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Germerings OB Andreas Haas.

Das aktuelle Interview mit OB Andreas Haas

„Germering ist eine besondere Stadt“

Germering - 25. Jahrestag der Stadterhebung, Abflauen der Flüchtlingsproblematik und anstehende Investitionen: OB Andreas Haas lässt im Merkur-Interview das Jahr 2016 noch einmal Revue passieren.

Herr Haas, Germering hat 2016 ja ein besonderes Jubiläum gefeiert: Vor 25 Jahren wurde es zur Stadt erhoben. Hat die Stadt in diesem Vierteljahrhundert zu sich gefunden, sprich gibt es eine Art Germeringer Identität?

Andreas Haas: Germering ist durchaus eine besondere Stadt. Das liegt bei weitem nicht nur daran, dass wir so nahe an München sind. Prägend sind vor allem die große Familienfreundlichkeit, die kurzen Wege, das Arbeitsplatzangebot und die vielfältigen Freizeitmöglichkeiten. Was Germering darüber hinaus lebenswert macht, sind die vielen Bürgerinnen und Bürger, die sich in sämtlichen Bereichen ehrenamtlich für ein gelungenes Miteinander engagieren. Und die für ihren Einsatz geschätzt werden.

Gefeiert wurde das Jubiläum mit einem dreitägigen Stadtfest vor der Stadthalle. Diese Art des Feierns soll ja auch in Zukunft das Volksfest ersetzten. Hat sich das Stadtfest bewährt?

Andreas Haas: Das Stadtfest 2016 war ein voller Erfolg, obwohl das Wetter nicht mitgespielt hat. Es war ja ein Fest der Germeringer Vereine für die Germeringerinnen und Germeringer. Ein weiterer schöner Beweis für das große Zusammengehörigkeitsgefühl in unserer Stadt. Alle beteiligten Vereine wollen wieder mitmachen. Darum freuen wir uns schon jetzt auf ein gelungenes und hoffentlich sonniges Stadtfest vom 14. bis 17. Juli 2017. Und dann wieder 2018, 2019 …

Die Flüchtlingsproblematik hat im Laufe des Jahres an Brisanz abgenommen. Die belegte MBG-Turnhalle ist wieder freigemacht worden, stattdessen gibt es eine neue Unterkunft an der Industriestraße. Wie kann man die aktuelle Situation beschreiben?

Andreas Haas: Zunächst einmal hat die Stadt keinen Einfluss darauf, wo die Flüchtlinge untergebracht werden. Die Unterkünfte gehören der Regierung von Oberbayern, beziehungsweise dem Landratsamt und werden von Fachkräften betreut. Natürlich leisten auch wir unseren Beitrag, damit sich Männer, Frauen und Kinder, die bei uns Schutz suchen, sicher fühlen. Gemeinsam mit den unverzichtbaren ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern werden wir dafür sorgen, dass ihre Integration voranschreitet. Wobei sich die Helferkreise und der Arbeitskreis Asyl über zusätzliche, tatkräftige Unterstützung freuen würden. Interessierte melden sich gern bei unserem Integrationsbeauftragten Manuel Leupold.

Das Jahr 2015 war vor allem auch durch den Umbau des Kleinen Stachus geprägt. Es hat teils heftige Kritik an der Gestaltung und der Verkehrsführung gegeben. Wird der Platz mittlerweile von den Germeringern angenommen?

Andreas Haas: Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat sich im Sommer gezeigt, dass der Platz nun auch gut angenommen wird. Der Kleine Stachus ist heute belebter denn je. Grund sind der schöne Brunnen, die Blumen, die Geschäfte, die Tische und Stühle vor den Lokalen. Sie alle laden zum Verweilen ein. Und der fantastische Christbaum heuer ist ein echter Hingucker. Mit seinen hunderten Lichtern zaubert er den Passanten ein Lächeln ins Gesicht und sorgt für Weihnachtsstimmung.

Die Stadt kann sich seit rund zwei Jahren über eine äußerst positive Entwicklung der Finanzen freuen. Es stehen aber auch mehrere große Investitionen an. Was muss in den nächsten Jahren so alles geschultert werden?

Andreas Haas: Es geht nach wie vor darum, die Stadt noch attraktiver zu machen. Dazu gehören die Wirtschaftsförderung und das Stadtmarketing. Außerdem erweitern wir das Hallenbad um ein Lehrschwimmbecken als Multifunktionsbecken und einen Eltern-Kind-Bereich. Auch mit den Schulen haben wir viel vor. Ein richtiges Millionen-Großprojekt ist die Generalsanierung und Erweiterung der Wittelsbacher Mittelschule, die Erweiterung der Theresen-Grundschule mit ihrem Familienstützpunkt. Die Kosten betragen rund 33 Millionen Euro. Dazu kommen unter anderem die Vergrößerung der Kerschensteinerschule, der Ausbau der Mittagsbetreuung an der Kleinfeldschule und die Erweiterung des Abenteuerspielplatzes. Selbstverständlich geht auch die Planung zur Neugestaltung des Stadthallenvorplatzes und des Bahnhofsareals weiter. Auch die „kleinen Dinge“ von A wie Abfallkörbe bis Z wie Zebrastreifen erneuern dürfen nicht vergessen werden.

Vor knapp einem Jahr wurde der 40 000. Einwohner begrüßt. Mittlerweile kratzt die Stadt wohl an der 41 000er-Grenze. Wie groß kann Germering überhaupt noch werden?

Andreas Haas: Germering wächst tatsächlich kontinuierlich. Im Schnitt sind seit 2010 jährlich rund 430 neue Bürgerinnen und Bürger nach Germering gezogen. Das ist für eine Kommune in der Nähe einer Großstadt wie München nicht außergewöhnlich. Dabei sind wir seit je her sorgsam darauf bedacht, dass die Infrastruktur entsprechend mitwächst. Das wird auch in Zukunft so sein. Und weil Germering wie gesagt eine familienfreundliche Stadt ist, werden wir uns auch weiterhin für bezahlbaren Wohnraum stark machen.

Sie sind jetzt seit fast neun Jahren OB. Das Zehn-Jahres-Jubiläum rückt näher. Hilft die Erfahrung oder steht man jede Woche wieder vor ganz neuen Aufgaben?

Andreas Haas: Ganz klar, Oberbürgermeister zu sein, ist spannend und herausfordernd. Aber natürlich hilft die Erfahrung. Zusammen mit der Unterstützung meiner erfahrenen und fleißigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie den Anregungen von Bürgerinnen und Bürgern lassen sich die Aufgaben jede Woche meistern. Am wichtigsten ist mir, Politik in und für die Stadt Germering mit Augenmaß und gegenseitigem Respekt zu machen. Darum freue ich mich auf 2017.

kg

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