Die Bebauung des Kreuzlinger Feldes ist eines der Aufregerthemen.
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Die Bebauung des Kreuzlinger Feldes ist eines der Aufregerthemen.

Germering

Kreuzlinger Feld: SPD fordert Planungspause

  • Klaus Greif
    vonKlaus Greif
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Die SPD will die aktuellen Pläne zur Bebauung des Kreuzlinger Feldes stoppen. Die Stadt soll stattdessen für das Gebiet eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme durchführen und sich so die Planungshoheit sichern.

Germering – Der Bebauung des Kreuzlinger Felds zwischen der Alfons-Baumannstraße und der Bahnlinie steht nicht mehr viel entgegen. Der Bauausschuss hat Ende September den Bebauungsplan gebilligt und dem Stadtrat zur Annahme empfohlen. Dagegen hat erst dieser Tage wieder die Bürgerinitiative Lebenswertes Germering öffentlich Stellung bezogen. Sie fordern vor allem eine weniger dichte Bebauung.

Jetzt legt die SPD nach. Fraktionssprecher Daniel Liebetruth fordert in einem Antrag an den Stadtrat, dass das laufende Verfahren mindestens für ein Jahr auf Eis gelegt wird. Diese Zeit soll man nutzen, um die Durchführbarkeit einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme (SEM) für das Gebiet zu prüfen. Dieses Instrument wäre Liebetruth zufolge geeignet, damit die Stadt selbst entscheiden kann, wie das Kreuzlinger Feld bebaut wird. Nur so könnte seiner Meinung nach ausreichend bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden.

Schaffung von Wohnraum

Nach den derzeitigen Plänen muss der Investor zwar eine bestimmte Anzahl von Wohnungen nach dem Modell der Sozialen Bodennutzung (Sobon) zu günstigen Bedingungen zur Verfügung stellen. Das wird nach Ansicht von Liebetruth aber nur kurzfristig bezahlbaren Wohnraum schaffen. Wegen der massiven Schaffung von frei finanziertem Wohnraum sei vielmehr mit einer deutlichen Erhöhung des Mietspiegels zu rechnen, da Neubauwohnungen teuer sind.

Das SEM-Modell werde von der Landeshauptstadt angewandt und habe den Vorteil, dass die Stadt dann selbst die Planungshoheit habe. So könnten aus Sicht von Liebetruth auch andere von der SPD und der Bürgerinitiave kritisierte Punkte der Planung überarbeitet werden. Unter anderem listet er auch die Tatsache auf, das die so genannte Zirkuswiese an der Kreuzlinger Straße nicht Teil der aktuellen Planung sei. Die SPD befürchtet, dass der Besitzer hier naxchträglich Baurecht geltend machen könne, ohne sich an die übrige Planung halten zu müssen.

Stadtbaumeister Jürgen Thum will prüfen lassen, ob die Idee der SPD tatsächlich zum gewünschten Ergebnis, nämlich der Schaffung von günstigem Wohnraum, führen kann. Auch die Anwälte der Stadt werden hinzugezogen.

Eine große Hürde sieht Thum beim Kreuzlinger Feld aber schon in der Tatsache, dass die Stadt die Grundstücke kaufen und dann auch selbst bauen müsste. Im Vergleich zur Landeshauptstadt verfüge Germering nicht über Wohnungsbaugesellschaften. Thum weist auch darauf hin, dass München das Modell nur in Ausnahmefällen anwende.

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