Die geplante Bebauung des Kreuzlinger Felds bewegt seit Monaten die Gemüter.
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Die geplante Bebauung des Kreuzlinger Felds bewegt seit Monaten die Gemüter.

Kritische Bürgerfragen

Kreuzlinger Feld sorgt weiter für Unmut

  • Klaus Greif
    VonKlaus Greif
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Die Bebauung des Kreuzlinger Felds ist vor allem bei den nahe des Gebiets wohnenden Germeringern stark umstritten. Rund 80 Einwendungen sind im Rahmen der Bürgerbeteiligung im Bebauungsplanverfahren eingegangen.

Germering – Sie werden heute im Bauausschuss behandelt (18 Uhr, Orlandosaal der Stadthalle). Auch im Stadtrat am Dienstag spielte das Thema eine Rolle. In der aktuellen Fragestunde meldeten sich zwei Besucher mit kritischen Fragen zu Wort.

Marion Schwarzlmüller nutzte die Gelegenheit, um sich Luft zu verschaffen, wie sie gestand. Sie habe das Gefühl, dass eine Bürgerbeteiligung nicht gewollt sei. Sie sei Mitglied der Bürgerinitiative und fühle sich wie eine Krawallmacherin behandelt. Konkret wollte sie wissen, ob die Stadt überhaupt genügend Erzieherinnen habe für die am Kreuzlinger Feld geplante Kita – Marion Schwarzlmüller ist selbst Erzieherin im KindergartenDon Bosco. Außerdem konnte sie nicht verstehen, warum die Stadt einerseits ein neues Windgutachten beauftragt habe, aber beim Kreuzlinger Feld mit dem vorhandenen alten Gutachten arbeite. Auch das Verkehrsgutachten ist aus ihrer Sicht nicht aussagekräftig genug. Es werde nur das Kreuzlinger Feld und die unmittelbare Umgebung betrachtet.

Kreuzlinger Feld: Bürgerbeteiligung ist erwünscht

OB Andreas Haas versicherte ihr, dass jede Bürgerbeteiligung erwünscht sei: „Wir nehmen das sehr ernst.“ Unabhängig von den 80 Einwendungen im Rahmen des Verfahrens habe die Stadt auch schon einen Gesprächstermin mit Vertretern der BI gehabt. Sollte das Verfahren am heutigen Donnerstag auf den weiteren Weg gegeben werden, folge die öffentliche Auslegung der Pläne. Haas: „Auch da können sich die Bürger beteiligen.“ Dass es ein Problem mit Erzieherinnen gebe, sei der Stadt bekannt, führte Haas weiter aus. Allerdings unternehme die Stadt sehr viel, um das zu ändern. Klar sei aber auch: „Wenn dieses Problem nicht gelöst ist, kann nicht gebaut werden.“

Zum Windgutachten sagte der Rathauschef, dass das neue beim Deutschen Wetterdienst beauftragt worden sei. Es werde parallel zum laufenden Verfahren erstellt. Er versicherte Marion Schwarzlmüller, dass das neue Gutachten vor der Entscheidung über die Bebauung vorliegen werde.

Kreuzlinger Feld: Mehr am Donnerstag

Die Tatsache, dass sich das Verkehrsgutachten auf das Gebiet konzentriere, das überplant werde, habe rechtliche Ursachen. Die Stadt habe zudem zwei Verkehrsgutachter beauftragt, ergänzte Stadtbaumeister Jürgen Thum. Die Ergebnisse ihrer Modellrechnungen werden im Bauausschuss am Donnerstag ausführlich vorgestellt.

Stefan Beutler, er wohnt in der Kleinfeldstraße, hatte eine eher rechtliche Frage. Es bestehe die Gefahr, dass die Stadt mit dem Bebauungsplan auch Baurecht nach §  34 des Baugesetzbuches für den Eigentümer schafft, der nicht an den Plänen beteiligt ist. Es handelt sich um einen Bereich am östlichen Rand des Kreuzlinger Felds.

Diese Frage hatte auch in der Sitzung vor einer Woche eine Rolle gespielt. Stadtbaumeister Jürgen Thum hatte damals geantwortet, dass die städtischen Juristen diese Möglichkeit der Baurechtschaffung ausgeschlossen haben. Stefan Beutler meinte jetzt, dass er selbst drei befreundete Juristen angefragt habe. Sie hätten alle der Einschätzung der Stadt widersprochen.

Diese drei Stellungnahmen zu den Planungen wird Beutler auf Bitten von OB Haas der Stadt jetzt zur Verfügung stellen: „Wir sehen uns das gerne an“, meinte Haas: „Wir wollen ja eine Planung, die zusammenpasst. Baurecht nach § 34 müssen wir verhindern.“

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