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Rufen zur Teilnahme an der Klima-Demo vor der Stadthalle auf (v.l.): Stefanie Pockrandt-Gauderer, Wolf-Dieter Gatzke (beide in der Fairtrade-Gruppe aktiv), Pfarrer Michael Lorenz und Sophie Schuhmacher.

Nach weltweitem Vorbild

Klimawandel: Eine Stadt tritt in den Streik

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Die Stadt wird Teil der „Fridays for future“-Bewegung im Kampf gegen den Klimawandel. Ein Aktionsbündnis mit mittlerweile rund 40 teilnehmenden Gruppen ruft für Freitag, 20. September, zu einer großen Demo vor der Stadthalle auf.

Germering – Michael Lorenz, Pfarrer der evangelischen Dietrich-Bonhoeffer-Kirche, ist Initiator des Bündnisses „Germering for future“. Gemeinsam mit den Mitstreitern Stefanie Pockrandt-Gauderer, Sophie Schuhmacher und Wolf-Dieter Gatzke rief er zur Teilnahme an der Aktion auf, die am 20. September vor der Stadthalle auch in Germering deutlich machen soll: „Die Mehrheit der Menschen ist bereit, zu handeln. Und die Politiker müssen dies erkennen.“

Die Entwicklung des Aktionsbündnisses ist ein deutliches Zeichen dafür, wie wichtig das Thema in der Bevölkerung ist. Innerhalb von wenigen Wochen haben sich alle Kirchen inklusive der türkisch-islamischen Gemeinde, alle Parteien, alle weiterführenden Schulen und weitere Gruppen beteiligt. Unter anderem mit dabei sind auch Bund Naturschutz, Umweltbeirat und Jugendrat, die Fairtrade-Bewegung, der Verein One Earth one Ocean, das Jugendzentrum Cordobar und die AWO.

Demonstrieren, ohne schwänzen zu müssen

Die Jugendlichen der beiden Gymnasien, der FOS und der Realschule können sich am Aktionstag an der Demo beteiligen, ohne die Schule schwänzen zu müssen. Laut Pfarrer Lorenz veranstalten die Schulen am 20. September einen Projekttag Umwelt, der um 11.30 Uhr endet – anschließend sollen die Schüler zur Stadthalle pilgern.

Das Aktionsbündnis ist auch deswegen Mitglied in der vernetzten „Fridays for future“-Bewegung geworden, weil so am Aktionstag auch die Zahl der Germeringer Demo-Teilnehmer erfasst wird, um dann deutschlandweit eine möglichst große Zahl vermelden zu können.

Dies ist aus Sicht von Pfarrer Lorenz auch deswegen wichtig, weil der 20. September ein entscheidender Tag im Kampf gegen den Klimawandel sei: „In Berlin trifft sich das Klimakabinett, um sein Vorgehen zu bestimmen. Und einen Tag später beginnt in New York der UN-Klimagipfel.“

Aktionsbündnis fordert sofortiges Handeln

Aus Sicht des Aktionsbündnisses ist ein langsames Angehen und nochmaliges Verschieben des Handelns in die Zukunft nicht mehr vertretbar. Wichtig seien jetzt klare Vorgaben zum Ausstieg aus der Kohlenstoffverbrennung und zum Erreichen der Klimaneutralität. Lorenz: „Je klarer die Vorgaben, desto besser können sich Forschung und Wirtschaft darauf einstellen.“

Entscheidend beim weiteren Vorgehen gegen den Klimawandel sind nach Einschätzung von Sophie Schuhmacher die Städte und Gemeinden. Denn 70 bis 80 Prozent der weltweiten Klimagase werden ihr zufolge in den Städten ausgestoßen. Schuhmacher sitzt für die Grünen im Stadtrat, möchte im Aktionsbündnis aber als Privatperson auftreten.

Die Forderung an den Stadtrat, die das Bündnis erarbeitet hat, beziehen sich vor allem auf die Bereiche Verkehr, Bauen und Wohnen sowie den Verbrauch von Ressourcen. Als Beispiele nannte sie den Vorrang des Fahrradverkehrs, den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und die Ausschöpfung aller Möglichkeiten, Energieeffizienz, Photovoltaik und Solarthermie zu fördern. Der gesamte Forderungskatalog soll noch offiziell an OB Andreas Haas übergeben werden. Der Inhalt ist den Stadträten schon bekannt.

Der Aktionstag

Das Aktionsbündnis ruft für Freitag, 20. September, zu einem symbolischen Streik auf. Um 11.55 Uhr sollen möglichst viele Germeringer auf den Platz vor der Stadthalle kommen, um so ihre Unterstützung zu bekunden. Alle Kirchenglocken in der Stadt werden für fünf Minuten den Aktionstag akustisch einläuten. Auf dem Therese-Giehse-Platz werden viele Gruppen mit Infoständen auf die Thematik aufmerksam machen. Die Trommelgruppe Sambavaria und die Cordobar werden für Live-Musik sorgen. Die Demo wird rund eine Stunde dauern.

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