14 Uhr im alten BRK-Haus an der Dorfstraße 6. Sven Behrens

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