Schutzstreifen für Fahrradfahrer an der Unteren Bahnhofstraße in Germering
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Der bestehende Schutzstreifen für Radler an der Unteren Bahnhofstraße endet aus der Ostseite der Fahrbahn derzeit an der Beethovenstraße (r.). Er soll bis zur Augsburger Straße verlängert und in der Gegenrichtung bis zur Ludwig-Thoma-Straße neu markiert werden. Die dortigen Längsparkplätze (Bildmitte, hinten links) müssen verschwinden.

Aus dem Stadtentwicklungsausschuss

Konzept für die Untere Bahnhofstraße: Mehr Radsicherheit – weniger Parkplätze

  • Klaus Greif
    vonKlaus Greif
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Die Untere Bahnhofstraße soll von der Beethoven- und der Ludwig-Thoma-Straße bis zur Augsburger Straße beidseitig mit einem aufmarkierten Fahrradstreifen ausgestattet werden. Das würde bedeuten, dass das Längsparken zwischen der Domonter- und der Ludwig-Thoma-Straße verboten wird.

Germering – Die Ausstattung der Unteren Bahnhofstraße mit sogenannten Schutzstreifen ist eine Forderung des Runden Tischs Radverkehr, der im Juni erstmals nach der Kommunalwahl in neuer Besetzung tagte. Schutzstreifen sind gestrichelte Markierungen auf der Fahrbahn, die aus Sicherheitsgründen mindestens 1,50 Meter breit sein müssen, wie Thiemo Graf vom Institut für innovative Städte (i.n.s.) jetzt im Umwelt- und Stadtentwicklungsausschuss erklärte. Zusätzlich zu einer Markierung könne man die Fahrradbereiche auch rot einfärben.

Schutzstreifen sind keine Radwege, erklärte Graf in der Sitzung. Aber für den fraglichen Straßenbereich sei dies die einzige Möglichkeit, etwas für Radler zu tun. Für echte Radwege ist die Fahrbahn zu schmal.

Längsparkplätze müssen weichen

Auch für die Markierung der Schutzstreifen reicht die Straßenbreite gerade noch so aus. Die für den motorisierten Verkehr verbleibende Fahrbahn muss nämlich mindestens 4,50 Meter breit bleiben. Weil auf den Streifen sowohl Parken als auch Halten verboten ist, müssen die Längsparkplätze der Domonter- und der Ludwig-Thoma-Straße verschwinden.

Das Überfahren der Streifen ist laut Straßenverkehrsordnung allerdings erlaubt. Angelika Kropp-Dürr (Grüne) befürchtete deswegen, dass Autofahrer bei Gegenverkehr verstärkt auf die Flächen ausweichen würden, weil ja die parkenden Autos nicht mehr dort stehen. Diese Gefahr bestehe, gestand Planer Thiemo Graf. Allerdings sei es derzeit so, dass bei Gegenverkehr oft der Gehweg überfahren werde: „Das wird sich bessern.“

An den zwei Bushaltestellen, die sich im Bereich befinde, wird der Schutzstreifen übrigens unterbrochen. Hier muss der Radler dann entweder hinter dem stehenden Bus warten – oder ihn überholen, wenn er sich traut.

Stadträte sprechen sich für den Schutzstreifen aus

Die Stadträte fanden den Vorschlag mit den Schutzstreifen durchgehend begrüßenswert. Angelika Kropp-Dürr setzte sich dafür ein, dass man den Streifen durchgängig rot markieren sollte, weil dies deutlicher sei. Thiemo Graf wies darauf hin, dass man die Färbung jederzeit nachholen könne, sie kostet aber zusätzlich etwa 30 Euro je Quadratmeter. Das könne man tun, wenn sich die Streifen als sinnvoll herausgestellt haben.

Ob sie das sind, könnte wissenschaftlich untersucht werden. Thiem berichtet, dass er Teil einer Forschungsgruppe der Uni Salzburg ist, die das prüfe. Wenn sich Germering bewerbe, könne man kostenlos Teil einer Studie dazu werden.

Die Verwaltung wurde beauftragt, die Planungen für die Schutzstreifen durchzuführen. Anschließend soll das Thema noch einmal im Ausschuss diskutiert werden.

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