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„In industriellem Stil“: Weiter Ärger um Freiham-Bauschutt

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In Freiham entsteht ein neuer Stadtteil. © Achim Frank Schmidt

Der Umweltbeirat will mögliche Fälle von Baumfrevel bereits im Vorfeld vermeiden. Anlass ist eine großflächige Abholzung in der Moosschwaige im März.

Germering Beiratsmitglied Hans-Jürgen Gulder, er war bis zu seiner Pensionierung Leiter des Kreis-Forstamts, sagte dazu jetzt in der ersten Sitzung seit der Corona-Krise: „Wir haben es zu spät erfahren.“

Allerdings räumte Gulder auch eine gewisse Machtlosigkeit des Gremiums ein: „Wir als Beirat können das Thema lediglich in der Öffentlichkeit halten.“

In der Sitzung wurde berichtet, dass die Untere Naturschutzbehörde inzwischen an den Waldbesitzer herangetreten ist. Das städtische Bauamt hat den Waldbesitzer ebenfalls angeschrieben. Grund: Er hätte für seine Aktion einen Bauantrag stellen müssen.

Gulder hielt dem Eigentümer des abgeholzten Areals vor, in industriellem Stil gehandelt zu haben. Es seien nach seiner Schätzung rund 25 Tonnen Baumaterial aus Freiham abgelagert worden, dessen Entsorgung zwischen 150 000 und 200 000 Euro gekostet hätte. „Den Betrag hat er von der Stadt München genommen, die ihren Dreck loswerden wollte“, so Gulder über den Eigentümer.

Dieser komme jetzt wohl seiner Pflicht zur Wiederaufforstung nach. Doch das verursacht laut Gulder allenfalls Kosten von 15 000 Euro. Hinzu komme, dass eine aufgeforstete Fläche erst nach mehreren Jahrzehnten wieder ihre ursprüngliche Qualität erhalte.

Derzeit sieht der etwa ein Hektar große eingeebnete Bereich wie eine Ackerfläche aus, nachdem dort eine Mischung aus verschiedenen Gräsern angesät worden war. Das für sich genommen, sei ökologisch im vertretbaren Rahmen, so Gulder. Nach seinen Angaben argumentiere der Eigentümer und dessen Rechtsbeistand ebenfalls mit der verbesserten Qualität des Bodens. Bei dem aus Freiham herangeschafften Material handelt es sich um einen stark kiesigen Lehmboden.

Gulder erläuterte, dass in der Landwirtschaft derartiges Material durchaus zur Aufwertung des Bodens verwendet werde. Das Vorgehen in der Moosschwaige sei deshalb so zu kritisieren, weil es sich um Waldboden und schützenswerten Bannwald handle. „Waldboden hat eine über Jahrhunderte gewachsene Struktur.“ Das sei besonders schützenswert. Landwirtschaftlich genutzter Boden erfahre dagegen regelmäßig Veränderung.

Gulder wies noch darauf hin, dass es rund um das Schusterhäusl früher ähnliche Ablagerungen von Baumaterial gegeben habe. „Von der Menge her weniger, aber auch schlechterer Qualität.“

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