Neubaugebiet Germering

Kreuzlinger Feld: Wohnungen für 2300 Menschen

  • Klaus Greif
    vonKlaus Greif
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Das Kreuzlinger Feld ist eine der letzten unbebauten großen Flächen im Stadtgebiet von Germering - doch das wird sich ändern. Rund 2300 Menschen werden hier wohnen - eine Übersicht.

Germering -  Das Feld reicht von der Kreuzlinger Straße im Osten bis zum Starnberger Weg im Westen, von der Bahnlinie im Norden bis zur Alfons-Baumann- Straße im Süden. Bebaut sind lediglich Randbereiche am Starnberger Weg: Dort befinden sich das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Unterpfaffenhofen und ein Teil der Kleingartenanlage „Am Kreuzlinger Feld“. 

Im Gespräch seit den 90-er Jahren

Die mögliche Bebauung des Gesamtbereichs mit Wohnungen, Kinderbetreuungseinrichtungen und Geschäften war schon vor schon in den 1990er-Jahren Thema im Stadtrat. Über eine Vereinbarung zwischen Stadt und Eigentümer, dass dort irgendwann Wohnbebauung ermöglicht werden soll, ist man allerdings nicht hinausgekommen. Im Januar 2018 kam erstmals wieder Bewegung in die Überplanung des Gebiets. Ein Investor stellte im Umwelt-, Planungs- und Bauausschuss der Stadt detallierte Ideen für eine Bebauung vor. Demnach soll das Gebiet, komplett barriere- und autofrei bebaut werden. Insgesamt können zwischen 800 und 1000 Wohnungen in Gebäuden mit maximal fünf Etagen entstehen. Künftig könnten hier 2300 Menschen leben. 

Widerstand gegen das Projekt

Die verkehrliche Erschließung erfolgt komplett über Tiefgaragen. Besucher erhalten oberirdische Parkmöglichkeiten an den Rändern des Gebietes, wo begrünte und überdachte Parkplätze geplant sind. Gegen die Pläne einer massiven Bebauung regte sich von Anfang an Widerstand. Eine Bürgerinitiative sammelte innerhalb weniger Wochen über 600 Unterschriften und übergab sie an OB Andreas Haas. Einer der Initiatoren sagte zum Münchner Merkur: „Wir haben nichts gegen eine Bebauung des Kreuzlinger Feldes. Aber fünfstöckige Häuser und 16 Tiefgaragen- Einfahrten sind zu viel.“

 Der Umweltbeirat wurde ebenfalls aktiv, suchte nach Lösungen. Das Ergebnis stellte der Vorsitzende Herbert Krause in der ersten Sitzung nach der Sommerpause vor: Am Kreuzlinger Feld soll ein Modellprojekt „Wohnen ohne Auto“ realisiert werden. Damit könnte Germering in Zeiten des Klimawandels ein Zeichen setzen, sagte Krause anschließend im Gespräch mit dem Münchner Merkur. Allen Widerständen zum trotz beschloss der Stadtrat am 27. September, auf der Grundlage der Investorenvorschläge einen Rahmenplan aufzustellen. OB Andreas Haas wies in der Sitzung darauf hin, dass ein Rahmenplan nur ein informelles Instrument sei und nicht das Ende der Überlegungen darstelle. 

Auf der Grundlage dieses Planes werde die Bauleitplanung entwickelt, bei der dann auch konkrete Probleme untersucht werden. Dabei könne es durchaus sein, dass etwas geändert werden müsse. Sechs Stadträte von Grünen, FDP und ÖDP/Parteifreie lehnten dies dennoch ab. Wenige Wochen später wurde vom Umwelt-, Planungs- und Bauausschuss auch der Vorschlag des Umweltbeirats zu den Akten gelegt. Planung für einen autofreien Wohnbereich ohne Stellplätze seien schon rechtlich nicht machbar, erklärte Stadtbaumeister Jürgen Thum.

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