Begeisterte mit seinem Quartett: Denis Gäbel.

In der Stadthalle

Lebendiger Jazz vom Allerfeinsten begeistert die Besucher

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Die Stadthalle ist mit einem Paukenschlag in die neue Jazz-Saison gestartet. Der Tenorsaxofonist Denis Gäbel bewies den Besuchern mit seinem Quartett im wie immer gut gefüllten Amadeussaal der Stadthalle, dass der Jazz allen Unkenrufen zum Trotz sehr lebendig ist. 

Germering – Es war eine Demonstration dessen, welche musikalische Kraft und Vielfalt Jazz ein gutes Jahrhundert nach der ersten verbürgten Dokumentation auf Schallplatte erreicht hat. Es ist schwierig, Gäbels Musik zu beschreiben. Seinen Kompositionen kommt man nicht näher, wenn man sich auf die Suche nach einer einfachen, griffigen Melodie macht. Die fehlt hier meist. Stattdessen findet man sich in ausufernden Klanggebilden wieder, die sich vor allem rhythmisch entwickeln und mit großartigen Improvisation zum Leben erweckt werden.

Überspitzt kann man es auch so ausdrücken: Die Melodien komponieren Gäbel und vor allem auch der großartige Pianist Sebastian Sternal beim Improvisieren jedes mal neu. Dass es dabei wunderbar swingt und groovt, ist natürlich vor allem der Rhythmusgruppe zu verdanken. Das beginnt bei Sternal, der bei seinen Soli nicht nur mit perlenden Läufen verzückt, sondern immer wieder auch rhythmische Akkord-Cluster in die Tasten hämmert. Dabei hat man des Öfteren Angst, er würde vor lauter mitgehender Zappeligkeit von seinem Stuhl rutschen. Der Mann lebt in seiner Musik, das war deutlich nachzuempfinden.

Nicht weniger eindrucksvoll waren Kontrabassist Martin Gjakonovski und Schlagzeuger Silvio Moger. Wobei vor allem Moger noch besonders gewürdigt werden muss. Er lieferte einen Tick mehr als das ab, was man bei guten Jazzdrummern schätzt. Er begleitete nicht nur enorm einfühlsam, sondern auch unwahrscheinlich einfallsreich und überraschte immer wieder mit fast beiläufig eingestreuten Schlagfinessen. Diese moderne Art des Schlagzeugspiels, die im Jazz entwickelt worden ist, macht die Bezeichnung Rhythmusknecht schon seit einiger Zeit obsolet.

Denis Gäbel selbst zählt nicht nur in Europa zu den besten Saxofonisten, die es derzeit gibt. Was er spielt, geht weit über Virtuosität hinaus – die technische Beherrschung des Instruments kann man mit viel Fleiß immer optimieren. Nein. Es ist vor allem die unwahrscheinliche Musikalität, der Einfallsreichtum und die Interaktion mit den Mitmusikern, die ihn auszeichnen. Das Publikum war jedenfalls begeistert – auch wenn es nicht die einfachste Art von Jazz war, der man gute zwei Stunden intensiv lauschen durfte.

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