Für die Bundestagswahl 2017

Germering im Polit-Paket mit Starnberg

Germering – Seit langem wird darüber spekuliert, jetzt verdichten sich die Hinweise immer mehr: Germering wird bei der nächsten Bundestagswahl im Jahr 2017 vom Rest des Brucker Landkreises abgespalten und soll zusammen mit den Landkreisen Landsberg und Starnberg einen völlig neuen Wahlkreis bilden.

Hintergrund ist die Entwicklung der Bevölkerungszahlen. Thüringen muss einen Wahlkreis abgeben und hierzulande muss ein neuer gebildet werden. Eine Wahl ohne Änderung der Größenzuschnitte wäre ein Widerspruch gegen geltendes Gesetz. Die Wahl würde anfechtbar. Wie die SPD-Bundestagsabgeordnete Gabi Fograscher gestern mitteilte, hat die geschilderte Neuregelung mit der ersten Lesung jetzt den Bundestags passiert.

Das heißt: Die Chance, dass sie am Ende so beschlossen wird, ist groß. Das sehen auch die beiden obersten CSU-Vertreter aus der Region, Gerda Hasselfeldt und Reinhold Bocklet, so. Allerdings sind beide mit der Abspaltung Germerings nicht gerade glücklich. „Wir haben alles unternommen, um Änderungen zu vermeiden. Aber die Vorgaben sind, wie sie sind“, sagte gestern die Bundestagsabgeordnete Gerda Hasselfeldt. Änderungen sollten „möglichst wenig invasiv“ erfolgen, so die Regel. Außerdem werde bei solchen Entscheidungen versucht, einen Konsens über die Parteigrenzen hinweg zu finden. So sei die Germeringer Lösung gekommen.

Wie Bocklet berichtet, gab es im Vorfeld auch die Überlegung, einige Dörfer im Brucker Westkreis dem Kreis Landsberg zuzuschlagen – ähnlich wie es bei den Landtagswahlen der Fall ist. Ganz offenbar sei aber einfacher und kompakter, eine vergleichsweise große Stadt zu verschieben als mehrere kleinere Einheiten. Befriedigend sei allerdings keine der Lösung, sagt auch Bocklet. „Die Frage ist: Was ist das kleinere Übel? Denn dass etwas verändert werden muss, ist wegen der Bevölkerungsentwicklung unumgänglich.“

Auch Germerings OB Andreas Haas (CSU) steht der Änderung sehr kritisch gegenüber. Immerhin werde die größte Stadt des Landkreises einem anderen Landkreis zugeschlagen. Man dürfe die Neustrukturierung der Wahlkreise nicht alleine an Zahlen fest machen. Aus Sicht von Bocklet hilft aller Unmut aber nichts: „Wir werden das hinnehmen müssen.“ Neuerung außerdem: Dem verbleibenden Wahlkreis Bruck-Dachau wird der Ort Petershausen im Landkreis Dachau wieder zugesprochen, nachdem er vor einigen Jahren einem anderen Wahlkreis zugeteilt worden war. Diese Rückkehr gilt allen Beteiligten als folgerichtig. Laut Hasselfeldt sind die zweite und dritte Lesung der Neuregelung für April geplant. Dann fällt die Entscheidung. (kg,st)

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