Bluttat in Unterföhring: Polizistin wird wohl nicht mehr aufwachen

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Hörakustikmeisterin Ellen Schwaighofer ist Regionalleiterin von zwölf Terzo-Zentren in der Region.

Hörtraining von der Akustikmeisterin

Sie hilft, wenn die Welt verstummt

Längst nicht mehr nur bei den Älteren der Gesellschaft funktionieren die Ohren mit der Zeit immer schlechter. Auch Junge sind von Schwerhörigkeit betroffen. Doch es gibt Hoffnung: ein spezielles Hörtraining aus Germering.

Germering – Lässt die Leistung der Ohren nach , beginnt ein oft schleichender Prozess: Viele Menschen ziehen sich aus der Öffentlichkeit zurück. Im schlimmsten Fall vereinsamen sie, nehmen nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teil. Dieses Phänomen kennt Ellen Schweighofer gut. Die Hörakustikmeisterin ist Regionalleiterin von zwölf „Terzo“-Häusern in der Region, unter anderem auch in Germering. Dort passen die Spezialisten nicht nur neueste Hörgeräte an, es werden auch besondere Hörprogramme angeboten. Unter anderem wurde ein Training entwickelt, um den Schwerhörigen zu helfen und ihnen wieder eine Teilhabe am Leben zu ermöglichen.

Auffällig bei den Germeringer Spezialisten: Die Kundschaft besteht längst nicht mehr nur aus Senioren – im Gegenteil. Das Klientel wird zusehends jünger. Längst sei es passé, dass erst 70- oder 80-Jährige zum HNO-Arzt oder Hörgeräteakustiker gehen, um sich wegen ihres Hörverlusts behandeln zu lassen oder beim Hörgeräteakustiker um ein Hörgerät nachzufragen, sagt Schwaighofer. „Die durchschnittliche Erstversorgung in Sachen Hörverlust fängt heute im Alter von Anfang bis Mitte 60 an, doch wir haben auch viele Kunden, die viel jünger sind“, so die Hörakustikerin.

Damit die Schwerhörigen ihre Umgebung wieder besser wahrnehmen können, müssen sie quasi die Schulbank drücken. „Schlecht hörende Menschen müssen neu lernen alle Geräusche so wahrzunehmen, wie das früher mit gesundem Gehör ganz automatisch abgelaufen ist“, sagt Schwaighofer. Der aktive Mensch sei ständig einer Vielfalt von Reizen ausgesetzt, die er zu verarbeiten hat. „Liegt eine Beeinträchtigung des Hörvermögens vor, so führt dies zu einem eingeschränkten Sprachverstehen in geräuschvoller Umgebung“, erklärt die Expertin.

Ein Mehraufwand an Konzentration und Aufmerksamkeit sei erforderlich, das bedeute Hörstress. Anhaltender Hörstress wiederum könne zur Erschöpfung und dem Verlust von Entspannungsfähigkeit führen. Bei einem gesunden Gehör blenden die akustischen Hörfilter Überflüssiges aus. Nur 30 Prozent der Hörinformationen werden bewusst wahrgenommen – begleitende Nebengeräusche werden schon während des aktiven Hörens aussortiert und erreichen die bewußte Hörverarbeitung erst gar nicht. Man nennt diesen Vorgang selektives Hören. Dieses selektive Hören hat laut Schwaighofer durchaus Sinn, denn: „Es schützt uns vor Reizüberflutung.“

Das Hörtraining soll die Betroffenen unter anderem dabei unterstützen, diese Fähigkeit wieder zu aktivieren. Nach der Diagnose beim HNO-Facharzt analysieren die Hörakustiker das individuelle Hörprofil. „Darauf bauen wir unser Trainingsprogramm auf, in dem wir auch Störgeräusche wie zum Beispiel Partygespräche oder Verkehrslärm mit einfließen lassen“, berichtet Schwaighofer. Die Patienten erhalten dazu auf ihre Bedürfnisse angepasste Hörgeräte und einen Rekorder mit CD sowie ein Trainingshandbuch, mit dem sie täglich zwei Wochen lang üben sollten. „Die durch die Hörminderung geschwächte Hörverarbeitung muss wieder stimuliert werden.“

Wie wichtig es ist, schlechtes Gehör behandeln zu lassen, zeigt Schwaighofer folgendermaßen auf: „Nicht versorgte Schwerhörigkeit kann die Wahrscheinlichkeit begünstigen, schneller an Demenz zu erkranken, denn Hören ist Kopfsache.“ Deshalb ermutigen die Mitarbeiter des Germeinger Terzo-Zentrums ihre Kunden dazu, ihre Ohren zu trainieren. „Damit sie wieder mitten drin im Leben stehen und daran teilhaben können.“

Von Angi Kiener

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