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Noch ist das Kreuzlinger Feld eine große freie Fläche. Nach der Bebauung leben hier rund 1000 Menschen. 

Germering

Kreuzlinger Feld: Verkehr ist laut Gutachten zu verkraften

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Die Bebauung des Kreuzlinger Felds mit rund 750 Wohnungen für etwa 1000 Bewohner, einer Schule einer Kita und einem Supermarkt bedeutet zwar auch mehr Verkehr. Allerdings wird einem aktuellen Gutachten zufolge das vor allem von Anwohnern befürchtete Chaos ausbleiben.

Germering – Die Bebauung des Areals zwischen der Kreuzlinger Straße, Alfons-Baumann Straße, Starnberger Weg und Bahnlinie ist einen weiteren Schritt vorangekommen. Der Stadtrat billigte den Vorentwurf des Bebauungsplanes für den Wohnbereich gegen sechs Stimmen von Grünen und ÖDP/Parteifreie. Die getrennt behandelten Pläne für den westlichen Bereich mit Schule und Nahversorger wurden nur von drei Stadträten abgelehnt.

Im Mittelpunkt der Beratung im überfüllten Sitzungssaal – Anwohner und Vertreter der BI „Für ein besseres Germering“ füllten die Besucherplätze – stand das neue Verkehrsgutachten des Ulmer Büros Modus Consult. Die Stadt hatte es in Auftrag gegeben, weil ein vorhandenes älteres Gutachten immer wieder als überholt kritisiert worden war.

Nur eine neuralgische Stelle

Die Befürchtungen der Anwohner, die Bebauung würde die aus ihrer Sicht jetzt schon prekäre Verkehrssituation im Gebiet verschärfen, wird allerdings auch von der neuen Expertise nicht gestützt. Das Fazit von Gutachter Reiner Neumann war relativ klar: Der Verkehr ist auch mit der Zunahme durch die Bebauung zu bewältigen. Es gebe lediglich eine neuralgische Stelle, an der die Stadt etwas ändern müsse: Die Einmündung der Rampe des Starnberger Wegs in die Landsberger Straße müsse mit einer Ampelanlage geregelt werden. Bleibt es so, wie es ist, sei dieser Punkt künftig überlastet.

Neumann hat für das Gutachten unter anderem an neun Knotenpunkten eine Verkehrszählung mittels Videoaufzeichnung durchgeführt. An drei Punkten in unmittelbarer Nähe zum Baugebiet hat er den Verkehr über 24 Stunden an sieben Tagen gemessen. An sechs weiter weg liegenden Knoten gab es eine 24-Stunden-Messung an einem Dienstag.

Am stärksten belastet ist wie erwartet die Anbindung an die Landsberger Straße. Auf Höhe des Starnberger wegs fuhren hier rund 13 000 Fahrzeuge täglich, am Kreisverkehr Salzstraße waren es 17 000. Weiter in Richtung Stadtmitte steigt diese Zahl sogar noch stark an. An der Kreuzung Landsberger-/Untere Bahnhofstraße sind es schon rund 29 000 Fahrzeuge.

Im Gebiet selbst ist der Bereich Kreuzlinger-/Alfons-Baumannstraße mit 5800 Fahrzeugen am stärksten belastet. Am Starnberger Weg/Kerschensteiner Straße gab es täglich 2900 Verkehrsbewegungen.

Bei der Zunahme des Verkehrs nach der Bebauung hat Neumann nach eigenen Angaben mit dem schlimmstmöglichen Fall gerechnet. Auch dann komme er aber zum Ergebnis, dass die Erschließung leistungsstark genug ist. Neumann: „Es passt.“ Das 60-seitige Gutachten kann auf der städtischen Internetseite eingesehen werden.

Stadtviertel mit Öko-Qualität

Im Umweltbericht kommt Landschaftsarchitekt Michel Hinnenthal zum Schluss, dass die geplante Bebauung des Kreuzlinger Feldes vor allem wegen der großen nicht unterbauten Innenhöfe eine „unglaubliche Qualität“ erhält. Diese wirkten sich enorm auf das Kleinklima aus: „Das ist hier einmalig.“ Die Durchlüftung des Stadtgebiets sei durch die Bebauung nicht beeinträchtigt. Diese funktioniere vor allem über die nicht verbaute West-Ost-Trasse von Landsberger Straße und Bahnlinie. Eine Erwärmung des Gebiets wegen der Bebauung werde durch die Innenhöfe, die weitere starke Bepflanzung des Areals und die Begrünung der Dächer weitgehend ausgeglichen. Fazit des Experten: „Hier entsteht ein ökologisches und nachhaltiges Quartier.

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