Germering

Klimaschutz im Schatten des Coronavirus

  • Klaus Greif
    vonKlaus Greif
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Die am Freitag verkündete fünfwöchige Schließung aller Schulen wegen des Coronavirus hat auch den Aktionstag des Carl-Spitzweg-Gymnasiums (CSG) zum Klimaschutz beherrscht. Weder Schüler noch Lehrer waren glücklich über die Entscheidung.

Germering – Fünf Wochen keine Schule. Wer glaubt, dass dies bei den Schülern Freudenstürme auslösen würde, liegt falsch. Louis aus der 10 d des CSG sieht der langen freien Zeit eher mit gemischten Gefühlen entgegen: „Ich habe keine Ahnung, was ich fünf Wochen lang tun soll.“ Obwohl man es ja eigentlich nicht machen sollte, ist er sich sicher: „Ich werde mich mit meinen Freunden treffen. Klar.“

Mit seinen Freunden hat er am Freitag die Ergebnisse eines Prozesses vorgestellt, der mit dem Welt-Klimaschutztag am 20. September 2019 begonnen hat. Auch als Reaktion auf Kritik an wöchentlichen Friday-for-Future-Demos wollten die Spitzwegianer in der Schule Ideen gegen den Klimawandel entwickeln. In der Aula und in mehreren Klassen stellten die Fünft- bis Zehntklässer ihre Resultate vor – aber auch hier spielte das Virus eine Rolle. Die Klasse 10e wollte am Stand „Fast Food for Future“ eigentlich vegane Burger mit Saital-Patties, selbst gemachtem Ketchup und regionalem Bio-Salat anbieten. „Sie schmecken wirklich gut“, versprach Felicitas Heun. Probieren konnte man allerdings nicht. Der geplante Verkauf ist wegen Corona verboten worden. Felicitas und ihre Klassenkollegen können der fünfwöchigen Zwangspause auch wenig Gutes abgewinnen. Sie sind jetzt schon mit Arbeitsaufträgen versorgt worden. Und nach den Ferien befürchten sie eine Überhäufung mit Prüfungen: „Da werden wir mit Schulaufgaben zugeschüttet. Das ist jetzt schon klar“, meint Felicitas.

Die Klimaschutz-Thematik haben sie und alle anderen ausstellenden Schüler trotz der Virus-Aufregung nicht aus den Augen verloren: „Wir müssen ja etwas ändern“, sagte Beate Pepke (10e). Dass sie auch bereit sind, ihr eigenes Verhalten zu ändern, sagen die Zehntklässler auch: „Wir versuchen, weniger Fleisch zu essen und kaufen bewusster ein.“

Dass ihnen das Thema Klimaschutz wichtig ist und sie sich auch ausführlich darüber informieren, war auch von den jüngeren Schülern immer wieder zu hören. Sowohl bei der 5e, die mit viel Fantasie nützliche und schöne Gegenstände gezaubert hat, als auch bei der 7 c, die alle 565 Unterstufenschüler befragte, wie sie denn zur Schule kommen. Erstaunliches Ergebnis: 53 Prozent kommen zu Fuß oder mit dem Rad, nur 5,5 Prozent werden mit dem Auto gefahren. Der Rest kommt mit der S-Bahn oder dem Bus.

Sehr aktiv war auch die 9d: Die Schüler haben bei zwei Kuchenverkäufen 183 Euro eingenommen und der Organisation „treedom“ gespendet, die damit Bäume in Afrika pflanzte. Wie wichtig Bäume für die CO2-Reduzierung sind, machten sie an ihrem Stand mit Vorträgen über die Photosynthese deutlich.

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