Die Bebauung des Kreuzlinger Felds erhitzt nach wie vor die Gemüter.
+
Die Bebauung des Kreuzlinger Felds erhitzt nach wie vor die Gemüter.

Bürgerinitiative fühlt sich von der Stadt nicht ernst genommen

Kreuzlinger Feld: Kritiker sorgen sich weiter

  • Klaus Greif
    vonKlaus Greif
    schließen

Die Bürgerinitiative (BI) Lebenswertes Germering kämpft weiter gegen die aus ihrer Sicht zu dichte Bebauung des Kreuzlinger Felds.

Germering – Vor Kurzem haben Vertreter der BI Listen mit 1400 Unterschriften an OB Andreas Haas übergeben, um ihre Forderungen zu unterstreichen. Ihre rund 40 Seiten umfassenden Einwendungen haben sie jetzt öffentlich gemacht.

Durch alle angesprochenen Punkte zieht sich als Tenor der Kritik folgendes: Die in der BI versammelten Bürger fühlen sich nicht ernst genommen. Fundierte Einwendungen auch seitens von Verbänden wie dem Bund Naturschutz seien kleingeredet worden. BI-Sprecher Thomas Langnickel bilanziert gar: „Es handelt sich um eine Investorenplanung, deren Lasten die heutigen Anwohner tragen.“ Stadtbaumeister Jürgen Thum weist all dies klar von sich.

Kernpunkt der Kritiker des Vorhabens ist nach wie vor die Steigerung des Verkehrs. Die von der Stadt beauftragten Gutachter seien von einem zu geringen Bevölkerungszuwachs ausgegangen und hätten so das zu erwartende Verkehrsaufkommen kleingerechnet. Auch die Tatsache, dass der im Gebiet geplante Supermarkt auch Verkehr von außerhalb des Kreuzlinger Feldes anlocke, sei nicht berücksichtigt worden.

Stadtbaumeister Thum weist darauf hin, dass man den Gutachtern im Gegenteil immer gesagt habe, sie sollten von der extremsten Bevölkerungsentwicklung ausgehen. Obwohl nach den aktuellen Planungen im ersten Bauabschnitt nur rund 1400 neue und nach der Gesamtbebauung maximal 2500 Bewohner erwartet werden, habe man den Planern die Zahl 3000 vorgegeben. Der Supermarkt habe selbstverständlich auch eine Rolle gespielt bei den Verkehrsgutachten.

Die Kritik, dass die Stadt die Bedenken der Bürger beim Thema Kreuzlinger Feld nicht ernst nehme, kann Jürgen Thum nicht nachvollziehen. Nur wegen der Einwendungen der BI sei beispielswiese ein ursprünglich geplantes fünftes Stockwerk für mehrere der Häuser ersatzlos gestrichen worden. Alle ernst zu nehmenden Bedenken seien sorgfältig behandelt und geprüft worden. In den Sitzungsvorlagen im Ausschuss und Stadtrat sei dies aus Gründen der Zeit natürlich nur in gekürzter Form wiedergegeben worden: „Wenn ich alles vorgetragen hätte, würde ich wohl heute noch reden“, sagt Thum.

Er weist auch den Vorwurf einer Investorenplanung von sich. Es handle sich sehr wohl um eine städtebauliche Planung. Aber die Interessen des Investors müssen auch berücksichtigt werden – sonst wäre das Projekt nicht mehr realistisch.

Auch interessant

Kommentare