Germering

Kochen und Töpfern wie in alten Zeiten

Die Gruppe „Nors Farandi“ hat beim Internationalen Museumstag im Rathauspark hinter dem Stadtmuseum uralte Handwerkstechniken vorgeführt. Gleichzeitig wurden im Zeit+Raum-Museum die Besucher durch die Dauerausstellung des Hauses geführt.

Germering Die Gruppe „Nors Farandi“ kommt aus Kirchheim östlich von München. Sie war vom Förderverein Stadtmuseum engagiert worden, um den Museumstag um eine Attraktion zu bereichern, die auch für Kinder interessant war. Die Mitglieder führten historische handwerkliche Techniken wie zum Beispiel die Herstellung von Keramikgefäßen zum Kochen vor. Dabei erklärte Sabine Nagl unter anderem, dass es bei den aus Ton gebrannten Töpfen länger dauerte, bis der Inhalt erhitzt war.

Im Gegenzug brauchten die Menschen dann aber auch weniger Feuer, um das Essen warmzuhalten. „Weil die Wärme um das ganze Gefäß gewirkt hat und nicht wie auf den modernen Herden nur von unten her“, erläuterte Nagl den staunenden Zuhörern.

Während sie das erzählte stubste Melanie Dessler ihren zehnjährigen Sohn Melvin an und sagte: „Siehst du, die haben früher auch schon was drauf gehabt.“ Die Jugend würde so sehen, dass jede Erfindung und jede Technik ihre Vergangenheit gehabt habe, meinte die Mutter im Gespräch: „Nicht jede Selbstverständlichkeit ist erst in der heutigen Zeit vom Baum gefallen.“ Das zu zeigen, sei ein Grund gewesen, zum Museumstag zu kommen.

Dort konnten die Besucher dank Claudia Fischer auch sehen, dass die Menschen bereits vor langer Zeit Kochevents hatten. Der Duft einer Zwei-Korn-Suppe, in die Fischer unter anderem Stangensellerie, Karotten und Rosmarin gab, zog nebst dem angebratenen Speck verführerisch in die Nasen der Besucher. Doch probieren konnten sie die Suppe nicht. Sie durften lediglich Fladenbrot essen. Grund: Die Feuerstelle für Speck und Suppe war nur zu Vorführzwecken aufgebaut. Einschließlich Schnippeln und Vorbereiten würde eine solche Mahlzeit etwa zweieinhalb Stunden bis zur Fertigstellung dauern, erklärte Fischer.

Der Kontakt zu „Nors Farandi“ war über den früheren Germeringer Martin Dürrwächter entstanden. Die Gruppe besteht seit etwa elf Jahren. Was der Name bedeutet, erklärte Sabine Nagl. „So etwas wie fahrende Händler oder Handwerker des Nordens. Das passt zu uns und unseren Darstellungen.“

Im Museum führte derweil Günter Zeidler rund 15 Besucher durch die Ausstellung. Dieses Angebot gab es den ganzen Tag über im Stundentakt. Er erklärte ihnen die Entwicklung Germerings vom ältesten archäologischen Fund bis in die Neuzeit. Vor allem aber freute sich der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins über das große Interesse. Der Museumstag habe schon allein bei seiner Führung das Dreifache der sonst üblichen Besucherzahl ins Zeit+Raum-Museum gezogen.

An normalen Sonntagen würden vielleicht drei, vier oder fünf Besucher kommen, sagte Zeidler. „Es braucht wohl so einen Eventcharakter wie den Museumstag, damit mehr Leute kommen“, stellt Zeidler fest.

Dabei stellte er vor allem ein Ausstellungsstück vor, das aus der neueren Geschichte stammt und dessen Zweck zumindest den älteren Mitbürgern noch in unguter Erinnerung ist. „Es handelt sich um das Fundament eines Flakgeschosses, das im Zweiten Weltkrieg auf der Straße zwischen Germering und Puchheim-Ort aufgestellt war“, erklärte Zeidler den Besuchern.

Das schwere Gerät war im Zweiten Weltkrieg Bestandteil der Luftabwehr rund um München. Wie es ins Stadtmuseum kam, weiß Zeidler auch. „Es ist eben bei der Bundesimmobilien-Verwaltung übriggeblieben.“ Man habe dort angefragt und dann sei es dem Museum zur Verfügung gestellt worden.

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