Markus Söder
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Nach über einem Jahr Corona-Krise sind viele Bayern mit Ministerpräsident Markus Söder nicht mehr zufrieden.

Germering

Lockdown: Brandbrief des Wirtschaftsverbandes an den Ministerpräsidenten

  • Klaus Greif
    vonKlaus Greif
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Der Wirtschaftsverband macht in einem offenen Brief an Ministerpräsident Markus Söder und Bundeskanzlerin Angela Merkel auf die desaströse Lage vieler Germeringer Geschäfte und Betriebe wegen des Lockdowns aufmerksam.

Germering - Der Wirtschaftsverband engagiere sich seit über 20 Jahren ehrenamtlich für die Unternehmer und die Stadt, heißt es im Schreiben. Die Vorsitzenden Katrin Schmidt und Jürgen André zeigen als Unterzeichner zunächst Verständnis: Es leuchte ein, dass es für diese Pandemie zunächst keine Blaupause gebe. Dann wird es allerdings kritischer: „Nach zwölf Monaten sollte es mittlerweile klar sein, dass das flächendeckende Schließen von Geschäften und Betrieben aus diversen Branchen keine geeignete Maßnahme zur Eindämmung des Coronavirus sein kann.“

Der Fachhandel, die Kulturbranchen, die körpernahen Dienstleister, Fitnessstudios und nicht zuletzt die Gastronomie und Hotelbetriebe könnten nicht alleine den Kopf dafür hinhalten, dass es der Politik auch nach zwölf Monaten nicht gelungen sei, andere Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zum Einsatz zu bringen. Wörtlich heißt es: „Die Unternehmer werden zum Spielball ergebnisloser Diskussionen um Öffnungsstrategien und Lockerungen. Dahinter stecken Menschen, der jahrelange oder gar jahrzehntelange Aufbau des Unternehmens, Arbeits- und Ausbildungsplätze. All dies wird mit einem Strich für nicht systemrelevant erklärt.“

Viele hätten auch nach fast einem Vierteljahr Schließung noch keine Hilfsgelder erhalten oder konnten diese beantragen. Dazu komme, dass die Auswahl der Branchen, die geöffnet oder geschlossen werden, rein willkürlich erscheine. Diese Umstände machten es den Unternehmern immer schwerer, die Maßnahmen mitzutragen.

Der Wirtschaftsverband fordert deswegen verlässliche Öffnungsperspektiven und Strategien, die es allen betroffenen Unternehmen ermöglichen, planbar ihre Firmen weiterzuführen und ihr Überleben zu sichern. Auch eine sofortige finanzielle Entlastung der betroffenen Betriebe wird gefordert. Es müsse sichergestellt sein, dass die betroffenen Branchen nicht noch einmal Opfer eines weiteren Lockdowns werden.

Dem Verband zufolge müsse zukünftig ausgeschlossen werden, dass die Politik versucht, Kontakteinschränkungen und Mobilitätseinschränkungen durch das Schließen von Unternehmen zu erreichen: „Einen weiteren Lockdown werden viele Betriebe nicht mehr überleben, denn viele stehen jetzt schon unverschuldet am Rande ihrer Existenz.“

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