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Auch in Germering: Kindergartenplätze sind Mangelware

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Von: Klaus Greif

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Ausreichend Räume für die Kinderbetreuung stehen in der Stadt zwar zur Verfügung. Allerdings fehlt das vielerorts das notwendige Fachpersonal. Das
Ausreichend Räume für die Kinderbetreuung stehen in der Stadt zwar zur Verfügung. Allerdings fehlt das vielerorts das notwendige Fachpersonal. © mm

Eltern haben es in diesem Jahr schwerer denn je, ihr Kind in einer Krippe oder einem Kindergarten unterzubringen. Aktuell können 168 jüngere und 147 ältere Kinder nicht aufgenommen werden. Hauptgrund der Misere sind fehlende Fachkräfte.

Germering – Die Versorgungssituation in den Kindertagesstätten hat sich vor allem im Krippenbereich deutlich verschärft. Der zuständige Amtsleiter Martin Rattenberger präsentierte im Sozialausschuss Zahlen, die vor allem eines aussagen: Mehr Eltern denn je haben im September keinen Betreuungsplatz für ihr Kind.

Der Stichtag

Im Krippenbereich sind es laut Rattenberger 168 anspruchsberechtigte Ein- bis Dreijährige, die derzeit keinen Platz bekommen – im Vorjahr waren es zum gleichen Zeitpunkt 89. Angemeldet wurden insgesamt 378 Kinder. 34 haben keinen Platz bekommen, weil sie nach dem Stichtag geboren wurde – sie erreichen das Mindestalter aber noch im Laufe des Jahres.

Im Kindergartenbereich sieht es ähnlich aus. Hier wurden 574 Mädchen und Buben angemeldet. 70 wurden nach dem Stichtag geboren und sind erst im Laufe des Jahres anspruchsberechtigt. Weil zum neuen Schuljahr nur 357 Plätze belegt werden können gehen 147 Kinder leer aus – im Vorjahr waren es mit 195 noch mehr. Insgesamt gibt es in der Stadt rund 1500 Kindergarten- und 490 Krippenplätze.

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In der Statistik sind die Kinder von Ukraineflüchtlingen noch nicht berücksichtigt. Es ist aber aus Sicht von Martin Rattenberger schon jetzt absehbar, dass hier auch noch einiges auf die Stadt zukommt.

Das größte Problem in Sachen Kinderbetreuung ist laut Rattenberger der eklatante Fachkräftemangel. 221 Kindergartenplätze und 69 Krippenplätze können nicht belegt werden, weil kein Personal vorhanden ist. Wenn alle Gruppen, die räumlich möglich sind, gebildet werden könnten, gäbe es bei den Kindergärten sogar einen Überschuss. Man werde deswegen mit Nachdruck daran arbeiten, Personal zu gewinnen.

Der Stadt geht es bei der Kinderbetreuung nicht anders als allen Kommunen im Münchner Speckgürtel, erklärte Rattenberger weiter. Er habe mit seinen Kollegen im Landkreis und in Dachau telefoniert und überall ähnliche Klagen gehört.

Schließung

Die Ankündigung des Ordinariats München-Freising, den Kindergarten St. Cäcilia zum Schuljahresende zu schließen, passt in dieses negative Bild. Laut Rattenberger gehen der Stadt dadurch 75 Plätze verloren, die potenziell belegt werden könnten. Auch Nachfrage von Herbert Sedlmeier bestätigte er, dass dadurch faktisch nicht weniger Kinder bereut werden. Grund: Wegen des Personalmangels sind in St. Cäcilia bei weitem nicht alle Plätze belegt worden. Und im kirchlichen Kindergarten St. Martin, wohin die Cäciliakinder ab September gehen sollen, sei es ähnlich gewesen.

Die Stadt hofft weiter, dass es endlich Gespräche mit der Kirche über die Zukunft des Kindergartens St. Cäcilia gibt, erklärte OB Andreas Haas. Es soll dabei um das Angebot der Stadt gehen, dass sie den Kindergarten übernimmt und sich selbst um einen Träger und Personal kümmert. Das erzbischöfliche Ordinariat habe erst jetzt auf das Gesprächsangebot reagiert.

CSU-Stadträtin Eva Kuchler wollte wissen, ob man aushilfsweise ausgebildete Tagesmütter im Kindergarten einsetzen und so das Personalproblem mindern könne. Martin Rattenberger antwortete, dass dies zwar möglich sei. Allerdings könnten mit Tagesmüttern keine zusätzliche Gruppen gebildet werden.

Dafür seien von Gesetz wegen nur Fachkräfte erlaubt. Tagesmütter könnten allenfalls zu Unterstützung eingesetzt werden.

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