Coronavirus · Notbetreuung in Kitas
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Kita-Plätze sind begehrt

Germering

Lange Wartelisten für Kita-Plätze

  • Klaus Greif
    vonKlaus Greif
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Wenn das Kindergartenjahr jetzt los ginge, würden viele Eltern ohne einen Betreuungsplatz dastehen. Im Krippenbereich haben nach der Anmeldung 89 Kinder keinen Platz. Bei den Kindergärten sind es 195.

Germering – OB Andreas Haas bezeichnete die Lage bei der Kinderbetreuung im Sozialausschuss als „alles andere als rosig.“ Er könne verstehen, dass viele Eltern nach der Einschreibung gefrustet sind, weil sie keine Zusage bekommen haben. Er hatte für die Betroffenen zwar ein kleines Trostpflaster parat: „Die Situation ist um diese Zeit nie gut. Bis September ändert sich erfahrungsgemäß noch einiges.“ Befriedigend sei dies aber dennoch nicht.

Als Ursachen für das Dilemma nannte Haas einerseits die schlechte Personalsituation bei nichtstädtischen Trägern. Dies führt dazu, dass zwar Räume vorhanden wären, wegen fehlender Erzieher aber keine weiteren Gruppen gebildet werden können. Andererseits können zwei Neubauten wohl erst zum Jahresende eröffnet werden: Das Kinderhaus von Denk Mit! am Bahnhof und die Einrichtung am Kleinen Stachus. Wenn beide bezogen sind, gibt es sogar mehr Kindergartenplätze als Bewerber, so Haas – wenn Personal vorhanden ist.

Gewinnung von Personal

Für die Krippen wurden dieses Jahr 322 Kinder angemeldet. 48 konnten noch nicht berücksichtigt werden, weil sie nach dem Stichtag geboren wurden. Neun Bewerber wohnten nicht in Germering. 176 Plätze konnten vergeben werden.

Bei den Kindergärten gab es 527 Anmeldungen. 67 warne nach dem Stichtag geborene und wurden nicht berücksichtigt. Vergeben werden konnten aktuell 268 Plätze. Eine Abfrage unter allen Einrichtungen hat gezeigt, dass bei den älteren Kindern zurzeit 188 Plätze aufgrund von Personalmangel nicht belegt werden können. Im Krippenbereich sind es 29.

Über fehlendes Personal wird vor allem bei den freien und kirchlichen Trägern geklagt. Bei den städtischen Einrichtungen sieht es besser aus. Das liegt laut Kämmerer René Mroncz zum einen am vor Jahren ausgearbeiteten Personalgewinnungskonzept. Zudem zahle man die Großraum-Zulage und gewähre weitere finanzielle Anreize. Die Anregung von Maximilan Streicher (ÖDP), mit Hilfe kleiner Gesten, wie das Angebot von kostenlosem Kaffee oder täglichen Obstschalen, die Zufriedenheit des Personals weiter zu steigern, nahm Mroncz auf.

Sozialreferent Herbert Sedlmeier (CSU) bestätigte, dass die Stadt ihre Hausaufgaben gemacht habe. Das Problem seien die übrigen Träger – obwohl diese von der Stadt auch einen Zuschuss zur Gewährung der Großraum-Zulage erhalten, wie Barabara Paech vom Sozialamt erklärte. Fespräche mit diesen Trägern, bei denen auch der neuen Kinderbetreuungsreferent Johannes Landendinger (SPD) mitwirkt, sollen hier für weitere Verbesserungen sorgen.

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