Beim Projekt „Gemeinsam kochen. Gemeinsam essen.“ standen Flüchtlinge und Germeringer gemeinsam am Herd der Volkshochschul-Küche.

So schmeckt‘s in Afghanistan

Kochen führt Kulturen zusammen

Das Projekt „Gemeinsam kochen. Gemeinsam essen.“ der städtischen Asylkoordinatorin Frauke Stechow hat rund 20 Germeringer in die Schulküche der Volkshochschule gelockt. Im Mittelpunkt stand dieses Mal „Afghanistan“.

Germering – Das gemeinsame Kochen soll einem Bericht Frauke Stechows zufolge dem Austausch zwischen den Menschen dienen. „So lässt sich mehr erfahren über die Kultur des Anderen und man begegnet sich auf Augenhöhe. Freundschaften können entstehen.“ Außerdem könne man entdecken, welche Gemeinsamkeiten die Kulturen und deren Küche miteinander teilen.

Die Hobbyköche kamen dieses Mal aus dem Kosovo, Afghanistan, Syrien und aus verschiedensten Teilen Deutschlands. Das Zepter oder eher den Kochlöffel hatte May Al Rafai in der Hand. Sie kommt aus Damaskus und lebt seit über drei Jahren in Germering. Kochen ist eine Leidenschaft von ihr. Bei vielen Veranstaltungen, die Frauke Stechow oder der Integrationsbeauftrage Manuel Leupold organisieren, bringt May Al Rafai Köstlichkeiten aus ihrer Heimat mit. Beim Koch-Projekt erklärte sie jetzt, wie diese Gaumenfreuden zubereitet werden.

Frauke Stechow zeigte sich erfreut über die große Beteiligung. Das Projekt komme gut an, sowohl bei den „Alteingesessenen als auch bei den neu Zugezogenen“. In der Stadt lebten Menschen aus über 100 Nationen – da könne man noch viele Koch-Treffen veranstalten.

Im Hinterkopf hat die Asylkoordinatorin außerdem, dass aus dem Projekt noch mehr entstehen könne. Sie denkt an einen Catering-Service oder ein Restaurant. Das seien aber noch Zukunftsträume.

Positiv beurteilte die Organisatorin, dass zum jüngsten Kochtreff auch der ein oder andere männliche Hobbykoch gekommen sei. So habe ein Austausch zwischen Männern und Frauen stattfinden können.

Einer dieser Köche war Bernd Willeuthner. Von Beruf Kriminalpolizist, daheim Hobbykoch. Er kam mit Ehefrau Sylvie, die seit Jahren im Helferkreis aktiv ist. „Ich probiere gern Rezepte aus und koche viel Gerichte der indischen, arabischen oder afghanischen Küche“, erklärte Willeuthner. Es freue ihn deswegen, wenn er von Menschen, die direkt aus dem jeweiligen Kulturraum kommen, Tipps und Tricks lernen könne.

Auch Fereschteh Erschadi-Zimmermann, Referentin des Stadtrates für Integration und Städtepartnerschaften, war mit ihrem Mann gekommen. Sie erklärte: „Zuhause kochen wir auch international, nicht nur persisch wie aus meiner Heimat.“

May Al Rafai war positiv überrascht vom großen Interesse an der syrischen Küche. Diese sei zwar einerseits ganz anders als die deutsche. Andererseits gebe es aber auch Gemeinsamkeiten. Es sei schön gewesen, dass sie das zeigen konnte, erklärte die Köchin und fügte an: „Ich freue mich, dass es allen gut geschmeckt hat.“ Sie bereitete unter anderem gemeinsam mit den Gästen ein Gericht mit Freekeh zu, einem unreif geerntetem Weizen, der inzwischen als Superfood gefeiert wird. In Damaskus werde das Gericht schon seit über 4000 Jahren zubereitet.

Das nächste Kochen ist laut Frauke Stechow im Juni geplant. Die kulinarische Reise werde dann nach Afrika führen. Wer Interesse an Informationen hat oder dabei sein möchte, soll sich unter Telefon (089) 89 41 92 54, oder per E-Mail an frauke.stechow@germering.bayern.debei Stechow melden.

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