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Neue Kinderhäuser werden in der Stadt seit Jahren gebaut. Das Foto zeigt den neuen katholischen Kindergarten St. Nikolaus an der Kerschensteinerstraße, der im September den Betrieb aufnimmt.

Problem immer noch vorhanden

Lange Wartelisten für Kinderbetreuung in Germering

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Die Anzahl der Plätze in Kinderbetreuungseinrichtungen in Germering reicht noch immer nicht aus. Grund für die Misere bleibt der Personalmangel.

Germering – Im Mai hatten 106 Kinder keinen Platz in einer Krippe, 75 Buben und Mädchen warteten auf einen Kindergartenplatz. Nach der Platzvergabe hat die Stadt alle betroffenen Eltern angeschrieben. Das Ergebnis hat Martin Rattenberger, Leiter des städtischen Jugend- und Sozialamtes im Sozial- und Jugendausschuss bekannt gegeben. Demnach ist die Zahl jener, die keinen Platz haben, zurückgegangen – im Bereich der Krippen auf 55, beim Kindergarten auf 35. Einige haben einen Platz bekommen, bei anderen hat sich laut Rattenberger herausgestellt, dass sie noch gar keinen Anspruch haben.

Dass Eltern, deren Kindern gesetzlich eine Betreuung zusteht, bald einen der begehrten Plätze ergattern, ist unwahrscheinlich. Rattenberger rechnet damit, dass die Betroffenen wohl erst im Oktober oder November zum Zuge kommen. „Wir haben die Eltern darauf vorbereitet, dass sie womöglich noch länger warten müssen“, sagte Rattenberger im Ausschuss.

Kinderbetreuung in Germering: Räume sind vorhanden

Räume für die Kinderbetreuung gibt es in Germering genug. In diesem Bereich hat die Stadt in den vergangenen Jahren kräftig investiert. Das Problem sind weiterhin die fehlenden Fachkräfte im Betreuungssektor, so Rattenberger. Auch hier hat die Stadt große Anstrengungen unternommen – etwa in Form von Arbeitsplatz-Zulagen, Zuschüssen oder der Bereitstellung von Wohnungen. Doch Germering hat große Konkurrenz. Die benachbarte Landeshauptstadt hat einen gewaltigen Bedarf an Betreuungskräften.

Die künftige Einrichtung des Betreibers „Denk mit!“ direkt am Bahnhof, die gerade gebaut wird.

Kinderbetreuungsreferentin Eike Höppner (SPD) sieht schwarz angesichts der Lage. „Die Situation beim Personal ist dramatisch und wird wohl noch schlimmer werden.“ Daher bleibe nichts anderes übrig, als weiter um Personal zu werben. Sie denkt unter anderem auch an finanzielle Anreize.

Kinderbetreuung in Germering: Es gibt aber auch einen Lichtblick

Es gibt aber auch einen Lichtblick: Mehrere Träger von Einrichtungen haben der Stadt mitgeteilt, dass derzeit eine Reihe von Bewerbungsverfahren laufe und sogar bereits neues Personal eingestellt werden konnte. Wegen einzuhaltender Kündigungsfristen könnte der Großteil davon seinen Dienst aber erst im September antreten.  

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