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Bezirksrätin Gabriele Off-Nesselhauf (rotes Kleid) hat zum Netzwerktreffen ins „Zeit+Raum“-Museum geladen. Bezirksheimatpfleger Norbert Göttler (neben ihr) sprach über die Probleme von Regionalmuseen.

Netzwerktreffen

Kleine Museen müssen zusammenhalten

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Die fünf von Fördervereinen geführten kleinen Museen im Landkreis wollen künftig enger zusammenarbeiten. Das ist das Ergebnis eines ersten Netzwerktreffens, zu dem Bezirks- und Stadträtin Gabriele Off-Nesselhauf ins „Zeit+Raum“ am Rathaus geladen hatte.

Germering – Es gibt fünf mehr oder weniger kleine Museen im Landkreis, die unterschiedlicher nicht aufgestellt sein können. Das bekannteste und wohl am besten besuchte ist wohl das Bauernhofmuseum Jexhof. Weit über die Landkreisgrenzen hinaus spielen aber auch das Pfefferminzmuseum Eichenau und die Furthmühle bei Egenhofen eine Rolle. Während ersteres sich ausschließlich der Minze widmet und diese auch selbst anbaut, ist die Furthmühle mittlerweile zu einem technischen Museum gereift.

Das von den Gröbenhütern betriebene Heimat- und Torfmuseum in Göbenzell und das „Zeit+Raum“-Museum Germering widmen sich dagegen vor allem der jeweiligen Ortsgeschichte. Gemeinsam ist den Einrichtungen, dass sie von Fördervereinen betrieben oder unterstützt werden.

Eine weitere Gemeinsamkeit ist auch die Tatsache, dass sie zwar teils ähnliche Probleme haben, die Organisatoren sich untereinander aber so gut wie nicht kennen. Gabriele Off-Nesselhauf und Kreis-Kulturreferentin Christina Clauss wollen dies ändern. Das Netzwerktreffen im Germeringer Museum soll laut Off-Nesselhauf ein erster Schritt in diese Richtung sein.

Die Idee ist ihr angesichts der großen Depot-Probleme des Jexhofes gekommen. Tausende von Exponate lagerten dort in einem erbarmungswürdigen Zustand. Als im Kreistag über einen Neubau für rund 400 000 Euro diskutiert wurde, sei der Aufschrei groß gewesen. Sie sei damals mit Christine Clauss zum Bauernhofmuseum Glentleiten gefahren, um sich das dortige Depot anzuschauen. Gemeinsam habe man dann beschlossen, dass man die kleineren Museen im Landkreis an einen Tisch zu bringen müsste, um zu sehen, was sie beschäftigt. „Wir dachten, ein erstes Treffen sei gut, damit wir uns kennenlernen.“

Dieser Meinung waren alle Vertreter der einzelnen Fördervereine oder der Betreiber, die ins „Zeit+Raum“-Museum gekommen waren. Bezirksheimatpfleger Norbert Göttler sprach den Vereinen ein ganz großes Kompliment dafür aus, dass sie sich im Zeit+Raum treffen. Er hatte in einem kurzen Vortrag über die Zukunft von Regionalmuseen nicht unbedingt ein positives Bild der Entwicklung gezeichnet.

Im Landkreis Dachau gibt es laut Göttler große Probleme bei den Heimatmuseen – und das, obwohl deutschlandweit jedes Jahr mehr Besucher in Museen als in Fußballstadien gehen. Das Problem sei oft eine Überalterung der ehrenamtlichen Gründungsgeneration der heimatlichen Sammlungen und eine schlechte Zusammenarbeit untereinander. Dabei sind aus Sicht des Bezirksheimatpflegers die kleinen Regionalmuseen „oft wichtige Lernorte auch der Integration“. Vor allem Zugezogene interessierten sich für die Geschichte vor Ort, weil sie sich eine neue Heimat schaffen wollen.

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